Freilandausstellung Bahnbrechende Natur

Einführung in die Ausstellung

Quelle: Lokaler Server
Formate: audio/mp3

Steg im Naturschutzgebiet

Auf einem Rundgang mit 42 Tafeln – davon 30 Tafeln mit außergewöhnlichen, detailstarken Fotos und 12 inklusiven Tafeln mit taktilen Elementen und einem Kunstobjekt – regt die Ausstellung „Bahnbrechende Natur“ dazu an, die Stadtnatur zu entdecken.

  • Die taktile Ausstellung soll für alle Besucher auch unter Coronabedingungen nutzbar sein. Bitte desinfizieren Sie vor und nach Gebrauch der taktilen Tafeln Ihre Hände. Hygienespender stehen vor Ort zur Verfügung: neben dem Ausstellungstisch auf dem Platz und am Beginn und Ende des Gleissteges.

Audiodateien zur Ausstellung

Zu allen Themen finden Sie auf den folgenden Seiten eine Hörfassung mit den Ausstellungstexten, ausführlichen Bildbeschreibungen und vereinzelt auch Tierstimmen.

Sounddesign: picaroMedia
Tierstimmen: Tierstimmenarchiv des Museums für Naturkunde Berlin

Auf einzelnen Seiten finden Sie außerdem Gebärdenvideos.

Natur-Park Schöneberger Südgelände – Wildnis mitten in der Stadt

Ausstellungstisch

Der Natur-Park Schöneberger Südgelände ist eine Naturoase, die sich mitten in der Großstadt Berlin auf dem ehemaligen Rangierbahnhof Tempelhof entwickelt hat. Eine Besonderheit ist seine Verbindung von Natur, Bahnrelikten und Kunst. Um den Artenreichtum und die Naturentwicklung langfristig zu erhalten, wurde er 1999 als Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiet gesichert. Rücksichtnahme und die Achtung vor Tieren und Pflanzen tragen dazu bei, den Natur-Park Schöneberger Südgelände und seine Einrichtungen zu erhalten.

Logo „Barrierefreiheit geprüft: teilweise barrierefrei für Menschen mit Gehbehinderung, Rollstuhlfahrer, Menschen mit Sehbehinderung und blinde Menschen"

Der Natur-Park Schöneberger Südgelände wurde 2021 erstmals von “Reisen für Alle” auf Barrierefreiheit geprüft und erhält die Zertifizierung bis Mai 2024.

Dampflok mit Wasserturm

Bitte beachten Sie die Schutzgebietsverordnung vom 3. März 1999 und die Parkordnung (Auszug):

  • Hunde dürfen in den Natur-Park nicht mitgenommen werden.
  • Im Natur-Park ist das Fahrradfahren nicht gestattet. Für Fahrräder stehen Stellplätze zur Verfügung.
  • Das Verlassen des Steges im Naturschutzgebiet ist nicht erlaubt.
  • Lassen Sie Blumen und Pflanzen an Ort und Stelle.
  • Wild lebende Tiere dürfen nicht beunruhigt und Nester nicht zerstört werden.
  • Das Sammeln von Früchten und Pilzen ist nicht gestattet.
  • Müll ist in den dafür vorgesehenen Abfalleimern zu entsorgen.
  • Grillen oder das Anlegen von Feuer ist nicht erlaubt.

Plan Natur-Park Schöneberger Südgelände (Ausschnitt)

Der Besuch des Natur-Parks ist kostenpflichtig. Bitte lösen Sie Ihre Eintrittskarte an den Automaten der Eingänge (siehe Plan).

