Gesamtstädtische Ausgleichskonzeption (GAK)

Wiese mit sitzenden Menschen, Bäumen und Gebäuden des Potsdamer Platz im Hintergrund.

Eine Strategie, die schlauen Ausgleich schafft

Wenn Wohnungen, Schulen oder Straßen gebaut werden, geht das fast immer zulasten der Natur. Das Bundesnaturschutzgesetz schreibt vor, diese Schäden auszugleichen. Im dicht bebauten Berlin ist das oft schwer möglich – insbesondere direkt vor Ort. Abhilfe schafft die Gesamtstädtische Ausgleichskonzeption (GAK): Sie ermöglicht es, solche Kompensationen zu bündeln und die geforderte Wiedergutmachung an der Natur dort zu leisten, wo sie sich sinnvoll umsetzen lässt, am nötigsten ist und möglichst viele positive Auswirkungen hat auf Mensch und Natur. Die GAK identifiziert dafür geeignete Räume im Stadtgebiet.

Ziele für Berlin

  1. Geeignete Kompensationsflächen identifizieren und sichern
  2. Ausgleichsmaßnahmen umsetzen mit größtmöglichen Effekten auf Naturhaushalt und Lebensqualität
  3. Kompensationen für mehrere kleine Bauvorhaben bündeln für insgesamt größere Wirksamkeit
  • Zwei Menschen stehen auf einem Hügel mit Blick über die Stadt im Sonnenuntergang.

    Ein Leitprojekt der GAK: der Biotopverbund Wuhletal, beliebter Erholungsort im Nordosten der Stadt. Die Ahrensfelder Berge eröffnen prächtige Aussichten.

  • Wiese im Gleisdreieckpark mit Bäumen, Menschen und Brücke im Hintergrund, links ein modernes Gebäude.

    Der Park am Gleisdreieck zwischen Kreuzberg und Schöneberg entstand als Kompensation für die Baumaßnahmen am Potsdamer und Leipziger Platz.

  • Gepflasterter Weg mit Geländern im Park, umgeben von Büschen und Bäumen, zwei Menschen joggen in Richtung Sonnenuntergang.

    Ein Beispiel für gelungene Bündelung: Der Park am Nordbahnhof gleicht 15 kleinere Bauprojekte aus – und bietet viel Raum für Stadtnatur und Erholung.

  • Frau mit Rucksack steht auf einer Wiese und blickt auf Bäume im Sonnenuntergang.

    Ökokonto Hobrechtsfelde/Buch und Möllersfelde: Eine Erholungslandschaft mit offenen und waldgeprägten Räumen entsteht als Ausgleich für künftige Bauprojekte.

  • Kleiner Teich mit grünem Algenbewuchs, umgeben von dichten Bäumen und Sträuchern.

    Mit dem Programm Blaue Perlen werden kleine Still- und Fließgewässer wieder in lebenswerte Habitate verwandelt – für Kröte, Libelle und Co.

  • Drei zottelige Rinder grasen und stehen in einem Bach auf einer Wiese, Bäume im Hintergrund.

    Das Ökokontoprojekt Malchower Auenlandschaft lässt eine abwechslungsreiche, vom Wasser geprägte Feldmark entstehen. Alte Rinderrassen helfen bei der Landschaftspflege.

  • Zwei Menschen fahren mit Fahrrädern auf einem Weg neben einem schmalen Kanal, Bäume und großer Schornstein im Hintergrund.

    Lange floss die Südpanke als trauriges Flüsschen durch unterirdische Rohre. Heute bildet sie dank der GAK das Rückgrat eines 2,9 Hektar großen Grünzugs.

Inhalte des Programmplans

Die Gesamtstädtische Ausgleichskonzeption (GAK) dient dazu, naturschutzrechtliche Kompensationen, die nicht am Eingriffsort umsetzbar sind, in passende Räume zu lenken. Um diese zu finden, stützt sich die GAK auf die vier anderen Programmpläne des Landschaftsprogramm (LaPro): In welchem Viertel gibt es zu wenig Grünflächen? Wo sollten Biotope vernetzt werden? Welche Maßnahmen könnten Boden, Wasser, Luft und Klima besser schützen? Wo gibt es Lücken im Netz der Grünen Hauptwege? Daraus ergeben sich exakte Herleitungskriterien.

