Karten der Potenzialanalyse zum Wärmeplan 2026

Im Rahmen der Wärmeplanung wurden die in Berlin zur Verfügung stehenden Potenziale an erneuerbaren Energien und Abwärme ausgewertet. Die Daten sind für die jeweiligen Potenziale in Einzelkarten dargestellt. Zudem wurde anhand von Schwellenwerten geprüft, wo besonders geeignete Potenziale für die Versorgung von Nahwärmenetzen bestehen.

Karten zur Potenzialanalyse Abwärme

Zu den Potenzialen an Abwärme gibt es insgesamt drei Karten.

Die erste Karte stellt die Standorte aller bekannten Abwärmequellen aus Industrie und Gewerbe dar. Der Datensatz enthält eine Einschätzung zur Höhe des Abwärmepotenzials und eine grobe Einschätzung zur Nutzbarkeit dieses Potenzials. Die Einschätzung zur Höhe des Abwärmepotenzials berücksichtigt die Kategorien sehr niedriges Abwärmepotenzial: bis 1 GWh/a, niedriges Abwärmepotenzial: 1 bis 5 GWh/a, mittleres Abwärmepotenzial: 5 bis 25 GWh/a, hohes Abwärmepotenzial: 25 bis 100 GWh/a und sehr hohes Abwärmepotenzial: mehr als 100 GWh/a. Die Einschätzung zur Nutzbarkeit des Abwärmepotenzials berücksichtigt Informationen über die thermische Leistung und über die durchschnittliche tägliche Verfügbarkeit. Liegt die thermische Leistung bei mindestens 50 kW und die durchschnittliche tägliche Verfügbarkeit bei >0, so ist als Einschätzung zur Nutbarkeit ‚voraussichtlich gegeben‘ angegeben. Sind konkrete Pläne zur Nutzung der Abwärmequelle bekannt, so ist als Einschätzung ‚Erschließung geplant‘ angegeben. Die tatsächliche Realisierbarkeit inklusive der technischen und wirtschaftlichen Umsetzbarkeit muss jedoch standortbezogen geprüft werden und kann nicht aus der Darstellung abgeleitet werden.

Grundlage für die Karte sind die Daten der Bundes-Plattform für Abwärme (PfA) mit Stand 08/2025, die Daten aus einer durch die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) beauftragten Potenzialanalyse zur Bestimmung des Potenzials von Abwärme in Berlin (Dunkelberg et al. 2023) sowie Informationen zu bestehenden und geplanten Rechenzentren aus diversen Quellen (siehe Berliner Wärmeplan 2026).

Eine weitere Karte zeigt die Standorte der Berliner U-Bahnstationen auf. Der Datensatz enthält Informationen zur Tunnelüberdeckung, sowie – sofern verfügbar – zu ermittelten Abwärmepotenzialen und thermischen Leistungen sowie zur Flächenverfügbarkeit (Verfügbarkeit von Aufstellflächen für die technischen Anlagen zur Nutzung der Abwärme). Grundlage sind Messungen und Begehungen von 25 U-Bahn-Stationen, die im Zuge der Wärmeplanung durch die Berliner Stadtwerke im Auftrag der SenMKVU durchgeführt wurden.

Die dritte Karte stellt eine Abschätzung zu potenziellen Versorgungsgebieten für ausgewählte Abwärmestandorte dar. Für Abwärmequellen mit einer Abwärmemenge von mindestens 1 GWh/a wurde von einer möglichen Eignung zur Versorgung über Wärmenetze ausgegangen. Für diese Abwärmestandorte wurden mit einem vektorbasierten Ansatz potenzielle Versorgungsgebiete ermittelt. Berechnungsgrundlage war die Abwärmeleistung der jeweiligen Abwärmequelle sowie die Wärmeleistung der umliegenden Baublöcke. Die Analyse kann nur ein erstes Indiz dafür sein, wo in Berlin größere Abwärmemengen mit möglichem Potenzial für Wärmenetze anfallen.

Karten zur oberflächennahen Geothermie

Die erste Karte stellt einen Ausschnitt des Datensatzes zum geothermischen Potenzial Berlins (Stand 2011) dar und zeigt die dort enthaltenen Restriktionsflächen auf. Außerhalb dieser Flächen ist eine Nutzung oberflächennaher Geothermie grundsätzlich erlaubnisfähig. Aktuelle Informationen des Datenstandes zu oberflächennaher Geothermie finden sich unter Umweltatlas Berlin: Geothermisches Potenzial.

