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Leuchtturmprojekt zur Klimaschutz- und Ressourcenschutzwende im kommunalen Wohnungsbau

Video: Zirkuläres Bauen. Die Bauwende in Berlin

Zirkuläres Bauen. Die Bauwende in Berlin

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Formate: video/youtube

Kurzbeschreibung des Videos

Zirkuläres Bauen entlastet das Klima und schont die natürlichen Ressourcen. Gebaut werden soll deshalb künftig mit nachhaltigen Materialien, die wiederverwendbar und recycelbar sind. Dabei soll die Wiederverwendung von Bauteilen bereits in der Planung mitgedacht werden.

Das Video zeigt Berliner Projekte, bei denen gebrauchte Bauteile und Baustoffe zum Einsatz kommen und Stoffkreisläufe geschlossen werden. Hierfür müssen Bauteile und Baustoffe beim Abriss von Gebäuden zerstörungsfrei abgebaut und sortenrein gesammelt werden.

Diesen Ansatz will das Land Berlin verstärkt in die Breite tragen und geht mit gutem Beispiel voran. Schon heute ist der selektive Rückbau bei öffentlichen Gebäuden verpflichtend. Mit der für 2022 geplanten Novelle der Berliner Bauordnung soll diese Verpflichtung bald auch für private Bauvorhaben gelten.

Herausgeberin: Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz

Aktuell

Ausgangslage

Angesichts der Klimanotlage steht auch die Bauwirtschaft in Berlin vor einem gravierenden Wandel: Schwindende Rohstoffe, knapper werdende Deponieräume sowie ambitionierte Klimaschutzziele machen es unerlässlich, den hohen Ressourceneinsatz im Bauwesen zu überdenken. Rund 60 Prozent der in Berlin verwendeten Rohstoffe sowie 40 Prozent der schädlichen Klimagasemissionen werden durch die Bauwirtschaft verursacht. Nach der vom Senat beschlossenen Klimanotlage ist es daher erforderlich, dass auch eine Wende im Bausektor erfolgt und zunehmend ressourcenschonende und klimaverträglichere Baustoffe bei Bauvorhaben zur Anwendung kommen. Selbst bei einem ambitionierten Gebäudeenergieverbrauchsstandard werden rund 50 Prozent der Klimagasemissionen im Gebäudebereich durch die eingesetzten Baustoffe verursacht.

Insbesondere beim städtischen Berliner Wohnungsbau besteht noch ein großes bisher nicht genutztes Potenzial an vermeidbaren schädlichen Klimagasemissionen. Der derzeitige Ansatz im Wohnungsneubau ist vor allem von Effizienz im Hinblick auf Stückzahlen und Kostenminimierung geprägt. Aus dem Innovationsförderfond wurden u.a. für das Leuchtturmprojekt der STADT UND LAND Fördermittel zur Verfügung gestellt (Quelle: Vorlage der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz vom 20.07.2021 zu innovationsfördernden Maßnahmen im Bereich Klimaschutz und Mobilitätswende).

Projektbeschreibung

Anhand von zwei Projekten mit insgesamt drei Gebäuden sollen anhand des Typenhaus-Plus der STADT UND LAND Potentiale des klima-, kreislaufgerechten und ressourcenoptimierten Bauens im öffentlichen Mietwohnungsbau ermittelt und aufgezeigt werden und damit Grundlagen für eine weiterführende Anwendung am öffentlichen und privaten Berliner Wohnungsmarkt geschaffen werden. Die Gebäude werden mit unterschiedlichen Materialien und Ansätzen geplant und im Rahmen des Projektes in Bezug auf ihre Übertragbarkeit auf andere Mietwohnungsbauten untersucht und miteinander verglichen.

Bei dem Teilprojekt A (Alt-Britz 107, 12359 Berlin) werden auf einem Grundstück zwei in Grundrissen, Kubatur und Geschossigkeit gleiche Gebäude in Holz-Lehm- und Ziegel-Holz-Bauweise geplant, realisiert und in den ersten Jahren des Betriebs wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Das Projekt hat im Kern das Ziel des einfachen, robusten Bauens und strebt an über den Einsatz klimasteuernder Baustoffe und einen klimaangepassten Entwurf den Einsatz von Gebäudetechnik extrem zu reduzieren und auf Klima- und Lüftungstechnik zu verzichten. Das Projekt wird wissenschaftlich von der TU Berlin, der Universität Stuttgart und der TU Braunschweig begleitet.