Wiese mit Steg und den alten Gleisen

Natur-Park Schöneberger Südgelände

Der Natur-Park verdankt seine Entstehung den politischen Entwicklungen nach Kriegsende, der Aufgabe des Rangierbahnhofs im geteilten Berlin, seinem besonderen ökologischen Wert inmitten der Stadt und dem Engagement einer Bürgerinitiative. Das Konzept einer Grüntangente wird entwickelt. Natur-Park Schöneberger Südgelände

Rispen-Flockenblume

Bahnbrechende Natur

Der Natur-Park ist Lebensraum seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Ein Großteil der Fläche steht unter Naturschutz. Der etwa 18 Hektar große Park verfügt über zwei behindertengerechte Rundwege. Veranstaltungen und neue Wege der Umweltbildung verbinden Wissenschaft, Kunst und Naturschutz. Bahnbrechende Natur

Dampflokomotive 50 3707

Technische Sehenswürdigkeiten

Im Gelände finden sich einige Sehenswürdigkeiten. Solche aus der Bahnära wie der 50 Meter hohe, restaurierte Wasserturm - Wahrzeichen des Geländes, die 1940 gebaute Dampflokomotive 50 3707 sowie die restaurierte Drehscheibe. Die Beschleunigungsröhren sind zwei L-förmige, tunnelartige Installationen. Technische Sehenswürdigkeiten

Blick über den Rangierbahnhof vom Wasserturm Richtung Norden, 1935

Geschichte und Entwicklung

Der Natur-Park verdankt seine Entstehung den politischen Entwicklungen nach Kriegsende, der Aufgabe des Rangierbahnhofs im geteilten Berlin, seinem besonderen ökologischen Wert inmitten der Stadt und dem Engagement einer Bürgerinitiative. Das Konzept einer Grüntangente wird entwickelt. Geschichte und Entwicklung

Plan des südlichen Bereichs des Verschiebebahnhofs Tempelhof mit Bahnbetriebswerk (1934)

Verschiebebahnhof Tempelhof

Ende des 19.Jahrhunderts erforderte zunehmender Personen- und Güterverkehr den Neubau von Werkstätten und Rangierbahnhöfen. Die Gesamtleistung des Verschiebebahnhofs Tempelhof lag an zweiter Stelle unter den neun Rangierbahnhöfen Berlins. Hier wurden Züge der Dresdener und Anhalter Bahn abgewickelt. Verschiebebahnhof Tempelhof

Luftbild, 1953

Luftbilder 1953 · 1989 · 2015

Luftbilder von 1953, 1989 und 2015 lassen erkennen, wie sich die Natur das ehemalige Bahngelände nach und nach zurückerobert und sich immer stärker Gehölze ausbreiten. Inzwischen bedecken sie mehr als Zweidrittel des Geländes. Luftbilder 1953 · 1989 · 2015

Metalleule ODIOUS

Schutz und Pflege

Der Natur-Park wird ab 1996 durch die Grün Berlin GmbH entwickelt, Baumaßnahmen werden großzügig durch die Allianz Umweltstiftung gefördert. 1999 wird das Gelände unter Schutz gestellt. Pflegemaßnahmen der Obersten Naturschutzbehörde steuern die Sukzession und verhindern eine vollständige Bewaldung. Schutz und Pflege

Fuchs

Die Natur kehrt zurück

Mit der Aufgabe der Bahnnutzung nehmen Tiere und Pflanzen das Gelände wieder in Besitz. Die Veränderung und zeitliche Abfolge unterschiedlicher Gemeinschaften aus Pflanzen und Tierarten wird „Sukzession“ genannt. Das Endstadium ist ein Waldtyp, der den jeweiligen Standortbedingungen entspricht. Die Natur kehrt zurück

Luftbild mit Nord-Süd Grünzug. Rechts im Bild befindet sich der Park am Gleisdreieck, links oben der Bahnhof Südkreuz. Weiter links (nicht mehr im Bild) schließt der Natur-Park Schöneberger Südgelände an.

Grüntangente und Biotopverbund

Der Natur-Park ist mit dem Park am Gleisdreieck durch die Fuß- und Radwegeverbindung über den Flaschenhals-Park verbunden. Für den Erhalt der biologischen Vielfalt spielt der Biotopverbund eine große Rolle. Gerade Bahndämme sind dabei von besondere Bedeutung. Grüntangente und Biotopverbund

Die Sonntagsforscher

Natur und Kultur verbinden

Die Stahl-Kunst von ODIOUS, Bahnrelikte und wilde Natur geben dem Natur-Park seinen besonderen Charakter. Im Gelände werden vielfältige Aktivitäten und Projekte rund um oder in Verbindung mit der Natur angeboten. Natur und Kultur verbinden