Für weitere Informationen und erste Abschätzungen zur möglichen Bohrtiefe wird auf die von der Landesgeologie verfügbaren Karten zur Höhenlage der Sedimentschicht des Rupelton als max. zulässige Teufe im Land Berlin und den Flächenkulissen zu Wasserschutzgebieten als Ausschlussgebiete für die Nutzung von Oberflächennaher Geothermie sowie Gebieten mit erhöhter Salzkonzentration im Grundwasser und damit erhöhten Anforderungen an die Bohrausführung verwiesen.

Zudem wurde im Rahmen der Wärmeplanung eine ergänzende Karte zur Verortung der Flächenpotenziale für oberflächennahe Geothermie zur Versorgung von Nahwärmenetzen erstellt. Die Karte basiert auf Ergebnissen einer Flächen- und Potenzialanalyse im Auftrag der Berliner Energie- und Netzholding GmbH. Die durchgeführte Flächen- und Potenzialanalyse ermittelte als Teilergebnis pro Block die verfügbare Freifläche zur Installation von Erdwärmesonden (EWS) in Verbindung mit einem Konfliktrisiko in Bezug auf die Erschließung der Ressource. Dabei werden Gebäudegrundflächen, registrierte Stadtbäume, Verkehrsinfrastruktur und anderen technische Kriterien sowie zur Bestimmung des Konfliktrisikos Wasserschutzgebiete, ausgewiesene (Natur-)Schutzgebiete, Denkmal-/Ensembleschutz und geologische bzw. hydrogeologische Einschränkungen wie Gebiete mit erhöhter Salzkonzentration im Grundwasser berücksichtigt.

Auf Grundlage der Flächenanalyse wurden im Rahmen der Wärmeplanung ISU5-Teilblöcke identifiziert, die ein technisches Potenzial für die Verbringung einer bestimmten Anzahl von Erdwärmesonden aufweisen und dabei kein ermitteltes Konfliktrisiko aufweisen. Die Darstellung in der Karte differenziert nach einem Flächenpotenzial für die Anzahl von Erdwärmesonden >= 100; >= 150; >= 200 und >= 250. Dabei wurden über den Ausschluss von Gebieten in der Flächenanalyse hinaus weitere Teilblöcke mit Konfliktrisiken (z. B. Flächen des Kompensationskatasters) ausgeschlossen.

Die Karte liefert Indizien für ein hohes Umsetzungspotenzial und soll eine nähere Betrachtung etwa durch interessierte Betreiber möglicher Nahwärmenetze anreizen. Den Schluss zu ziehen, dass in allen nicht markierten Blöcken Geothermie ausgeschlossen ist, wäre jedoch falsch. Außer in Wasserschutzgebieten ist Geothermie über das gesamte Stadtgebiet grundsätzlich erlaubnisfähig. Die Identifikation der Blöcke ist nicht mit konkreten Planungen von Erdwärmesonden verbunden. Das wirtschaftliche Umsetzungspotenzial bleibt unberücksichtigt und mit der Kennzeichnung geht keine unmittelbare rechtliche Verbindlichkeit hinsichtlich der wasserbehördlichen Zulassungsfähigkeit einher.

Für die Ermittlung potenzieller Wärmeentzugsmengen können die konkreten Flächen zum Beispiel mit den Daten (Wärmeleitfähigkeiten, Wärmeentzugsleistungen) zu oberflächennaher Geothermie von 2011 (Umweltatlas Berlin: Geothermisches Potenzial) verschnitten werden.

Karten zur Potenzialanalyse Solarthermie

Die Karten zeigen die Ergebnisse einer Auswertung der verfügbaren Daten zu Solarthermiepotenzialen auf Berliner Dachflächen. Dargestellt sind Gebäude bzw. Baublöcke mit einem Solarthermiepotenzial, das für eine Einspeisung in Nahwärmenetze als geeignet erscheint. Berücksichtigt wurden Dachflächen von mindestens 3.000 m² Bruttokollektorfläche, sofern kein Denkmalschutz und keine vorhandenen PV-Anlagen vorlagen.

Grundlage für die Analyse und Auswertung sind die Daten zum Solarpotenzial, die 2021 im Rahmen der Masterplan Solarcity erhoben bzw. berechnet wurden und die beispielsweise im Energieatlas verfügbar sind.

Die Karten zu den Wärmeversorgungsgebieten des Wärmeplans 2026 sind zudem im Berliner Geoportal unter „Fachkarten“ > „Planungsunterlagen, Kataster“ verfügbar.

Kontakt

Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt

Referat Klimaschutz, Klimaanpassung und Nachhaltigkeit