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Allgemeines / Umweltzone – was ist das?

Bildvergrößerung: Verkehr auf Berliner Stadtautobahn
Verkehr auf Berliner Stadtautobahn
Bild: Daniel Bujack - Fotolia.com

Die Umweltzone ist ein Gebiet, in dem nur Fahrzeuge fahren dürfen, die bestimmte Abgasstandards einhalten. Fahrzeuge mit besonders hohen Emissionen müssen draußen bleiben. In Berlin ist die Umweltzone auf das Stadtgebiet innerhalb des S-Bahnringes beschränkt. Seit 1.1.2010 dürfen hier nur Fahrzeuge mit grüner Plakette fahren. Ohne grüne Plakette oder Ausnahmegenehmigung in der Umweltzone zu fahren oder zu parken ist eine Ordnungswidrigkeit und kostet 80 Euro Bußgeld.

Ziel der Umweltzone ist die Modernisierung der Fahrzeugflotte, damit weniger Dieselruß und Stickoxide in die Atemluft gelangen. Damit wird die Luft sauberer und der Gesundheitsschutz verbessert.

Die Umweltzone wurde am 1.1.2008 mit dem Kriterium der roten Plakette eingeführt (Stufe 1). Seit 1.1.2010 ist für die Umweltzone Berlin die grüne Plakette erforderlich (Stufe 2).

Um eine dauerhafte Entlastung der Berliner Luft zu erreichen, gelten die Verkehrsbeschränkungen der Umweltzone dauerhaft, d. h. ohne zeitliche Einschränkungen. Die Fahrverbote sind unabhängig davon, ob die aktuelle Luftbelastung hoch oder niedrig ist.

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Die Umweltzone dient der Verbesserung der Luftqualität und damit dem Gesundheitsschutz. Sie wurde als Maßnahme im Luftreinhalteplan und Aktionsplan für Berlin 2005 – 2010 festgelegt, um schneller die Einhaltung der Luftqualitätsgrenzwerte für Partikel (PM10) und Stickstoffdioxid zu erreichen und gute Luftqualität zu erhalten. Insbesondere sollte die Belastung durch Dieselrußpartikel reduziert werden. Diese Partikel sind besonders gesundheitsgefährdend. Sie erhöhen das Risiko für Erkrankungen der Atemwege und des Herz-Kreislaufsystems. Zudem gehört Dieselruß zu den besonders krebserregenden Stoffen.

Die Umweltzone dient nicht dazu, den Ausstoß des klimaschädigenden Gases Kohlendioxid (CO2) zu mindern. Zum Klimaschutz trägt die Umweltzone trotzdem bei, denn auch Dieselruß führt zur Klimaerwärmung und wird heute als der wichtigsten Klimatreiber nach CO2 eingestuft.

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Im Jahr 2012 hatten etwa 96 % der Diesel-Pkw statt 80 % ohne Umweltzone und circa 85 % statt 50 % aller Lkw eine grüne Plakette. Etwa 60.000 Dieselfahrzeuge wurden dafür mit Partikelfiltern nachgerüstet. Dabei gibt es nur geringe Unterschiede zwischen der Umweltzone und dem übrigen Berliner Stadtgebiet.

Mit Einführung der Stufe 2 konnte der Ausstoß von Dieselruß gegenüber der angenommenen Trendentwicklung ohne Umweltzone mehr als halbiert werden, der Stickstoffoxidausstoß sank um etwa 20 %. Dies bedeutet pro Jahr etwa 173 Tonnen Dieselruß und etwa 1.500 Tonnen Stickstoffoxide weniger.

Ohne die Minderung des Schadstoffausstoßes wäre an Hauptverkehrsstraße die Luftbelastung durch Stickstoffdioxid und Feinstaub PM10 um etwa 5 bis 10 % höher gewesen. Für den Gesundheitsschutz von besonderer Bedeutung ist der Rückgang der zusätzlichen Rußbelastung an Straßen. Diese Mehrbelastung gegenüber städtischen Wohngebieten abseits von Hauptverkehrsstraßen konnte mehr als halbiert werden. Wie Studien zu Gesundheitsgefahren von Fahrzeugabgasen in Nordrhein-Westfalen gezeigt haben, führte dort die erhöhte Schadstoffbelastung an Straßen dazu, dass Anwohnerinnen und Anwohner deutlich häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben. Ihr Risiko war fast 80 % höher als das Risiko von Menschen, die mehr als 50 m entfernt von Hauptverkehrsstraßen wohnen.

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Fachbericht von Wichmann et al.

PDF-Dokument - Stand: 2005; Größe: 1,4 MB

Wirkungsbericht "Ein Jahr Umweltzone Stufe 2 in Berlin"

PDF-Dokument (781.0 kB)

Folienvortrag: Untersuchungen zur Wirkung der Stufe 2

PDF-Dokument (258.2 kB)

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