Fragen und Antworten zu öffentlichen Toiletten in Berlin

Öffentliche Toilette in Berlin
  • Wie viele öffentliche Toiletten gibt es in Berlin?

    Berlinweit werden der Öffentlichkeit 485 Toiletten zur Verfügung gestellt (Stand Juni 2025).

    Davon werden 321Toiletten und Pissoirs von der Firma Wall im Rahmen des Berliner Toilettenvertrages betrieben. Die Wall GmbH betreibt 278 automatische Modultoiletten – die sogenannten „Berliner Toiletten“ – und 43 ältere Anlagen, sogenannte Bestandsanlagen, wie z. B. die historischen „Café Achteck“ und die WC-Center. Der Vertrag wurde 2018 über eine Laufzeit von 15 Jahren geschlossen. Eigentümer der Berliner Toiletten ist das Land Berlin. Mit den Berliner Toiletten wurden die ehemaligen City Toiletten sukzessive ersetzt.

    Zusätzlich betreibt die Wall GmbH bis Ende 2025 insgesamt 31 autarke Sanitärcontainer, die sich vor allem im Bereich der Badestellen und Grünflächen in den westlichen Berliner Bezirken befinden.

    Bis Frühjahr 2026 werden Parks- und Grünflächen mit 24 autarken Trockentrenntoiletten – den „Parktoiletten“ – versorgt.

    Erweitert wird das Angebot an öffentlichen Toiletten durch Toiletten anderer Betreiber wie die Bezirke, die landeseigene Grün Berlin GmbH oder kommerzielle Anbieter. Um die Versorgung mit öffentlichen Toiletten weiter zu verbessern, werden seit Juni 2025 schrittweise auch Toiletten in Einrichtungen der öffentlichen Hand erfasst.

  • Wie finde ich eine öffentliche Toilette in Berlin?

    Auf unserer interaktiven Karte sind alle erfassten Toiletten aufgeführt. Diese Karte ist auch im Geoportal des Landes Berlin abrufbar.

    Eine Übersicht über die Berliner Toiletten und weitere öffentliche Toilettenanlagen finden Sie auch in der App „Berliner Toilette“. Die App verfügt über eine Wegweiserfunktion, mit der Sie sich bei Bedarf zur nächsten Toilette führen lassen können.

  • Was kostet die Benutzung der öffentlichen Toiletten?

    Von den 278 Berliner Toiletten sind 107 kostenfrei nutzbar. Dabei handelt es sich um alle Standorte mit integrierten kostenfreien Pissoirs. So wird eine finanzielle Gleichbehandlung der Geschlechter gewährleistet. Die Parktoiletten, die Sanitärcontainer sowie einige der Bestandstoiletten sind ebenfalls kostenfrei nutzbar. Somit sind etwa 50 Prozent der öffentlichen Toiletten in Berlin kostenfrei nutzbar.

    Für die Benutzung der Berliner Toiletten ohne Pissoir wird eine Gebühr von 50 Cent erhoben. Informationen zum Nutzungsentgelt an den einzelnen Standorten können unserer interaktiven Karte oder der App „Berliner Toilette“ entnommen werden.

    Mit einem Euro-Toilettenschlüssel können alle Berliner Toiletten von Menschen mit Behinderung, die auf barrierefreie Toiletten angewiesen sind, entgeltfrei genutzt werden. Dieser kann zum Beispiel beim Sozialverband VdK Berlin-Brandenburg erworben werden.

  • Wie erfolgt die Bezahlung an den entgeltpflichtigen Toiletten?

    Die Nutzung der Berliner Toiletten erfolgt seit einer Einbruchserie im Dezember 2021 vollständig bargeldlos. So wurde das Risiko weiterer Einbrüche in Toiletten erheblich reduziert.

    Der Zugang zu den entgeltpflichtigen Berliner Toiletten ist per Girokarte, BVG-Guthabenkarte, Kreditkarte, Apple Pay oder Google Pay sowie über die App „Berliner Toilette“ per PayPal möglich.

    Mit einem Euro-Toilettenschlüssel können alle Berliner Toiletten von Menschen mit Behinderung, die auf barrierefreie Toiletten angewiesen sind, entgeltfrei genutzt werden. Dieser kann zum Beispiel beim Sozialverband VdK Berlin-Brandenburg erworben werden.

  • Verdient Berlin mit den öffentlichen Toiletten Geld?

    Die öffentlichen Toiletten sind Teil der öffentlichen Infrastruktur. Ein kostendeckender Betrieb ist mit dem Benutzungsentgelt nicht möglich, der Betrieb der Toilettenanlagen kostet mehr als das 10-fache der Einnahmen aus dem Benutzungsentgelt.

  • Was kostet die Aufstellung einer Berliner Toilette?

    Die Höhe der Beschaffungskosten einer Berliner Toilette hängt von der Größe und der Ausstattung ab. Im Durchschnitt, über alle Ausstattungsvarianten hinweg, liegen die Kosten bei ca. 135.000 Euro. Da bereits alle im Berliner Toilettenvertrag geplanten Berliner Toiletten errichtet wurden, werden neue Berliner Toiletten nur noch im Einzelfall, z. B. nach Brandschäden, aufgestellt.

  • Wie sind die öffentlichen Toiletten ausgestattet? Sind sie barrierefrei?

    Alle Berliner Toiletten sind Unisextoiletten und barrierefrei (nach DIN 18040 – Teil 1 „Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen – Teil 1: Öffentlich zugängliche Gebäude“ Abschnitt 4.4 und 4.5.“).

    Von den Berliner Toiletten sind 107 Anlagen mit kostenfreien Pissoirs und 105 mit Wickeltischen ausgestattet.

