Große Teile der bestehenden Infrastruktur sind stark beansprucht, wie beispielsweise der Masterplan Brücken 2025 bis 2040 verdeutlicht. Dies erfordert umfassende Modernisierungen, um den Anforderungen eines sicheren und leistungsfähigen Verkehrs sowie der urbanen Entwicklung gerecht zu werden. Herausforderungen wie eine teilweise veraltete Infrastruktur, die Berliner Wärmewende, die Entstehung neuen Wohnraums, der Ausbau von Verkehrsinfrastrukturen sowie die erforderlichen Maßnahmen aus dem Klimaanpassungsgesetz haben unterschiedliche Auswirkungen auf den Verkehr. Sie führen aber alle zu Bauarbeiten im öffentlichen Straßenland und somit in den meisten Fällen auch zu Verkehrseinschränkungen. Viele verschiedene Akteure sind im Berliner Straßenraum aktiv, die sich dafür einsetzen, den genannten Herausforderungen bestmöglich zu begegnen.
Fragen und Antworten für Baustellenkoordinierung bzw. Gesamtkonzept
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Warum gibt es aktuell so viele Baustellen in Berlin?
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Was kann eine Baustellenkoordinierungsplattform daran ändern?
Durch die gemeinsame digitale Koordinierungsplattform werden geplante Baumaßnahmen und ihre verkehrlichen Auswirkungen schneller sichtbar. Mögliche Konflikte können frühzeitiger erkannt und verschiedene Handlungsoptionen bewertet werden. So lassen sich Verkehrsbeeinträchtigungen reduzieren und verfügbare Zeitfenster im Straßennetz optimal nutzen.
Die Baustellenkoordinierungsplattform unterstützt damit die beteiligten Stellen dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen und die Auswirkungen von Baustellen auf den Verkehr möglichst gering zu halten.
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Warum erhöht man nicht einfach die Gebühren für Baustellen – dann wird bestimmt schneller gearbeitet
Verzögerungen haben viele unterschiedliche Ursachen. Manche lassen sich beeinflussen, andere nicht. So können beispielsweise unerwartete Gegebenheiten im Untergrund, zusätzliche technische Anforderungen oder kurzfristige Havarien an Leitungsnetzen den Bauablauf verzögern. In solchen Fällen wäre es nicht sachgerecht, Bauunternehmen oder Bauherren pauschal mit höheren Gebühren zu belasten.
Deshalb setzt das Land Berlin in erster Linie auf eine frühzeitige Koordinierung der Baumaßnahmen, eine realistische Terminplanung und ein konsequentes Baustellenmanagement. Ziel ist es, Verzögerungen möglichst zu vermeiden, anstatt sie pauschal mit höheren Gebühren zu sanktionieren.
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Was unternimmt das Land Berlin, um Verkehrsbehinderungen durch Baustellen zu reduzieren?
Das Land Berlin will die Verkehrsbehinderungen durch Baustellen mit dem Gesamtkonzept Baustellenkoordinierung reduzieren. Dafür werden Bauvorhaben frühzeitig zwischen den beteiligten Behörden, den Bezirken und den Bauherren abgestimmt. Digitale Planungs- und Koordinierungswerkzeuge unterstützen dabei, mögliche Konflikte frühzeitig zu erkennen und Bauzeiten besser aufeinander abzustimmen. Ergänzend sorgen ein verbessertes Baustellenmanagement und verstärkte Kontrollen dafür, dass Baustellen möglichst verkehrsverträglich eingerichtet und durchgeführt werden.
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Warum werden manchmal mehrere Baustellen gleichzeitig durchgeführt?
Wo es möglich ist, werden Baumaßnahmen frühzeitig koordiniert und gebündelt – zum Beispiel, wenn mehrere Vorhabenträger gleichzeitig an einem Standort arbeiten. Dadurch lassen sich Verkehrsbeeinträchtigungen reduzieren, weil Straßen nur einmal bzw. gebündelt in Anspruch genommen werden müssen und somit auch das Aufgrabeverbot eingehalten wird.
Gleichzeitig gibt es jedoch Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen, die nicht verschoben werden können. Dazu gehören insbesondere dringende Reparaturen an der Infrastruktur, kurzfristige Havarien sowie vorrangige Instandsetzungen zur Sicherung der Verkehrssicherheit oder der Daseinsvorsorge. Auch unterschiedliche Zuständigkeiten und Finanzierungslogiken können dazu führen, dass Maßnahmen parallel stattfinden.
Ziel der Baustellenkoordinierung ist es deshalb, Bündelungspotenziale bestmöglich zu nutzen und unvermeidbare Überschneidungen so verkehrsverträglich wie möglich zu gestalten.
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Was ist die „Gemeinsame Kontrollgruppe Arbeitsstellen an Straßen (GeKAS)“ und warum wird sie eingeführt?
