Inhaltsspalte

Geologischer Aufbau von Berlin

Der tiefere Untergrund (Perm bis Kreide)

Die ältesten Gesteine, die man in Berlin in einer Bohrung im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf in über 4.000 Metern Tiefe erbohrt hat, stammen aus dem geologischen Zeitalter des Rotliegenden (Unter-Perm). Es sind etwa 290 Millionen Jahre alte vulkanitische Gesteine. Darüber lagern hier fast 2.000 Meter mächtige Salzgesteine aus dem Zechstein (Ober-Perm). Diese in ganz Norddeutschland vorkommenden Salze mit einem geringen spezifischen Gewicht sind hier durch die Gebirgsauflast der darüber liegenden, schwereren Gesteine infolge der so genannten Halokinese (Salzbewegung) in ihrer Mächtigkeit mehr als verdreifacht. Sie haben durch die Bildung eines Salzkissens die darüber lagernden Deckschichten schüsselartig aufgewölbt. Die Deckschichten werden von Sedimentgesteinen der Trias gebildet: 776 Meter Buntsandstein, 271 Meter Muschelkalk sowie 136 Meter Keuper. Die zeitlich eigentlich darauf folgenden Schichten aus dem Jura und der Kreide fehlen hier. Daher lagern diskordant horizontal auf den aufgewölbten älteren Keuperschichten 139 Meter mächtige sehr viel jüngere Lockersedimente des Tertiärs auf. Darüber folgen ebenfalls Lockersedimente des Quartärs mit einer Mächtigkeit von 50 Metern.

Bildvergrößerung: Stark vereinfachtes tiefengeologisches Profil mit dem Salzkissen Spandau
Stark vereinfachtes tiefengeologisches Profil mit dem Salzkissen Spandau
Bild: SenUVK
Geologischer Bau und Zeitskala dargestellt anhand von drei tiefen Bohrungen
Geologischer Bau und Zeitskala dargestellt anhand von drei tiefen Bohrungen
Bild: SenUVK

Weiter nach Osten wird die zeitliche Schichtlücke geringer, da die Aufwölbung durch das Salz abklingt: In der Bohrung am Reichstag im Bezirk Mitte wurde unter dem Tertiär bereits der untere Jura (Lias) angetroffen. In einer Bohrung in Wartenberg im Bezirk Lichtenberg an der östlichen Stadtgrenze wurden bereits die Sedimente der Oberen Kreide aufgeschlossen.

Im gesamten über 1.000 Meter mächtigen Bereich oberhalb der Zechsteinsalze und unterhalb des Tertiärs zirkuliert in den Poren-, Kluft- oder Karsthohlräumen der Sedimentgesteine Grundwasser, das durch Lösung der Salzgesteine stark salzhaltig ist – etwa so wie Meerwasser. Diese Abfolge bildet das Salzwasserstockwerk.

Geologischer Bau und Zeitskala dargestellt anhand von drei tiefen Bohrungen

GIF-Dokument

Tertiär und Quartär

Das Tertiär beginnt in Berlin mit marinen Schichten des Eozäns und des Oligozäns. Eine besondere Bedeutung für die Wasserversorgung kommt dabei dem mitteloligozänen Rupelton zu. Seine etwa 80 Meter mächtige Tiefseetonabfolge bildet eine – in ganz Norddeutschland hydraulisch wirksame – Barriere zum darunter liegenden Salzwasserstockwerk. Darüber folgen schluffige Feinsande des Oberoligozäns.

Einen Wechsel von marinen und kontinentalen Sedimenten mit eingeschalteten Braunkohleflözen kennzeichnen die darüber lagernden, jüngeren Schichten des Miozäns: kalkfreie z. T. kiesige Sande, Braunkohlentone und -schluffe sowie Braunkohle. Insgesamt sind die tertiären Schichten in Berlin etwa 150 bis 220 Meter mächtig, nur in einer Randsenke im Nordwesten Berlins steigt die Mächtigkeit bis auf über 500 Meter an. Paläozän und Pliozän sind im Berliner Raum nicht ausgebildet.

Das Tertiär ist vollständig mit pleistozänen Sedimenten des Quartärs bedeckt. Nur im Bezirk Reinickendorf, in Hermsdorf und Lübars, steht der tertiäre Rupelton durch den Salzaufstieg direkt an der Erdoberfläche an.

Bildvergrößerung: Profil durch das Tertiär und Quartär von Wilmersdorf über Schöneberg nach Neukölln
Vereinfachtes geologisches Profil durch das Tertiär und Quartär von Wilmersdorf über Schöneberg nach Neukölln
Bild: SenUVK

Das Quartär begann mit einem Klimawandel vor 1,8 Millionen Jahren. Es kommen in Berlin im Pleistozän Ablagerungen der drei nordischen Kaltzeiten mit zwei dazwischen liegenden Warmzeiten vor, und zwar diejenigen der Elster-, Saale- und Weichsel-kaltzeit mit Ablagerungen von Schmelzwassersanden und -kiesen nordischen Ursprungs, Bändertonen sowie -schluffen und Geschiebemergel der Grundmoränen. Daneben existieren auch Sedimente der Holstein- und Eem-Warmzeit mit Mudden, Schluffen, Tonen und Torfen sowie Flusssande und -kiese aus weiter südlich liegenden Liefergebieten.

Schematische Gliederung des Quartärs in Berlin

Holozän

  • Stufe (norddeutsche Gliederung) /
    Alter: Beginn vor heute in Jahren

    Typische Ablagerungen

  • -
    12.000

    Torfe, Mudden, Dünen, Flusssande, anmoorige Sande

Pleistozän

  • Stufe (norddeutsche Gliederung) /
    Alter: Beginn vor heute in Jahren

    Typische Ablagerungen

  • Weichsel-Kaltzeit
    115.000

    Schmelzwassersande, Geschiebelehme/ -mergel

  • Eem-Warmzeit
    127.000

    Torfe, Mudden, anmoorige Sande

  • Saale-Kaltzeit
    304.000

    Schmelzwassersande, Geschiebelehme/ -mergel, Beckentone und -schluffe

  • Holstein-Warmzeit
    320.000

    Torfe, Mudden, Tone und Schluffe mit Schnecken, Flusssande und -kiese

  • Elster-Kaltzeit
    400.000

    Schmelzwassersande, Geschiebelehme/ -mergel, Beckentone und -schluffe

  • Ältere Kalt- und Warmzeiten
    2.580.000

    in Berlin nicht nachgewiesen