Das dürfte Sie brennend interessieren.

Kaminöfen bringen Wärme und Gemütlichkeit in jeden Raum. Doch das Heizen mit Holz stößt erhebliche Mengen an Feinstaub und Schadstoffen aus. Mit unseren Rein-Heiz-Geboten heizen Sie besser an: Wer seinen Kaminofen richtig nutzt, minimiert die Belastungen für Umwelt und Klima, spart Geld und sorgt dafür, dass die Nachbarschaft aufatmet.

Mit den Rein-Heiz-Geboten und dem Berliner Ofenführerschein unterstützt die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt alle Berliner und Berlinerinnen dabei, ihre Kaminöfen effizient und emissionsarm zu nutzen.

Gute Nachrichten für alle zukünftigen Ofenprofis

Seit Juli 2025 ist der Berliner Ofenführerschein wieder kostenlos verfügbar.
Dank einer neuen Förderung im Rahmen des Luftreinhalteplans Berlin ist die Teilnahme am digitalen Lernangebot erneut kostenfrei möglich – solange das Kontingent reicht. Das Angebot richtet sich an alle Berliner Ofenbesitzerinnen und -besitzer.

Das ist enthalten:
  • Ein Online-Kurs (ca. 90 Minuten) mit anschaulichen Informationen zu:
    • Auswahl und Lagerung von Brennholz
    • Tipps und Tricks zum richtigen Betrieb des Ofens: Holz sparen und Schadstoffe vermeiden
    • Reinigung, Wartung und Aufgaben der Schornsteinfegerinnen und Schornsteinfeger
    • optional: Nachrüstung oder Neukauf von Öfen
  • Ihr persönlicher Berliner Ofenführerschein
    als digitales Teilnahmezertifikat nach erfolgreichem Abschluss

Jetzt kostenfrei anmelden

Die Rein-Heiz-Gebote

No 1: Heizen Sie Ihr Geld nicht zum Ofen raus.
Wer klug anfeuert, spart.

Mit wenigen Kniffen lassen sich die Betriebskosten eines Kaminofens erheblich senken: nur trockenes, naturbelassenes Holz verwenden, für optimale Luftzufuhr sorgen, Ofen regelmäßig warten lassen. Das spart bares Geld und schont die Umwelt.

No 2: Ihr Nachbar ist kein Räucherfisch.
Benutzen Sie Ihren Ofen klug.

Ein Ofen muss ordentlich qualmen, um gut zu heizen? Von wegen! Wer schädliche Emissionen verringert, tut etwas für die eigene Gesundheit, für eine gute Nachbarschaft – und die Umwelt freut sich auch.

No. 3: Füttern Sie Ihren Kaminofen wie sich selbst.
Regional und nachhaltig.

Wer den Kaminofen regelmäßig nutzt, verfeuert jedes Jahr ungefähr eine 80 Jahre alte Buche. Das ist viel! Umso wichtiger ist es, nur heimisches und nachhaltig produziertes Brennholz zu verwenden. Das verringert die CO2-Belastung und schont Ressourcen.

No. 4: Holz ist ein Genussmittel. Bitte achtsam
verfeuern.

Heizen ist ein angenehmes Vergnügen. 115.000 Kaminöfen stehen allein in Berlin – und können für ziemlich dicke Luft sorgen. Deshalb lieber selten nutzen. Klima und Umwelt sagen Danke.

Weniger ist mehr für saubere Luft, Gesundheit und Klima.

Dank moderner Fahrzeugtechnik hat sich die Luftqualität in den letzten Jahren verbessert. Doch nun rücken Kaminöfen zunehmend in den Fokus –.da sie als relevante Schadstoffquelle verstärkt zur Feinstaubbelastung beitragen. Berlinweit sind rund 115.000 Kaminöfen in Betrieb – und sie belasten die Luft stärker als viele denken.

Weniger Verkehr, mehr Öfen – und neue Herausforderungen für die Luftqualität

Selbst neue Modelle stoßen pro Stunde so viele Schadstoffe aus wie ein Diesel-Pkw auf 100 Kilometern.

Ein bewussterer Umgang mit Heizmöglichkeiten ist daher ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität – und damit auch zum Schutz von Gesundheit und Klima in Berlin.

Umweltbundesamt: Heizen mit Holz
“Beim Verbrennen von Holz können klima- und gesundheitsschädliche Stoffe entstehen.”

Umweltbundesamt: Umweltaspekte
“Verzichten Sie aus ⁠Klimaschutz⁠-, Luftreinhalte- und ökologischen Gründen auf die Nutzung von Holz zur Wärmeversorgung Ihres Hauses.”

Aus dem Schornstein in den Körper.

Was beim Heizen entsteht. Beim Verbrennen von Holz entstehen u. a. Feinstaub (PM10 und PM2,5), Kohlenmonoxid, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Methan, Lachgas und Ruß – gesundheitsschädliche und klimaschädliche Stoffe. Sie gelangen durch den Schornstein in die Außenluft und können Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Probleme verursachen. Dies macht sich vor allem im Winter bemerkbar, wenn mehr geheizt wird und austauscharme Wetterlagen zu dicker Luft führen.

Wärme verbraucht Holz – und das nicht wenig.

Für die Wärmeversorgung durch die rund 115.000 Berliner Kaminöfen werden jährlich etwa 770 Hektar Wald benötigt – das entspricht etwa einem Sechstel der Fläche des Berliner Grunewalds.