Aufbauend auf solchen Analysen benennt die GAK sogenannte Ausgleichssuchräume, also Orte, die sich für Kompensationen anbieten und an denen möglichst viele Ziele des LaPro auf einmal erreicht werden können: Mensch und Natur sollen gleichermaßen profitieren. Drei Ausgleichssuchräume sind gesamtstädtisch von besonderer Bedeutung. Hier sollen Kompensationen vorrangig stattfinden:

  • in der dicht bebauten Innenstadt
  • im Berliner Freiraumsystem
  • in den vier Naherholungsgebieten Berliner Barnim, Müggelspree, Grunewald und Tegeler/Spandauer Forst

Besonders attraktiv für eine Kompensation sind Flächen mit hohem Aufwertungspotenzial wie Brachflächen, ehemalige Rieselfelder oder einst landwirtschaftlich intensiv genutzte Flächen. Sie lassen sich in Orte (zurück-)verwandeln, wo Gewässer wieder frei fließen, Arten Lebensräume und Menschen Erholung finden. Da die Zahl großer Freiflächen beschränkt ist, ermöglicht die GAK auch Maßnahmen, die sich kleinräumig umsetzen lassen. Dazu zählen etwa begrünte Dächer, renaturierte Ufern oder Blühwiesen, die Bestäubern Nahrung geben.

Berliner Ökokonto

Um die GAK noch flexibler zu gestalten, hat Berlin für stadtpolitisch bedeutsame Bauvorhaben ein sogenanntes Ökokonto eingerichtet. Das Instrument erlaubt es, eine naturschutzfachlich gebotene Kompensation im Voraus zu leisten. Konkret: Noch vor dem ersten Spatenstich wird eine geeignete Fläche ökologisch aufgewertet, indem etwa Biotope angelegt werden. Dadurch wird ein Öko-Plus erwirtschaftet. Wenn später an einem anderen Ort die Bagger rollen, entsteht ein Öko-Minus, das mit dem Plus verrechnet wird. Das Ökokonto soll insbesondere den dringend benötigten Wohnungsneubau beschleunigen.

Gesamtstädtische Ausgleichskonzeption, Stilisierte Berlinkarte mit gelben, blauen und grünen Flächen, Kreis- und Strahlenstruktur auf hellem Hintergrund.

In der Gesamtstädtischen Ausgleichskonzeption werden in den dargestellten Bereichen Möglichkeiten für die Verbesserung von Natur und Landschaft durch Kompensation gesehen. Dazu zählen die Innenstadt (gelbe Fläche im Zentrum), die Achsen (blaugrün) und Ringe (grün) des Berliner Freiraumsystems sowie die großen Naherholungsgebiete Berliner Barnim (oben), Müggelspree (rechts unten), Grunewald (links unten) und Tegeler/Spandauer Forst (links oben).

Person schaukelt an einer großen roten Schaukel auf einer Wiese, Baum links, Hügel im Hintergrund.

Herleitungskriterien der Gesamtstädtischen Ausgleichskonzeption

Welche Flächen eignen sich am besten für eine Kompensation im Sinne der Gesamtstädtischen Ausgleichskonzeption? Orientierung bieten die Herleitungskriterien. Weitere Informationen

Feldlandschaft mit Wiesen, Bäumen und Weg, Sonnenuntergang am Horizont.

Berliner Ökokonto

Ausgleich schaffen bevor überhaupt gebaut wurde? Diese Möglichkeit bietet ein bauleitplanerisches Ökokonto. Weitere Informationen

  • Gesamtstädtische Ausgleichskonzeption

    Karte

    PDF-Dokument (4.7 MB) - Stand: Dezember 2017

  • Broschüre

    Kapitel 6

    PDF-Dokument (1.1 MB) - Stand: Dezember 2017

  • Erläuterung und Begründung

    Kapitel 6

    PDF-Dokument (3.2 MB) - Stand: Dezember 2016

Kontakt

Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
Abteilung Naturschutz und Stadtgrün
Referat Naturschutz, Landschaftsplanung, Forstwesen