Zudem wurde im Rahmen der Wärmeplanung eine ergänzende Karte zur Verortung der Flächenpotenziale für oberflächennahe Geothermie zur Versorgung von Nahwärmenetzen erstellt. Die Karte basiert auf Ergebnissen einer Flächen- und Potenzialanalyse im Auftrag der Berliner Energie- und Netzholding GmbH. Die durchgeführte Flächen- und Potenzialanalyse ermittelte als Teilergebnis pro Block die verfügbare Freifläche zur Installation von Erdwärmesonden (EWS) in Verbindung mit einem Konfliktrisiko in Bezug auf die Erschließung der Ressource. Dabei werden Gebäudegrundflächen, registrierte Stadtbäume, Verkehrsinfrastruktur und anderen technische Kriterien sowie zur Bestimmung des Konfliktrisikos Wasserschutzgebiete, ausgewiesene (Natur-)Schutzgebiete, Denkmal-/Ensembleschutz und geologische bzw. hydrogeologische Einschränkungen wie Gebiete mit erhöhter Salzkonzentration im Grundwasser berücksichtigt.
Auf Grundlage der Flächenanalyse wurden im Rahmen der Wärmeplanung ISU5-Teilblöcke identifiziert, die ein technisches Potenzial für die Verbringung einer bestimmten Anzahl von Erdwärmesonden aufweisen und dabei kein ermitteltes Konfliktrisiko aufweisen. Die Darstellung in der Karte differenziert nach einem Flächenpotenzial für die Anzahl von Erdwärmesonden >= 100; >= 150; >= 200 und >= 250. Dabei wurden über den Ausschluss von Gebieten in der Flächenanalyse hinaus weitere Teilblöcke mit Konfliktrisiken (z. B. Flächen des Kompensationskatasters) ausgeschlossen.
Die Karte liefert Indizien für ein hohes Umsetzungspotenzial und soll eine nähere Betrachtung etwa durch interessierte Betreiber möglicher Nahwärmenetze anreizen. Den Schluss zu ziehen, dass in allen nicht markierten Blöcken Geothermie ausgeschlossen ist, wäre jedoch falsch. Außer in Wasserschutzgebieten ist Geothermie über das gesamte Stadtgebiet grundsätzlich erlaubnisfähig. Die Identifikation der Blöcke ist nicht mit konkreten Planungen von Erdwärmesonden verbunden. Das wirtschaftliche Umsetzungspotenzial bleibt unberücksichtigt und mit der Kennzeichnung geht keine unmittelbare rechtliche Verbindlichkeit hinsichtlich der wasserbehördlichen Zulassungsfähigkeit einher.
Für die Ermittlung potenzieller Wärmeentzugsmengen können die konkreten Flächen zum Beispiel mit den Daten (Wärmeleitfähigkeiten, Wärmeentzugsleistungen) zu oberflächennaher Geothermie von 2011 (Umweltatlas Berlin: Geothermisches Potenzial) verschnitten werden.