Giardino Segreto

Giardino Segreto

Die Künstlergruppe ODIOUS errichtete mit 30 stählernen Kuben und Skulpturen auf dem 130 Meter langen und 22 Meter breiten ehemaligen Lagerplatz des Rangierbahnhofs einen Giardino Segreto, italienisch: „geheimer Garten“ . Giardino Segreto

Kunstobjekt Waldohreule

Kunstobjekt Waldohreule

Die Waldohreule ist Symbol für den Naturschutz. Für die Freilandausstellung schuf der Bildhauer Stephan Hüsch 2019 ein Kunstobjekt aus Kunststein, das in wesentlichen Zügen dem natürlichen Vorbild entspricht. Wie Waldohreulen aussehen und was sie besonders auszeichnet, erfahren Sie hier. Kunstobjekt Waldohreule

Amsel

Artenvielfalt dank Schutz und Pflege

Auf den nährstoffarmen, trockenen Kies- und Schotterböden des ehemaligen Bahngeländes siedelte sich eine an diese Bedingungen angepasste Tier- und Pflanzenwelt an. Um die Lichtungen zu erhalten, wird dem Vordringen von Bäumen und Sträuchern durch Pflegemaßnahmen Einhalt geboten. Artenvielfalt dank Schutz und Pflege

Seidenbiene

Gefährdete Arten zwischen den Gleisen

Viele gefährdete Insektenarten, wie Langhorn- und Seidenbiene, Heidegrashüpfer und Blauflügelige Ödlandschrecke kommen auf den Offenflächen vor. Das Wiesen-Habichtskraut hat hier eines seiner wenigen Vorkommen in Berlin. Ideale Lebensbedingungen findet die europaweit geschützte Zauneidechse. Gefährdete Arten zwischen den Gleisen

Wiesen-Habichtskraut

Blütenmeer im Gleisbett

Die blütenreichen Wiesen ziehen viele Insekten, darunter Schmetterlinge an. Wie auch bei den Wildbienen sind viele an bestimmte Futterpflanzen gebunden. Der Schwalbenschwanz bevorzugt rotviolette bis blaue Blumen wie Natternkopf und Flockenblume, seine Raupe aromatische Doldenblütler wie Wilde Möhre. Blütenmeer im Gleisbett

Langhornbiene

Artenreichtum auf engem Raum

Wildbienen ernähren sich von Pollen und Nektar der Blüten. Etwa 30 % der Arten sind auf bestimmte Blühpflanzen angewiesen. Bienen sind weltweit die wichtigsten Bestäuber. Anders als die Honigbiene nisten Wildbienen im Boden, andere in Pflanzenstängeln. Mehr über ihren Lebenszyklus lesen sie hier. Artenreichtum auf engem Raum

Grünes Heupferd

Lautstarke Hüpfer

Im Natur-Park kommt u.a. der Heidegrashüpfer vor, eine typische Art der Sandtrockenrasen. Heuschrecken unterscheiden sich in ihrer Gestalt, aber auch in ihren Lauten, an denen sie sich wie Vögel erkennen lassen. Die Lauterzeugung geschieht auf unterschiedliche Weise. Lautstarke Hüpfer

Neuntöter

Gefiederte Rückkehrer

Der Wald nimmt mehr als zwei Drittel des Geländes ein. Nachtigall und Buntspecht gehören zu den Vogelarten, die die parkartigen Waldbereiche bevorzugen. Der Neuntöter fühlt sich in den nur locker mit Gehölzen durchsetzten Flächen wohl. Stieglitze finden hier Samen aller Art und der Turmfalke Mäuse. Gefiederte Rückkehrer

Birken in Gleisen

Der Wald ist auf dem Vormarsch

Hier lässt sich die Waldentwicklung auf einer innerstädtischen Brache verfolgen. Birken und Robinien, die sich als Pioniergehölze angesiedelt hatten, werden nun durch die nächste Baumgeneration aus nährstoffliebenden Arten wie Linde, Spitzahorn und Stieleiche abgelöst. Der Wald ist auf dem Vormarsch