Schlauer heizen mit dem Ofenführerschein

Achtsames Heizen ist das Gebot der Stunde – Genau dazu hat die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt aufgerufen.

Ofenprofi-Werdende, die die Chance nutzen möchten, können sich das notwendige Wissen noch bis April 2026 kostenlos aneignen. Mit Beachtung der Rein-Heiz-Gebote und dem Berliner Ofenführerschein in der Tasche heizen sie zukünftig garantiert kostengünstiger, klimaschonender und gesünder -– denn richtiges Heizen reduziert Schadstoffe und sorgt so nicht nur für ein angenehmes Wohnklima, sondern auch für saubere Luft in der ganzen Umgebung.

  • Flyer: Ihr Berliner Ofenführerschein

    PDF-Dokument (652.8 kB)

Kontakt für weitere Fragen zu diesem Thema:
Tel.: 0170-5645873
E-Mail: SauberHeizen@senmvku.berlin.de

Schornsteinfegermeister Sascha Graf

"Das A und O ist der Einsatz der richtigen Brennstoffe.“

Schornsteinfegermeister Sascha Graf gibt Tipps fürs kluge Heizen.

Fragen und Antworten

  • Als Schornsteinfeger bekommen Sie viele Kaminöfen zu sehen. Was ist der häufigste Fehler, den Kaminofen-Besitzer machen?

    Kaminofen-Betreiber in Deutschland werden durch den Schornsteinfeger regelmäßig betreut und beraten. Daher sind sie oft gut eingewiesen und informiert. Wir merken aber immer wieder, dass der Einsatz der richtigen Brennstoffe ein wichtiges Thema ist, und gerade da können schon Fehler passieren.

  • Worauf kommt es dabei an?

    Das A und O ist der richtige Einsatz von zugelassenen Brennstoffen. Der Ofen ist immer nur so gut wie der Betreiber und der ist verpflichtet, nur naturbelassenes, trockenes Holz zu verwenden. Ein weiterer Punkt ist das Anzünden selbst und da kann man auch viel falsch machen. Ein Kaminfeuer wird von oben angezündet und das Feuer brennt von oben nach unten durch. Dadurch entsteht viel weniger Rauchentwicklung und der Schadstoffausstoß wird deutlich reduziert.

  • Warum muss ein neuer Kaminofen vom Schornsteinfeger abgenommen werden? Was haben Kaminofen-Besitzer davon?

    Der Schornsteinfeger macht in erster Linie eine Abnahme aus brandschutztechnischen Gründen und beachtet die sicherheitsrelevanten Aspekte. Durch die Abnahme ist gewährleistet, dass der Kaminofen dann auch sicher ist und für die Bewohnerinnen und Bewohner gefahrlos funktioniert. Dazu gehört auch das Einbeziehen möglicher Störgrößen wie Lüftungs- oder Dunstabzugsanlagen in einem Gebäude. Bekommt der Ofen ausreichend Luft für die Verbrennung? Auch hier wird genau geschaut und die Dichtigkeit der Fenster mit einbezogen. Letztendlich muss auch ermittelt werden, wie weit der Schornstein von anderen Gebäuden entfernt ist, um mögliche Schadstoffeinwirkungen zu verhindern.

  • Worauf sollte man beim Kauf eines Kaminofens achten?

    Die Qualität der Feuerstätte ist nicht unwichtig, ebenso ist relevant, für welchen Einsatz der Kaminofen bestimmt ist. Gut beraten ist man mit einem Kaminofen, der das Umweltzeichen “Blauer Engel” trägt. Diese sind besonders emissionsarm und somit zukunftssicher.

Weitere Informationen

Holzstapel im Wald

Überblick zur Holzverbrennung

Die Beliebtheit von Kaminöfen ist hoch. Die Energiekrise sorgt aktuell mit steigenden Gas- und Heizölpreisen sowie der Sorge um eine unzureichende Heizversorgung im Winter zu einer erhöhten Nachfrage von Kaminöfen. Weitere Informationen

Holzscheite brennen im Kamin. Holzverbrennung

Richtig Heizen mit Holz

Der richtige Betrieb des Kaminofens ist wichtig für eine saubere und damit umweltverträgliche Verbrennung. Das kann spürbar dazu beitragen die gesundheitlichen Folgen zu minimieren. Wenn Sie mit Holz heizen, sollten Sie diese Punkte beachten. Weitere Informationen

Rauch aus gemauertem Schornstein auf Dach gegen blauen Himmel

Wie wird der Schadstoffausstoß von Kaminöfen begrenzt?

Die Begrenzung des Schadstoffaustoßes aus Feuerungsanlagen gewinnt zunehmend an Bedeutung und stellt eine große Herausforderung dar. Besonders mit Holz befeuerte Kleinfeuerungsanlagen tragen maßgeblich zur Feinstaubbelastung bei. Weitere Informationen

Grafik AbschlussberichtHolzverbrennung

Messbericht Holzverbrennung (Zeitraum 2012-2014)

Holzverbrennung in Öfen und Kaminen ist eine potentielle Feinstaubquelle in Berlin und Brandenburg, die zu erhöhten Feinstaubbelastungen und zur Überschreitung des Feinstaub-Tagesgrenzwertes gerade in der kalten Jahreszeit beitragen kann. Weitere Informationen