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Klimaschutzabgabe für Moore

Vor unscharfem Hintergrund wächst die fleischfressende Mittlere Sonnentaupflanze. An vielen grünen Blattstielen sitzen tropfenförmige Fangblätter, die mit sehr feinen roten Tentakeln versehen sind. Daran haftet ein klebriges Sekret. Lange Stängel mit dem Fruchtstand, in Form von eiförmigen grünen Kapseln, überragen die Fangblätter.
Nach der Renaturierung der Krummen Laake ist dort der Mittlere Sonnentau wieder in großer Zahl anzutreffen. Die Art galt in Berlin als verschollen.
Bild: Justus Meißner/Stiftung Naturschutz Berlin

Moore als Lebensraum und Kohlenstoffsenke

Berlins Moore haben sich nach der letzten Eiszeit gebildet. Sie sind Lebensraum hoch spezialisierter Tier- und Pflanzenarten, von denen viele gefährdet sind. Die Torfböden von Mooren speichern viel CO2. Das macht Moore zu wichtigen Kohlenstoffsenken für den Klimaschutz. Alle Moorstandorte in Berlin sind gesetzlich geschützt. Trotzdem sind viele durch menschliche Einflüsse gefährdet – sei es durch Grundwasserabsenkung, Nährstoffeintrag oder die Folgen des Klimawandels.

Miles for Moor: Klimaschutzabgabe zur Renaturierung

Moore zu renaturieren oder wiederzuvernässen, ist wichtig für Berlin. Landesregierung, Senatsverwaltungen und nachstehende Behörden kompensieren deshalb Dienstflüge, die sich nicht vermeiden lassen, durch eine Abgabe. Sie fließt an die Stiftung Naturschutz Berlin, die damit bislang vier Berliner Moore renaturiert hat. Die Abgabe kommt so dem Klimaschutz ebenso zugute wie dem Erhalt der Artenvielfalt.

Kesselmoor Kleine Pelzlaake

Bildvergrößerung: Ein Blick über ein dicht mit Gräsern bewachsenes grünes Moor. Hier und da ragen einzelne höhere Pflanzen auf. Im Hintergrund rahmt ein Gürtel aus braunen Gräsern die offene Fläche ein, ein Waldrand säumt das Moor.
Moortypischen Arten wie Torfmoose, Seggen und Wollgras haben die offenen Torfflächen der Kleinen Pelzlaake wiederbesiedelt.
Bild: Justus Meißner/Stiftung Naturschutz Berlin

Im Kesselmoor Kleine Pelzlaake in Berlin-Köpenick war die Moorbildung gestört. Moortypische Pflanzenarten wurden seltener. Um den Wasserstand zu stabilisieren und den Pflanzen mehr Licht zu verschaffen, wurden Bäume und Sträucher entfernt und das dominante Pfeifengras ausgedünnt. Seggen, Wollgräser, Binsen, Torfmoose und andere Arten, die für Moore typisch sind und neuen Torf bilden, haben die offenen und wassergesättigten Flächen wiederbesiedelt. Dabei kompensiert diese Renaturierung rund 45 Tonnen CO2 pro Jahr.

Verlandungsmoore Krumme Laake

Ebenfalls in Köpenick liegt die Krumme Laake mit Verlandungsmooren in vier Armen. Drei dieser Moorarme sind bereits renaturiert. Kiefern, Birken, Erlen und andere Gehölze hatten sich hier angesiedelt. In ihrem Schatten konnten Torfmoose kaum noch gedeihen. Außerdem entzogen die Bäume und Sträucher dem Moor große Mengen Wasser. Deshalb wurden sie gerodet. Auf den Lichtungen, die entstanden sind, haben sich längst wieder moortypische Pflanzen etabliert – selbst der vom Aussterben bedrohte Mittlere Sonnentau (Drosera intermedia). Gleichzeitig hat sich der Wasserstand in den Mooren stabilisiert, sodass sie wieder als Kohlenstoffsenken ihre Funktion für den Klimaschutz entfalten können.

Mitmachen!

Wer zu Erhalt und Entwicklung weiterer Berliner Moore beitragen möchte, kann die Renaturierungen mit einer Spende an die Stiftung Naturschutz Berlin unterstützen.

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