Das Gesamtkonzept Baustellenkoordinierung

Das Konzept verbindet ablauforganisatorische Maßnahmen, digitale Arbeitswerkzeuge und verbesserte Kontrollmechanismen mit einer stringenten Öffentlichkeitsinformation. Ziel ist es, die baubedingten Verkehrseinschränkungen durch eine bessere Steuerung auf ein Minimum zu reduzieren. Durch verpflichtende Informationen vor Ort zu Umfang, Dauer und Status der Arbeitsstellen wird darüber hinaus eine höhere Transparenz und Akzeptanz in der Öffentlichkeit erzeugt.

1. Gemeinsame Kontrollgruppe Arbeitsstellen an Straßen (GeKAS)

Kontrollen der Gemeinsamen Kontrollgruppe Arbeitsstellen an Straßen (GeKAS)

Die GeKAS ist ein Pilotprojekt, bei dem in drei Bezirken Vor-Ort-Kontrollen auf Baustellen durchgeführt werden. Diese Kontrollen führen die Polizei Berlin, die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt sowie die jeweiligen Bezirksämter gemeinsam durch.

Ziele des Pilotprojektes:

  • Identifikation typischer Defizite bei Arbeitsstellen im öffentlichen Straßenraum,
  • Verbesserung der Gefahrenabwehr bei Verstößen,
  • Entwicklung wirksamer Kontrollschwerpunkte und standardisierter Kontrollverfahren,
  • Überprüfung und Bewertung der bestehenden Sanktionsmöglichkeiten.

Durch die gemeinsame Durchführung der Kontrollen wird die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Behörden erleichtert. Ziel ist eine wirksamere Durchsetzung sowohl der straßenrechtlichen Anforderungen an Sondernutzungserlaubnisse als auch der straßenverkehrsrechtlichen Vorgaben aus straßenverkehrsbehördlichen Anordnungen.

Die aus dem Pilotprojekt gewonnenen Erkenntnisse werden genutzt, um eine mögliche Etablierung des Kontrollformates zu überprüfen.

Logo BVG, Logo Fraunhofer FOKUS

2. Digitale Kontrolle von Arbeitsstellen an Straßen (DiKAS)

Ergänzend zu den Vor-Ort-Kontrollen setzt Berlin künftig verstärkt auf digitale Technologien. Im Rahmen des Pilotprojekts DiKAS sollen mithilfe Künstlicher Intelligenz Baustellen, Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen automatisiert erfasst werden. Dazu werden Busse der BVG mit Smartphones ausgestattet, die an der Windschutzscheibe befestigt sind. Ziel hierbei ist ein digitaler Abgleich der erteilten Genehmigungen mit den im Straßenverkehr erfassten Einrichtungen sowie eine schnellstmögliche Einleitung von Maßnahmen. Auffällige Baustellen können dadurch automatisiert für die Vor-Ort-Kontrollen durch die GeKAS priorisiert werden. Die gewonnenen Informationen sollen dazu beitragen,

  • die Baustellenüberwachung zu verbessern,
  • die Durchsetzung von Vorschriften zu unterstützen,
  • die Zahl der „Schlafbaustellen“ zu reduzieren und
  • die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Technologiepartner ist in diesem Pilotprojekt das Wissenschaftsinstitut Fraunhofer FOKUS.

Weitergehende Informationen zum Projekt erhalten Sie hier: Projekt DiKAS.

Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt fließen in eine mögliche dauerhafte Nutzung digitaler Kontrollinstrumente ein.

Projekt Digitale Kontrolle von Arbeitsstellen an Straßen (DiKAS)

3. Baustellenkommunikation

Muster Baustellenschild

Transparente Informationen zu Baustellen vor Ort

Ein weiterer Bestandteil der Berliner Baustellenkoordinierung ist eine transparente und verständliche Kommunikation über Baumaßnahmen. Ziel ist es, die Öffentlichkeit sowie alle Beteiligten frühzeitig und umfassend zu informieren und dadurch Akzeptanz und Nachvollziehbarkeit von Baumaßnahmen zu stärken.

In § 11 (11) Berliner Straßengesetz ist bereits geregelt, dass die Bauherrn Angaben zu Beginn, Umfang und Ende der Sondernutzung für die Baustelle sowie den Namen und die Telefonnummer der Straßenbaubehörde auf Schildern an Baustellen zu platzieren haben. Ein fehlendes Baustellenschild ist eine Ordnungswidrigkeit und wird von den Bezirksämtern geahndet. Das neu entwickelte Baustellenschild ist eine unverbindliche Vorlage. Es erweitert die bisher verpflichtenden Angaben um folgende Informationen:

  • Art und Zweck der Baumaßnahme
  • den zuständigen Vorhabenträger
  • Kontaktdaten der Bauleitung
  • gegebenenfalls die Gründe für eine Verlängerung der Bauzeit

Um eine berlinweit einheitliche und leicht verständliche Information der Öffentlichkeit sicherzustellen, wurden die Bezirksämter sowie die Leitungsnetzbetreiber gebeten, künftig das abgestimmte Muster für Baustelleninformationen zu verwenden.

Mit dem neuen Baustellenschild erhalten Bürgerinnen und Bürger die wichtigsten Informationen schnell, unkompliziert und direkt vor Ort.

Ergänzende Informationen im Internet und als Open-Data

Die verkehrlichen Auswirkungen wichtiger Baustellen werden qualitätsgesichert von der Verkehrsinformationszentrale dargestellt. Dort finden Sie aktuelle Informationen zu Baustellen, Sperrungen und weiteren Verkehrsbeeinträchtigungen.

Eine Übersicht aller Berliner Baustellen – einschließlich kleinerer Maßnahmen – steht Ihnen in der interaktiven Baustellenkarte vom Geoportal Berlin zur Verfügung.

  • Muster Baustellenschild

    Inhalte und Gestaltungsvorgaben, Gestaltungsvorlage, Beispiel, Aufstellung und Abmessungen

    PDF-Dokument (2.0 MB)

4. Baustellenkoordinierungsplattform

Das zentrale Element der zukünftigen verkehrlichen Baustellenkoordinierung ist die Weiterentwicklung der digitalen Arbeitsumgebung für die Genehmigung von Baumaßnahmen im öffentlichen Straßenland. Die Baustellenkoordinierungsplattform soll die digitale Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure verbessern und wird als zusätzliches Modul im Zuge der Fachverfahrensmodernisierung eingeführt.

Ziel ist es, die verkehrlichen Auswirkungen von Bauvorhaben im öffentlichen Straßenland bereits in der Planungsphase besser ermitteln sowie aufeinander abstimmen zu können und mögliche Steuerungsmöglichkeiten frühzeitig zu erkennen.

Kernfunktionen der Baustellenkoordinierungsplattform werden sein:

  • Frühzeitige digitale Erfassung und Abstimmung geplanter Maßnahmen bereits vor Antragstellung
  • Vermeidung paralleler Datenerfassungen
  • Automatisierte Kollisionsprüfung (räumlich/zeitlich) von Baumaßnahmen und Ereignissen
  • Schnittstelle zum Baustellenatlas der infrest
  • Visualisierung aller Maßnahmen in einer gemeinsamen Kartenansicht
  • Integration von Regelwerken und standardisierten Prüfkriterien zur Entscheidungsunterstützung
  • Auswertungs- und Berichtsfunktionen zur Steuerung und Evaluation der Koordinierungsprozesse.

Damit entsteht ein digitales Instrument, das Planung, Genehmigung und Koordination stärker miteinander verzahnt.

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