    Alle Berliner Toiletten können von Menschen mit Behinderung, die auf barrierefreie Toiletten angewiesen sind, entgeltfrei mit dem Euro-Toilettenschlüssel geöffnet werden.

    Auf der Karte mit Standorten auf dieser Homepage sowie im Geoportal des Landes Berlin und der App „Berliner Toilette“ finden Sie auch zu den anderen Toiletten Informationen darüber, ob sie barrierefrei bzw. barrierearm sind und ob sie über einen Wickeltisch und ein kostenfreies Pissoir verfügen. Dort sind in der Regel auch die Öffnungszeiten, das Nutzungsentgelt und die Zahlungsart aufgeführt.

  • Welche Hygienestandards gelten für die öffentlichen Toiletten?

    Die Berliner Toiletten reinigen automatisch nach jeder Benutzung. Zusätzlich werden sie mindestens einmal täglich nach einem definierten Reinigungsprozess manuell gereinigt.

    Die Wall GmbH, welche die Berliner Toiletten und einige Bestandsanlagen für das Land Berlin betreibt, muss einen einwandfreien hygienischen und sauberen Zustand der Toiletten garantieren. Mitarbeitende der Berliner Wasserbetriebe prüfen regelmäßig alle Toilettenanlagen und bewerten unter anderem die Sauberkeit. Wenn diese im Schnitt unter den vereinbarten Standards liegt, wird das Betriebsentgelt reduziert.

    Auch der Betreiber der Parktoiletten ist vertraglich zur täglichen Reinigung gemäß festgelegter Kriterien verpflichtet.

  • Warum haben die Stehpissoirs der Berliner Toiletten keinen umfassenden Sichtschutz?

    Für die Anlagen mit Pissoirs wurde ganz bewusst eine Schamwand und keine Tür gewählt, um keine „dunklen Orte“ zu schaffen. Eine öffentliche Toilette soll zwar einerseits – trotz ihres „öffentlichen“ Charakters – ein gewisses Gefühl von Privatheit vermitteln, damit sie auch angenommen und genutzt wird. Andererseits ist ausreichende Einsehbarkeit wichtig, damit ohne weiteres erkennbar ist, ob das Pissoir bereits genutzt wird. Dies dient vor allem als Schutz vor Missbrauch der Pissoirs. Nicht einsehbare Ecken oder Nischen werden eher zweckentfremdet genutzt, etwa um Drogen zu konsumieren oder sich dort dauerhaft aufhalten.

    Der Sichtschutz ist so gewählt, dass höchstens der Rücken gesehen werden kann. Ein breiterer Sichtschutz ist nicht möglich, da sonst der Durchgang zu schmal wird.

  • Gibt es neben Stehpissoirs auch ähnliche Unisex-Angebote?

    Das Berliner Toilettenkonzept, auf dem die heutige Versorgung mit öffentlichen Toiletten in Berlin maßgeblich beruht, behandelte die öffentlichen Toiletten auch unter dem Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit und ging dabei auch der Möglichkeit zur Installation von Unisex-Urinalen nach. Bei der Erstellung des Konzepts lagen noch keine Untersuchungen oder Studien und Erfahrungen vor, wie sich solche Urinale in der Praxis als zusätzliches Angebot in die Toilettenanlagen integrieren lassen. Im Ergebnis wurde von dem Einbau von Unisex-Urinalen in die Berliner Toiletten abgesehen, da die Akzeptanz und damit auch die erwartbare Nutzung der Urinale zu diesem Zeitpunkt gering war.

    Urinale für Frauen sind inzwischen aber verstärkt Thema im öffentlichen Diskurs. Im Rahmen des von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt durchgeführten Parktoilettenprojekts werden deshalb seit April 2023 autarke Toiletten mit Unisex- oder Hockurinalen in Parks getestet und deren Benutzung evaluiert. Die Ergebnisse fließen in zukünftige Bedarfs- und Angebotsauswertungen ein.

  • Wie können Bürgerinnen und Bürger die Versorgung mit öffentlichen Toiletten mitgestalten?

    Bei der Entwicklung der Berliner Toiletten wurden in einem breit angelegten partizipativen Abstimmungsverfahren zahlreiche Behinderten- und Seniorenverbände einbezogen. So konnte die Ausgestaltung der neuen Toiletten an die Bedürfnisse der Nutzenden angepasst werden. Im Zuge des Partizipationsverfahrens wurde im Herbst 2018 ein Prototyp am Alexanderplatz aufgestellt, der von den Beteiligten begutachtet werden konnte. Die Rückmeldungen und Hinweise der Begutachtung wurden in die Ausgestaltung der Serienproduktion aufgenommen.

    Wenn Sie Fragen, Anmerkungen und Hinweise zu den öffentlichen Toiletten haben, können Sie sich per E-Mail an die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt oder an das Straßen- und Grünflächenamt des betreffenden Bezirkes wenden.

  • Eine Berliner Toilette ist defekt oder weist andere Mängel auf. Wo kann ich dies melden?

    Bitte wenden Sie sich unter Angabe des Toilettenstandorts (eine Standortnummer finden Sie an der Umgebungskarte auf dem Frontmodul, ansonsten reicht auch die Angabe des Straßennamens) an die Betreiberfirma Wall GmbH.

    Sie erreichen die Leitstelle unter: +49 800 092 55 24 und können sich ansonsten mit Ihrem Anliegen auch per E-Mail unter info@wall.de an die Wall GmbH wenden. Die Telefonnummer der technischen Leitstelle der Wall GmbH ist außerdem an jeder Anlage außen im Display und im Innenraum oberhalb der Tür auf einem Aufkleber zu finden.

Kontakt

Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
Abteilung Grundsatz Justiziariat/Recht