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Schutz und Pflege

Quelle: Lokaler Server
Formate: audio/mp3

Mit der planungsrechtlichen Sicherung sowie der vorzeitigen Besitzüberlassung an das Land Berlin durch die Deutsche Bahn AG ist die Voraussetzung dafür geschaffen worden, dass das Areal unter Schutz gestellt und als Natur-Park entwickelt werden konnte. Eine landeseigene Gesellschaft, die Grün Berlin GmbH, begann 1996 mit ersten baulichen Maßnahmen. Der Park wurde großzügig gefördert durch die Allianz Umweltstiftung und als “Weltweites Projekt” der EXPO 2000 eröffnet.

Bildvergrößerung: Auf einem rostbraunen Gerüst thront eines der vielen Kunstobjekte des Parks: Das aus Metall gefertigte Naturschutz-Symbol: die Eule. Die Skulptur hat einen tropfenförmigen, pummeligen Körper, der unten in einer Schwanzspitze endet. Auf dem halbkugelförmigen Kopf sitzen zwei kleine, dreieckige Ohren und ein gebogener spitzer Schnabel. Das Federkleid besteht aus zahllosen übereinander angeordneten rostigen Metallplättchen, die zum Teil von grünem Moos überzogen sind.
Metalleule ODIOUS
Bild: Josef Vorholt

1999 wurde das Schöneberger Südgelände als Landschaftsschutzgebiet und in seiner Kernzone als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Damit wird das Ziel verfolgt, einen für die Naturentwicklung innerhalb der Stadt einmaligen, vielfältig strukturierten Lebensraum sowie die Lebensstätten seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten dauerhaft zu erhalten. Um diesen Schutzzweck zu erfüllen, werden entsprechende Maßnahmen durchgeführt.

Bildvergrößerung: Im Zentrum des Parks, einem Geländeabschnitt mit Trockenrasen, verläuft als begehbare Skulptur in etwa 50 Zentimetern über dem Boden der Gitterrost-Stahlsteg durch das Naturschutzgebiet. Der Steg führt geradewegs auf ein Kunstwerk zu, das entfernt an einen Stuhl mit sehr langen Beinen erinnert. Diese Skulptur akzentuiert die lange Gerade und definiert die Richtungsänderung des Steges. Hier zweigt der etwa ein Meter achtzig breite Steg nach links ab, wo er mit einem Geländer versehen ist.
Ein Steg leitet die Besucher durch das Naturschutzgebiet.
Bild: Jacob Schmidt

Vielfalt und Reiz des Natur-Parks Südgelände sind durch den Wechsel von buntblühenden offenen Flächen und Waldbeständen bestimmt – sie sind das Leitbild für die Gebietsentwicklung. Der von der Obersten Naturschutzbehörde aufgestellte Pflege- und Entwicklungsplan hat den Erhalt der biologischen Vielfalt und der landschaftlichen Schönheit zum Ziel. Geeignete Pflegemaßnahmen – wie die Schafbeweidung – steuern die Sukzession und verhindern eine vollständige Bewaldung.

Bildvergrößerung: Hohe Gräser und blühende Pflanzen überwuchern rostige Bahnschienen, die sich quer durch das Bild ziehen. Die Pflanzen sprießen üppig zwischen den Gleisen, so dass die Schienen kaum noch erkennbar sind. Auf dem Trockenrasen wachsen niedrige krautige Pflanzen mit gelben Blüten und etwas höhere mit kleinen weißen Blütenständen. Schlanke Stängel überragen die Wiese, an ihren Verzweigungen sitzen viele kleine violette Blüten.
Trockenrasen
Bild: Ingo Kowarik
Bildvergrößerung: Auf einer Wiese mit gelben Gräsern weiden Guteschafe. Ihre Wolle variiert zwischen hellgrau und dunkelgrau bis schwarz. Kopf und Beine haben kurzes schwarzes Fell. Die spitzen Hörner sind nach hinten gebogen. Im Hintergrund der Wiese erheben sich hohe Büsche und Bäume. Auch hier ragt die hohe, an einen Stuhl erinnernde Stahlskulptur auf. Halb verdeckt von Laub und Zweigen führt zwischen den Büschen der Stahlsteg hindurch.
Schafe als Landschaftspfleger
Bild: Holger Koppatsch