Im Teilprojekt B – Buckower Felder, Haus 5 Baufeld VIII, Berlin-Neukölln wird ein TypenhausPlus in nachhaltiger, ökologischer Bauweise als Typenhaus-Nachhaltigkeit weiterentwickelt und realisiert. Dabei sollen beim Roh- und Ausbau des Gebäudes im größtmöglichen Umfang Holzbaustoffe zum Einsatz kommen. Die somit schon deutlich verbesserte CO2-Bilanz soll durch den Einsatz aufbereiteter Baustoffe, z.B. Recyclingbeton, weiter optimiert werden. Darüber hinaus wird die Wiederverwertbarkeit und Rückführung der eingesetzten Baumaterialien in die Kreislaufwirtschaft nach dem Lebenszyklusende des Gebäudes angestrebt. Der Vergleich erfolgt mit einem grundrissgleichen Typenhaus, welches in mineralischer Bauweise errichtet wird.

Visualisierungen

Die Ansichten können sich im weiteren Projektverlauf ändern.

Teilprojekt A: Visualisierung der Baukörper mit dem Planungsstand der Leistungsphase 2.

Teilprojekt A: Visualisierung der Baukörper mit dem Planungsstand der Leistungsphase 2.

Teilprojekt A

Teilprojekt B: Visualisierung der Baukörper mit dem Planungsstand der Leistungsphase 2.

Teilprojekt B

Projektziele

Die energetische Optimierung und der klimaneutrale Betrieb im Wohnungsbau sind weitgehend erforscht und prototypisch realisiert. Die Ziele des Leuchtturmprojektes Klima- und Ressourcenschutzwende liegen daher in der Beantwortung der Frage, welche materielle Ressourcenanwendung in der Gebäudekonstruktion zu einer weiteren CO2-Einsparung führt.

Ziel des Projektes ist es aufzuzeigen, wieviel CO2 durch die Verwendung von ökologischen Baustoffen (Ökobilanz) wie z.B. Holz, Zellulose und Recycling-Material im Vergleich zu konventionellen Materialien – bei eingehaltenen Anforderungen des Wärme-, Schall- und Brandschutzes – eingespart werden kann.

Zum anderen sollen die unterschiedlichen Bauweisen Holz-Lehm Haus und Ziegel-Holz Haus langfristig miteinander verglichen werden, um für die Zukunft grundsätzliche Erkenntnisse für die Umsetzung im Geschosswohnungsbau zu erhalten.

Durch den Einsatz nachwachsender Rohstoffe in der Gebäudehülle wird eine CO2-Einsparung von ca. 50% erwartet. Über die LCA Berechnungen mit e-LCA des BNB Systems hinaus werden mögliche Wirkungen des kreislaufgerechten Bauens der Pilotprojekte auf das Modul D also die Wiederverendung und Wiederverwertung zum Ende der Nutzungsphase aufgezeigt.

Projektbeteiligte

  • Teilprojekt A
    Generalplanung: Arge ZRS Architekten GvA mbH und Bruno Fioretti Marquez GmbH
  • Teilprojekt B
    Totalunternehmer: mib – Märkische Ingenieur Bau GmbH mit Arnold und Gladisch Objektplanung Generalplanung GmbH

Zuwendung

2 Mio. € Förderung durch die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz, davon

  • 1,5 Mio. € für das Teilprojekt A und
  • 0,5 Mio. € für das Teilprojekt B

Bewilligungszeitraum

01.01.2022-30.11.2024

  • Alt-Britz - Blick nach Süden, Vorentwurfsstand

    Alt-Britz - Blick nach Süden, Vorentwurfsstand

  • Buckower Feld - Ansicht Nord, Ost, West

    Buckower Feld - Ansicht Nord, Ost, West

  • Buckower Feld - Ansicht Nord

    Buckower Feld - Ansicht Nord

  • Buckower Feld - Ansicht Ost

    Buckower Feld - Ansicht Ost

  • Buckower Feld - Ansicht Süd

    Buckower Feld - Ansicht Süd

  • Buckower Feld - Ansicht West

    Buckower Feld - Ansicht West