Bei der GeKAS arbeitet die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt mit den Bezirken und der Polizei in einem Pilotprojekt zusammen. Sie führen gemeinsam Kontrollen von Arbeitsstellen im öffentlichen Straßenraum durch. Ziel ist eine wirksamere Durchsetzung sowohl der straßenrechtlichen Anforderungen aus Sondernutzungserlaubnissen als auch der straßenverkehrsrechtlichen Vorgaben aus straßenverkehrsbehördlichen Anordnungen.
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Was ist die „Digitale Kontrolle von Arbeitsstellen an Straßen (DiKAS)“?
DiKAS ist ein Pilotprojekt zur digitalen Erfassung und Kontrolle von Baustellen. Mithilfe von Kameratechnik und Künstlicher Intelligenz sollen Baustellen automatisiert erkannt und mit vorhandenen Genehmigungen abgeglichen werden.
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Werden bei der digitalen Baustellenkontrolle personenbezogene Daten erfasst?
Es werden keine personenbezogenen Daten erfasst. Ziel des Pilotprojekts DiKAS ist die Erfassung von Baustellen, Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen zur Kontrolle von Genehmigungen. Die Umsetzung erfolgt unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften.
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Werden Verstöße künftig stärker verfolgt?
Das Pilotprojekt „Gemeinsame Kontrollgruppe Arbeitsstellen an Straßen (GeKAS)“ untersucht unter anderem Möglichkeiten einer konsequenteren Überwachung von Genehmigungsauflagen und prüft den Einsatz bestehender Sanktionsmöglichkeiten. Mithilfe der „Digitalen Kontrolle von Arbeitsstellen an Straßen (DiKAS)“ können Abweichungen zwischen dem genehmigten und dem tatsächlichen Zustand der Baustelle schneller festgestellt werden. Auffällige Baustellen können dadurch automatisiert für die Vor-Ort-Kontrollen durch die GeKAS priorisiert werden. Damit kann die Baustellenüberwachung verbessert und die Durchsetzung von Vorschriften erhöht werden.
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Was passiert, wenn eine Baustelle nicht ordnungsgemäß eingerichtet ist?
Festgestellte Mängel werden dokumentiert und die Verantwortlichen zur Behebung aufgefordert. Zudem wird geprüft, welche Sanktionen bei Verstößen gegen Genehmigungsauflagen möglich sind.
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Warum dauert manche Baustelle länger als angekündigt?
Bauvorhaben können durch unvorhergesehene Ereignisse beeinflusst werden. Schlechtes Wetter, fehlende Materialien oder Lieferengpässe können die Arbeiten verlangsamen. Manchmal werden unerwartet Leitungen oder Rohre gefunden, was zusätzliche Zeit kostet, da der Bauablauf angepasst werden muss. Außerdem können rechtliche Auseinandersetzungen, etwa durch Klagen gegen das Bauprojekt oder ein Mangel an Fachkräften bei den ausführenden Baufirmen und Ingenieurbüros zu Verzögerungen führen.
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Was sind sogenannte „Schlafbaustellen“?
Als „Schlafbaustellen“ werden Baustellen bezeichnet, bei denen über längere Zeit keine sichtbaren Arbeiten stattfinden. Mit digitalen Kontrollverfahren sollen solche Situationen künftig schneller erkannt und überprüft werden.
Es sind jedoch nicht alle Baustellen, bei denen sichtbar nichts passiert, Schlafbaustellen. Es existieren Baustellen, bei denen im Untergrund gearbeitet wird. In anderen Fällen müssen Wartezeiten eingehalten werden, weil beispielsweise der Asphalt oder der Beton aushärten muss. Darüber hinaus können auch Materialengpässe auftreten, die dazu führen, dass kurzzeitig keine Arbeiten auf der Baustelle ausgeführt werden können. Kurzum: Nicht jede Baustelle, auf der gerade nicht gearbeitet wird, ist eine „Schlafbaustelle“.
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Wo kann ich mich über aktuelle Baustellen informieren?
Informationen erhalten Sie über die Baustellenschilder vor Ort sowie über die Informationsangebote des Landes Berlin, z. B. die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) oder über das Geoportal Berlin. Weitere digitale Informationsangebote werden kontinuierlich weiterentwickelt und ausgebaut: Infrastruktur.
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Wie erkenne ich, wer für eine Baustelle verantwortlich ist?
Künftig informieren Baustellenschilder vor Ort über die Art und den Zweck sowie die Dauer der Bauarbeiten, die verantwortlichen Bauherren und Baufirmen, die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sowie weitere wichtige Informationen.
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An wen kann ich mich wenden, wenn ich Fragen oder Hinweise zu einer Baustelle habe?
Auf den Baustellenschildern finden Sie die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner mit den Kontaktdaten.
Kontakt
Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt