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Artenreichtum auf engem Raum

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Langhornbiene

Im Natur-Park Südgelände wurden bisher 130 von den etwa 310 Bienenarten Berlins nachgewiesen. Grund für diesen Artenreichtum sind die Blütenvielfalt und das große Angebot an Kleinstrukturen. Besonders wertvolle Lebensräume sind offene und sonnige Standorte.
Bienen ernähren sich rein vegetarisch von Nektar und Pollen. Einige Arten sind auf ganz bestimmte Pflanzen als Pollenspender angewiesen.

Bilder: Kühne & Saure

  • Eine männliche Weißfleckige Wollbiene sitzt vor unscharfem graugrünem Hintergrund auf einem zart violetten Blütenblatt. Ihr Kopf und das Brustsegment sind mit dichten weißen Haaren bedeckt, ebenso die drei beigefarbenen Beinpaare mit ihren winzigen hakenförmigen Krallen. Das schwarze, spitz zulaufende Hinterteil dagegen ist nur spärlich behaart und hat cremeweiße Flecken. Die großen ovalen Facettenaugen schimmern grün, die schnabelförmigen Mundwerkzeuge sind gelb. Die kurzen Stummelfühler des Insekts sind nach vorn gerichtet.

    Die Weißfleckige Wollbiene nistet in Erdritzen oder zwischen Steinen und baut ihre Brutzellen aus abgeschabten Pflanzenhaaren.

  • Eine Rotschopfige Sandbiene sitzt auf einer gelben Blüte. Sie ist etwas kleiner als die Honigbiene und verdankt ihren Namen dem dichten fuchsroten Pelz auf der Oberseite ihres Brustsegments. Auf der Unterseite zieht sich ein weißer Flaum bis zum Ende des Hinterleibs. Ansonsten ist ihr schwarzer, matt schimmernder Körper nahezu unbehaart. Ihre kurzen Fühler sind fast senkrecht aufgerichtet, die langen, leicht gewölbten Flügel liegen am Körper an und reichen bis zum Ende des Hinterleibs.

    Die Rotschopfige Sandbiene ist im Frühjahr häufig zu beobachten. Sie nistet in Sand, aber auch in lehmigen Böden.

  • Auf dem Blütenstand eines halb verblühten, blauen, Berg-Sandglöckchens sitzt eine Kuckucksbiene. Mit ihrem gedrungenen Körperbau ähnelt sie einer Stubenfliege. Ihr dickes buckelartiges Brustsegment und das kurze Hinterteil sind schwarz-gelb gezeichnet, die Unterseite und die sechs Beine braun. Die großen Augen mit weißer Netzstruktur nehmen fast die ganze Größe des Kopfes ein. Ihre angelegten transparenten Flügel reichen bis zum Hinterteil, die relativ langen Fühler sind nach oben gerichtet.

    Kuckucksbiene

  • Vor unscharfem dunklem Hintergrund ist das Wiesenhummel-Männchen von der Seite abgebildet. Mit seinem vorderen Beinpaar klammert sich das etwa 14 Millimeter große Tier an eine trichterförmige blaue Blüte. Das Insekt ist dicht behaart: am Kragen und dem Brustsegment leuchtend gelb, am gebogenen Hinterleib schwarz mit einer orangefarbenen Spitze. Die schmalen transparenten Flügel weisen leicht nach oben. Auf dem flachen schwarzen Kopf sitzen zwei große schwarze gewölbte Augen und ein langes, nach vorn gebogenes Fühlerpaar. Mit seinem spitz zulaufenden bräunlichen Rüssel saugt das Tier Nektar aus der Blüte.

    Ein Männchen der Wiesenhummel beim Nektar saugen. Die Art nistet vorwiegend unter Grasbüscheln und Moospolstern.

Bienen sind weltweit die wichtigsten Bestäuber und tragen erheblich zum Erhalt der Wild- und Kulturpflanzen bei. Entgegen der verbreiteten Meinung, Bienen seien staatenbildende Insekten, leben die meisten Arten einzeln. Sie graben ihre Nester in den Erdboden oder nagen Brutzellen in Pflanzenstängel oder morsches Holz. Einige nisten in Mauerfugen, andere in leeren Schneckenhäusern. Die sogenannten Kuckucksbienen legen ihre Eier in die Nester anderer Bienen. Die schlüpfende Larve tötet Ei oder Larve des Wirtes und frisst den fremden Nahrungsproviant.

Wildbienen

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Sie ernähren sich von Pollen und Nektar der Blüten und benötigen vielfältige Lebensräume für Nahrung und Nistplätze, die sie immer weniger finden.
Etwa 30 % der Arten sind auf bestimmte Blühpflanzen angewiesen. Viele Arten nisten im Boden, andere in Pflanzenstängeln und Mauerritzen. Beim Pollen sammeln bestäuben sie Wild- und Kulturpflanzen. Weil die Bienenarten zu verschiedenen Jahreszeiten fliegen, brauchen sie fast ganzjährig ein Blühangebot. Naturnah gestaltete Gärten leisten dafür einen wichtigen Beitrag.

Rostrote Mauerbiene

Eine häufige Art ist die Rostrote Mauerbiene. Sie schlüpft früh im Jahr und ist auf keine bestimmte Pflanze spezialisiert. Die 8-14 Millimeter großen, auffallend rotbraun-pelzigen Insekten bauen Nester in Hohlräumen zwischen lockerem Gestein, Totholz und anderen Strukturen.
Bienen besitzen zwei Flügelpaare. Wie alle Insekten haben sie Facettenaugen, die aus vielen Einzelaugen bestehen. Damit nehmen sie Bewegungen schneller wahr. Sie sehen ultraviolette Färbungen der Blüten, die für Menschen unsichtbar sind.

Gebärdenvideo „Wildbienen“

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Lebenszyklus

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Wildbienen leben ein bis zwei Monate. Viele Arten nisten im Boden. Die meisten schlüpfen im Frühling und Sommer, manche Arten erst im Herbst. Nach der Paarung beginnen die Weibchen sofort mit dem Nestbau, die Männchen sterben. Für ihren Nachwuchs sammeln sie Pollen und Nektar der Blüten. Die Nahrung transportieren sie in ihrem Pelz zum Nest und dort in die Brutzelle, in die sie ein Ei legen. Meist werden 4 bis 10 Brutzellen angelegt. Stets wird eine Zelle fertiggestellt, bevor mit der nächsten begonnen wird. Die Nahrung reicht für die gesamte Entwicklung vom Ei über das Larvenstadium bis zur fertigen Biene.
Die jungen Bienen schlüpfen nacheinander, indem sie den Lehmdeckel der Brutzelle durchbeißen. Es dauert etwa ein Jahr, bis sie aus ihren Nestern krabbeln. Damit beginnt der Fortpflanzungskreislauf von neuem.

Lebenszyklus der Wildbienen

Lebenszyklus der Wildbienen

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