Mehr Bienen für Berlin – Berlin blüht auf

Eine gelbbindige Furchenbiene sitzt auf einem leuchtend gelben Blütenstand. Die langen schmalen Blätter der violetten Blume verschwimmen unscharf im Hintergrund. Markant sind die ockergelben und braunen Querstreifen auf dem Hinterleib des Insekts. Ihr Kopf und das Brustsegment sind mit dichtem braunem Pelz bedeckt, ebenso die drei Beinpaare. Die großen ovalen Facettenaugen schimmern braun, die dunklen Fühler sind nach unten gerichtet.

Gelbbindige Furchenbiene (Halictus scabiosae)

Wildbienen sind wichtige Bestäuber von Kultur- und Wildpflanzen und leiden derzeit stark unter Landschaftsveränderungen, Umweltgiften und anderen Stressfaktoren. Etwa die Hälfte der Arten in Deutschland ist in ihrem Bestand bedroht oder bereits ausgestorben. Das Thema “Artensterben” ist durch die 2017 erschienene Krefelder Studie sowie weitere Publikationen in den öffentlichen Fokus gelangt. Städtische Biotope besitzen dabei eine wichtige Funktion für den Erhalt zahlreicher Arten, vor allem auch für Wildbienen und andere Bestäuberinsekten.

Um einen aktiven Beitrag für die Förderung von Biodiversität zu leisten, legt die Deutsche Wildtier Stiftung gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz Berlin und den Berliner Bezirken das Projekt “Mehr Bienen für Berlin – Berlin blüht auf” in Berlin auf. Das Projekt wurde 2018 gestartet und ist auf fünf Jahre angelegt. Es verfolgt das Ziel, die Stadt bestäuberfreundlicher zu gestalten. Das Wildbienenprojekt setzt dabei verschiedene Akzente.

Maßnahmen zur Aufwertung öffentlicher Grün- und Freiflächen für bestäubende Insekten

Mit den Maßnahmen werden auf unterschiedlichen Flächen artenreiche Blumenwiesen angelegt, Wildstauden gefördert und Nisthabitate geschaffen. Nisthilfen mit integrierten Infotafeln informieren die Berliner Öffentlichkeit über das Projekt. Alle Maßnahmen werden auf Alltagstauglichkeit, Kosten und Wirksamkeit für die Bestäuber geprüft. Ziel ist es, mit vertretbarem Aufwand die Berliner Grünpflege zukünftig flächendeckend insektenfreundlicher zu gestalten und in das Handbuch “Gute Pflege – Pflegestandards für die Berliner Grün- und Freiflächen” der Stadt aufzunehmen. Über 50 Blühflächen werden in allen zwölf Bezirken angelegt.

Ein breiter Streifen mit weißen, lila, violett und blau blühenden Pflanzen grenzt an eine verdorrte braune Wiese. Im Hintergrund stehen hohe Laubbäume und Hecken. Im Blühstreifen wachsen zwischen Wildgräsern lilafarbene Flockenblumen, wilde Distelarten, weißblühende Schafgarbe sowie der gewöhnliche Natternkopf mit blauen Blüten.

Blühstreifen im Ruhwaldpark

Information interessierter Akteure und der Öffentlichkeit

Neben diesen praktischen Maßnahmen setzt das Projekt vor allem auf Information und Öffentlichkeitsarbeit. Durch Veranstaltungen und durch Broschüren sowie im Internet wird darüber informiert, wie Bürgerinnen und Bürger oder Vereine im eigenen Garten oder auf anderen Flächen selbst etwas zum Wildbienenschutz beitragen können. Das Wildbienen-Projekt stimmt sich mit Umweltverbänden und anderen Initiativen ab, um Synergien zwischen den zahlreichen Aktivitäten zu schaffen, die in Berlin bereits zum Natur- und Artenschutz stattfinden. Zudem soll der Wildbienenschutz mit zielgerichteten Informationen fachlich gefördert werden. Hier steht die Deutsche Wildtier Stiftung anderen Initiativen fachlich beratend zur Seite.

Weitere Informationen zum Projekt „Mehr Bienen für Berlin – Berlin blüht auf“ finden Sie auf der Seite „Wildbienenprojekte“ der Deutschen Wildtier Stiftung.

  • Wildbienen - schützen und fördern im Kleingarten

    Praxisratgeber

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