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Kein Müll im Park

Kein Müll im Park
Bild: Holger Koppatsch

Ob als Ort von Stille und Entspannung, als Spielfeld für Bewegung, Spaß und Sport oder als Treffpunkt für Freunde und Fremde: Berlins Grün- und Erholungsanlagen locken nicht nur im Sommer täglich zehntausende Besucher an. Das ist gut so und Sinn und Zweck der Sache. Parks sind unverzichtbar für Freizeit und Erholung in der Stadt. Doch wo so viele Menschen zusammenkommen, haben scheinbar kleine Fehltritte und Unachtsamkeiten große Folgen – und türmen sich zu einem Berg von Müll.

Wir haben uns daran gewöhnt, es anderen zu überlassen, diesen Berg abzutragen: “Da wird schon einer aufräumen”, denkt man und liegt falsch damit. Am wirkungsvollsten rückt man dem Müll so zuleibe, wie er entsteht: mit vielen kleinen Beiträgen. Mitnehmen, was man mitbringt, heißt die Devise. Der grüne Park braucht verantwortungsvolle Besucherinnen und Besucher. Denn es ist auch unser eigenes Verhalten, das dazu beiträgt, wie die Grünanlagen vor unserer Haustür aussehen.

Es ist Euer Park!

Mehr als 2.500 öffentliche Grünanlagen, Grünzüge und Stadtplätze gibt es in Berlin, die vielfältig genutzt werden und das auch sollen. Die Stadt kann diesen reichen Schatz nur pflegen, wenn alle mitmachen und an einem Strang ziehen. Dazu braucht es das Engagement aller Berlinerinnen und Berliner.

Große Bedeutung hat ein pfleglicher Umgang mit dem städtischen Grün: Wer Müll achtlos wegwirft, schadet anderen und sich selbst. Die Qualität der Parks und Anlagen steht und fällt so mit dem Verhalten ihrer Nutzer. Die öffentliche Hand kann nicht die Rolle eines Heinzelmännchens übernehmen, das über Nacht alles wieder sauber macht. Die Parks sind unser aller grünes Zimmer. Sauber halten können wir es nur gemeinsam.

Müllentsorgung zehrt am Budget

In den meisten Parks kümmern sich die Berliner Grünflächenämter darum, dass Mülleimer und -container entleert und wild herumliegender Müll beseitigt wird. Den Aufwand dafür bestreiten sie aus ihren Etats für die Grünanlagenpflege. Immer mehr Müll kostet immer mehr Geld. Es sind inzwischen jährlich mehrere Millionen Euro, die von den Bezirken für Reinigung und Abfallentsorgung gegen Müll im Park eingesetzt werden müssen. Viel Geld, das dann fürs Grün fehlt. Das Geld und die Arbeitskraft der Gärtnerinnen und Gärtner kann man besser einsetzen – für schönere, gepflegtere Grünanlagen.

Wer seinen Müll selbst wieder mit nach Hause nimmt, erweitert damit den Spielraum der öffentlichen Hand für andere Aufgaben, beispielsweise Neupflanzungen, die Anlage und Pflege von Blumen- und Staudenbeeten oder für Erhalt und Wartung von Spiel- und Sportgeräten. Unser eigenes Verhalten bestimmt damit maßgeblich die Qualität unserer Parks.

Müll zieht Müll an

Verwahrlosung beginnt oft mit Kleinigkeiten: Ein zerschlagenes Fenster in einem leer stehenden Haus lockt leicht Nachahmer an. Soziologen sprechen von der “Broken-Windows-Theorie”. Ähnlich ist es mit dem Müll im Park. Liegt einmal ein leerer Getränkekarton im Gebüsch, türmt sich nicht selten in Null-Komma-Nichts ein kleiner Müllberg.

Wir alle entschuldigen eigenes Fehlverhalten gern mit dem Verweis auf andere: Wenn der das macht, darf ich das auch. Von wegen! Wer saubere Parks und Grünanlagen will, muss doppelt acht geben: auf sich und andere. Was andere tun, darf nicht als Ausflucht für eigenes Fehlverhalten dienen. Und schon ein kleiner eigener Fehltritt kann unerwünschte Folgen haben. Unachtsam Weggeworfenes wird allzu leicht zur Einladung an andere, es genauso zu machen. Besser ist es, gleich aufzupassen und den Park von Anfang an sauber zu halten.

Mitnehmen, was man mitbringt

Was im Mülleimer landet, ist deshalb noch lange nicht entsorgt. Wind und Regen verteilen besonders bei offenen Müllbehältern die Hinterlassenschaft wieder im Grünen. Auch Wildtiere wie Füchse, Krähen oder Ratten durchstöbern den Müll in den stilleren Stunden nach Fressbarem und verteilen die vermeintlich weggepackten Tüten und Verpackungen im Park. Das muss nicht sein.

Wer nach Picknick oder Sonnenbad seinen Abfall mit nach Hause nimmt, tut das Richtige. “Carry In, Carry Out“ (“Bring’s Mit, Nimm’s Mit”) heißt die Devise! Zuhause kann man den Müll umweltgerecht getrennt entsorgen. Und wenn weniger Müll im Park bleibt, sinkt der Aufwand für die Abfallbeseitigung. Das eröffnet Spielräume für gärtnerische Pflege und Gestaltung.

Müllen ist nicht cool!

Wer kennt das nicht: Man weiß es eigentlich besser und tut am Ende doch das Falsche. Nur weil man nicht vor anderen als Streber dastehen mag. Kinder und Jugendliche sind dabei nicht die einzigen, die durch sozialen Zwang und Nachahmung angetrieben werden, das Falsche zu tun. Welcher Hundehalter, der die Hinterlassenschaften seines Vierbeiners mit dem Tütchen wegräumt, wie es sich gehört, hätte es noch nicht erlebt, dass andere ihn damit aufziehen? Als würde irgendjemand gern in Häufchen treten!

Wer wirklich cool sein will, tut das Richtige und räumt seinen Müll weg. Es gehört viel mehr dazu, sich richtig zu verhalten, als einfach mitzumachen und sich hinter der Gruppe zu verstecken. Wer seinen Abfall entsorgt, verdient Respekt! Weil am Ende alle etwas davon haben.

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