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Naturerfahrungsräume

Ein dunkelhaariger Junge klettert zwischen zwei schlanken Bäumen, die eine v-förmige Gabel bilden. Seine angewinkelten, etwas geöffneten Beine stemmt er dabei gegen die Stämme und hält sich weiter oben fest. Er trägt ein rotes T-Shirt, dunkle Shorts und schwarze Turnschuhe. Über ihm formen die Baumkronen ein grünes Blätterdach, durch das Sonnenlicht scheint. Am linken Bildrand reckt sich ein anderes Kind nach einem Ast.
Klettern und Toben im Naturerfahrungsraum.
Bild: Franziska Meissner / Stiftung Naturschutz Berlin

Erleben, erkunden, improvisieren

Naturerfahrungsräume sind Orte, die mitten in der Stadt naturnahe Wildnis kultivieren. Sie bringen Kinder in Kontakt mit Stadtnatur und biologischer Vielfalt. Meist sind es Orte, die lange brach lagen. Ihre Vegetation konnte sich dadurch spontan und ungestört entwickeln. Auch jetzt wird sie nur behutsam gepflegt und gelenkt. Zum Beispiel werden Pfade durchs Dickicht geschlagen, Erdhügel und Matschflächen angelegt. Oder es gibt zusätzliche Stöcke und Äste, die dazu einladen, kreativ zu spielen. Klassische Spielgeräte, die man nur auf eine Art nutzen kann, gibt es nicht.

Bald in jedem Berliner Bezirk

Bildvergrößerung: Ein Waldweg im Naturerfahrungsraum „Wilde Welt“ am Kienberg in Marzahn führt zu einer kleinen Lichtung zwischen grünen Laubbäumen. In der Mitte bilden schräg aufgestellte dünne Äste und Zweige ein Ast-Tipi. Drei gefällte Stämme sind am linken Wegrand neben einem Baumstumpf gestapelt. Ein kürzerer Ast liegt diagonal auf dem Weg.
Naturerfahrungsraum Wilde Welt am Kienberg.
Bild: Eike Friederici

Das Konzept wurde seit Ende der 1990er-Jahre in einigen Städten erprobt. Dabei hat sich gezeigt: Der direkte Kontakt zur Natur ist wichtig, um eine Bindung zur Natur aufzubauen. Wissenschaftliche Studien belegen: Natur zu erfahren, ist auch für eine gesunde Entwicklung elementar.

Das Bundesnaturschutzgesetz schreibt vor, solche Räume zu schaffen, wo sie noch fehlen. Berlin hat es sich zum Ziel gemacht, dass es bald in jedem Bezirk einen Naturerfahrungsraum gibt. Bis zum Jahr 2020 wurden fünf Naturerfahrungsräume eingerichtet, je einer im Park am Gleisdreieck, im Robinienwäldchen an der Möckernstraße, sowie in Spandau, Pankow und Marzahn. Sie sind Ergebnis des Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens „Naturerfahrungsräume in Großstädten am Beispiel Berlin“ der Stiftung Naturschutz Berlin. Weitere Naturerfahrungsräume sind in Vorbereitung. Die NER-Beratungsstelle der Stiftung Naturschutz Berlin unterstützt die Bezirke bei ihrer Planung.

Kinder planen mit

Die meisten Naturerfahrungsräume in Berlin haben Kinder mitgeplant und eingerichtet, die in der Nachbarschaft wohnen oder dort in die Kita oder zur Schule gehen. Exkursionen, Ideen- und Bauworkshops haben den Weg dazu geebnet. Das hat die Kinder zugleich angeregt, sich für die biologische Vielfalt zu engagieren.