 Hänge-Birke

Baumporträts

Im Gelände kommen verschiedene Baumarten vor. Ausgewählte Arten werden vorgestellt. Was Hänge-Birke, Zitterpappel, Robinie und Stieleiche unterscheidet, erfahren sie hier. Baumporträts

  • Plan Natur-Park Schöneberger Südgelände

    JPG-Dokument (2.7 MB)
    Bild: Max Ley (Illustration)

Mauerpfefferblüte

Öffnungszeiten

von 09:00 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit – bei Abendveranstaltungen auch länger.
Bitte beachten Sie, dass das Gelände abgeschlossen wird.

Führungen und Veranstaltungen

Hinweise entnehmen Sie bitte den aktuellen Aushängen oder der Website Natur-Park Schöneberger Südgelände.

Einen angenehmen und erholsamen Besuch wünschen Ihnen die Parkverwaltung Grün Berlin GmbH, das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin und die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz – Oberste Naturschutzbehörde.

Die Informationstafeln im Natur-Park wurden von der Oberste Naturschutzbehörde der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutzerstellt. Erschließung und Gestaltung des Natur-Parks wurden unterstützt durch die Allianz Umweltstiftung. Das Planungskonzept wurde von der Arbeitsgemeinschaft planland/ÖkoCon entwickelt.

Gebärdenvideo „Einführung in die Ausstellung“

videopreloader

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Formate: video/youtube

  • Im sanften Sonnenlicht ein Blick auf zwei parallel verlaufende ehemalige Gleise. Hohe Gräser, Pflanzen und Bäume überwuchern die Gleisbetten. Aus dem Erdboden ragen schlanke Birkenstämme mit ihrer charakteristischen weiß-dunklen Färbung in die Höhe. Dicht stehende Büsche säumen die früheren Schienenstränge. Das üppige Blattwerk changiert in verschiedenen Grüntönen.

    Birken in Gleisen

  • Ein Blick von der Seite auf eine ausrangierte Dampflokomotive der Baureihe 50, die ein bekanntes Wahrzeichen des Geländes darstellt. Die imposante schwarze Lok mit ihrem leuchtend roten Fahrwerk steht auf einem ehemaligen Gleis. Am linken Bildrand sprießen Bäume und dichtes Unterholz aus dem Erdboden. Die Lok wurde 1940 gebaut. Nach dem Krieg verblieb sie in der DDR. Ausgemustert Anfang der 80er Jahre diente sie noch als Heizlok. Nach der Wende wurde sie zunächst von Eisenbahnfreunden in Halberstadt erworben. Heute erfreut sie die Besucher im Natur-Park Südgelände.

    Dampflok

  • In Großaufnahme ist ein rotes stählernes Sehrohr abgebildet, das von der Form her einem Fernglas ähnelt. An einem Stab sind zwei kurze Rohre angebracht, die einen fokussierten Bildausschnitt ermöglichen. Unscharf im Hintergrund ist der Giardino Segreto erkennbar. Auf einem 130 Meter langen und 22 Meter breiten ehemaligen Lagerplatz plante und errichtete die Künstlergruppe ODIOUS eine moderne Interpretation des Giardino Segreto. Hinter einer Betonmauer gibt es stählerne Kuben und Skulpturen, von Stahlkanten eingefasste Rasenbeete und Bänke mit Steinkissen - ein bewusster Kontrast zu der urwüchsigen Natur des umgebenden Natur-Parks.

    Kunstobjekt im Giardino, ODIOUS

  • Das Foto zeigt einen Blick durch eine große rote tunnelartige Röhre, die sogenannte Beschleunigungsröhre – eines der vielen Kunstobjekte im Park. Der Weg führt über ein Riffelblech geradewegs durch die Röhre hindurch und verläuft dahinter schnurgerade durch einen dicht bewachsenen Bereich des Natur-Parks. Die Röhre markiert den Wechsel vom „technischen“ „Gebäude-Bereich“ des Geländes zur Natur „ins Grüne“.

    Kunstobjekt Beschleunigungsröhre