Der Bausektor stellt eine bedeutende CO₂ Emissionsquelle dar. Global gehen jährlich CO₂ Emissionen von rund 2,5 Milliarden Tonnen auf die Herstellung der Baustoffe Zement, Stahl und Aluminium für den Gebäudebau zurück. Mehr als 1,5 Milliarden Tonnen davon werden der Herstellung von Zement und Beton zugeschrieben, ca. 8 % der globalen CO₂ Emissionen. Gleichzeitig trägt die Bauwirtschaft wesentlich zur Ressourcenbeanspruchung bei. In Deutschland wurden in 2022 rund 571 Millionen Tonnen mineralische Rohstoffe aus der Umwelt entnommen. Mineralische Bauabfälle stellen mit knapp 210 Millionen Tonnen den mit Abstand größten Abfallmassenstrom dar, der entsprechend aufbereitet als wichtige Rohstoffquelle zur Baustoffproduktion dienen kann.
Innovative Betone in Hochbauprojekten
Bild: Claus Schulte
Forschung und Förderung bis hin zur erstmaligen Zulassung und erfolgreichen großtechnischen Erprobung
Projektphasen der Reihe „CORE – CO₂-reduzierter R-Beton“
Bild: SenMVKU
Im Mittelpunkt stand dabei eine Technologie der neustark AG, die aufbereitete RC-Gesteinskörnungen aus Altbeton mit biogenem CO₂ beaufschlagt. Dabei wird CO₂ über ein Injektionssystem in Verbindung mit gebrochenem Altbeton gebracht und reagiert mit dem Calcium des Altbetons zu Kalkstein in Form von Kalzit. Das entstandene Material kann gemäß der Betonproduktnorm (DIN 1045-2) analog zur klassischen RC-Gesteinskörnung in bestimmten Betonrezepturen verwendet werden und in Anteilen natürliche Gesteinskörnungen ersetzen sowie tendenziell den Bindemittelbedarf in Betonrezepturen senken. Dies schafft einen ressourcenschonenden RC-Baustoff, der gleichzeitig als CO₂-Senke dient.
CORE – Ressourcenschonender und klimaoptimierter Beton in Berlin
Formate: video/youtube
Produktion: Klappe GmbH in Zusammenarbeit mit Rad Productions und Jana Balter im Auftrag von neustark AG. Herausgeber: neustark AG
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Video-Textfassung
Die Herstellung von Zement und Beton ist eine der größten Emissionsquellen. Allein in Deutschland emittiert die Zementindustrie jährlich etwa 20 Millionen Tonnen CO₂. Die Industrie arbeitet bereits seit vielen Jahren intensiv an zahlreichen Maßnahmen zur Dekarbonisierung ihrer Produktionsprozesse. Was wäre, wenn man eine weitere Stellschraube zur Verfügung hätte, den Baustoff Beton klimafreundlicher zu produzieren? Die Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt hat hierzu die Projektreihe CORE durchgeführt. Dabei wird im 1. Schritt die Umweltbelastung von Beton verringert: Zu seiner Herstellung wird recycelter Bauschutt, sogenannte RC-Gesteinskörnung, verwendet. Im 2. Schritt wird ein Verfahren des Schweizer Unternehmens neustark AG eingesetzt. Durch beschleunigte Karbonatisierung wird CO₂ im recycelten Bauschutt gespeichert. Somit wird es dauerhaft aus der Atmosphäre entfernt. Der CO₂-Fussabdruck von Beton kann so durch die Kombination von karbonatisierter RC-Gesteinskörnung und den effizienten Einsatz CO₂-armer Zemente deutlich gesenkt werden. Dies hat eine unabhängige Life-Cycle-Analyse des ifeu Heidelberg ergeben. In einem Berliner Wohnungsbauvorhaben kam das Verfahren zum ersten Mal zum Einsatz. Es soll darüber hinaus als Vorlage für zukünftige Bauprojekte dienen.
CO₂-speichernder RC-Beton in Adlershof: CORE 3
Projekt Adlershof
Karbonatisierte RC-Gesteinskörnung und ihre Verarbeitung bis hin zur Festigkeitsprüfung
Weitere Informationen
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CO2-reduzierter R-Beton
Phase 3: Einsatz in einem konkreten Bauvorhaben
PDF-Dokument (2.3 MB)
Kontakt
Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung, umweltfreundliche Beschaffung, Stadtsauberkeit