Einführung

Aus großer Höhe ein Blick auf den ausgedehnten grünen Plänterwald, der sich links im Bild parallel zur tiefblauen Spree erstreckt und in den Treptower Park übergeht. Im Vordergrund ragt zwischen Bäumen das rote Riesenrad des ehemaligen Spreeparks auf. In weiter Ferne lassen sich auf der Spree die Halbinsel Stralau und die Rummelsburger Bucht erkennen. Das markante Hochhaus der Treptowers zeichnet sich vor dem blauen Himmel ab.

Grüne Metropole Berlin

Was ist biologische Vielfalt?

Biologische Vielfalt steht für den Reichtum an Leben auf der Erde. Sie umfasst die Vielfalt der Ökosysteme samt ihren Tier- und Pflanzenarten und die genetische Vielfalt innerhalb der Arten. Diese außergewöhnliche Vielfalt ist unsere Lebensversicherung. Gesunde Ökosysteme versorgen uns mit Nahrung, Wasser, sauberer Luft und Rohstoffen. Je größer die biologische Vielfalt in einem Ökosystem, desto besser kann es seine sogenannten Ökosystemfunktionen erfüllen, auf die wir Menschen angewiesen sind. Lebensräume mit einer großen Anzahl an Arten sind gesünder, leistungsstärker und anpassungsfähiger als solche mit nur wenigen Arten. Das ist insbesondere in Zeiten des Klimawandels wichtig, denn es treten weltweit immer häufiger Extremwetterereignisse auf. Nur gesunde Ökosysteme können sich gut an Umweltveränderungen anpassen und gegen Extremereignisse resilient werden. Somit können sie weiterhin ihre Leistungen für Menschen, Tiere und Pflanzen erfüllen.

Die Funktionen von biologischer Vielfalt in der Stadt

In städtischen Gebieten sind wir besonders auf biologische Vielfalt angewiesen. Ökosysteme in Form von Stadtgrün regulieren das Klima, indem sie Schatten spenden und durch Verdunstung für Abkühlung sorgen. An einem heißen Sommertag kann ein Laubbaum bis zu 400 Liter Wasser an seine Umgebung abgeben und diese dadurch erheblich abkühlen. Zudem spielen Bäume eine sehr wichtige Rolle für die innerstädtische Luftqualität, indem sie Schadstoffe filtern und Sauerstoff bereitstellen. Darüber hinaus ist Natur in der Stadt für die mentale und soziale Gesundheit unerlässlich, weil sie Grünflächen für Erholung und Freizeitaktivitäten bietet. Aktuelle Forschungsergebnisse belegen, dass Menschen besser mit stadttypischen Stressfaktoren umgehen können, wenn sie einen guten Zugang zu öffentlichen Grünflächen haben, insbesondere wenn diese Orte den sozialen Austausch fördern. Nicht erst seit der Corona-Pandemie wissen wir: Parks und Grünflächen sind unverzichtbar für die Lebensqualität in der Stadt. Außerdem wird zunehmend erkannt, dass ein biologisch vielfältiges Wohnumfeld das Immunsystem stärkt.

Eine parkähnliche Grünanlage mit Bäumen und Wiese durchzieht das Bild. Ein schmaler Bach fließt in der Mitte, daneben verläuft ein breiter, gepflasterter Weg, auf dem eine Person spaziert. Links sind moderne Gebäude und Sitzbänke zu sehen, rechts dichter Baumbestand. Der Himmel ist klar und blau.

Grünzug an der Panke in Berlin-Mitte

Wie die Stadt biologische Vielfalt beherbergt

Die Natur ist nicht nur wichtig für die Stadt, auch andersrum ist die Stadt bedeutend für die Natur. Städte bieten zahlreiche Lebensräume für die unterschiedlichsten Tier- und Pflanzenarten. Durch die Bereitstellung von Schutzräumen und Nahrungsquellen kann sie zum Erhalt bedrohter Arten beitragen. In einer Großstadt wie Berlin hängt die Biodiversität maßgeblich von der Vielfalt der Eigenschaften urbaner Lebensräume ab, wie Gärten, Brachen, Teiche, Parks und Straßenräume aber auch Balkone, Fassaden oder Dächer. Wenn diese Orte naturnah und biodiversitätsfreundlich gestaltet sind, werden sie zu einem funktionsreichen Ökosystem. Oft ist die biologische Vielfalt an den Randbereichen der Stadt mit ihren vielfältigen Freiräumen und geringerem landwirtschaftlichen ‚Leistungsdruck‘ sogar höher als im Umland.

Die Berliner Strategie zur Biologischen Vielfalt 2030+

Um die biologische Vielfalt und die natürlichen Lebensräume in Berlin zu fördern, wurde die Berliner Strategie zur Biologischen Vielfalt verabschiedet. Die Strategie setzt 19 Handlungsfelder fest, um dem Rückgang der Artenvielfalt in Berlin aufzuhalten. Damit das gelingt, zielt die Strategie auch darauf ab, die Lebensqualität in der Stadt zu verbessern und die Anpassung an den Klimawandel zu fördern. Ein zentraler Aspekt davon ist eine nachhaltige Stadtentwicklung, die sowohl die Bedürfnisse der menschlichen Bevölkerung als auch die der Tier- und Pflanzenwelt berücksichtigt. Weiterhin strebt die Strategie an, das Bewusstsein der Menschen für die Bedeutung der biologischen Vielfalt zu schärfen und sie mittels Bildungs- und Beteiligungsformate aktiv in Schutz- und Fördermaßnahmen einzubeziehen.

Auf den folgenden Seiten erfahren Sie Hintergründe und weitere Informationen zur Berliner Biologischen Vielfalt:

Auf dem Tempelhofer Feld sind drei Radfahrer auf einer ehemaligen Rollbahn des Flughafens unterwegs. Zwei Männer fahren nach rechts, eine dritte Person nach links. Die asphaltierte Rollbahn wird von ausgedehnten Wiesen begrenzt. Im Vordergrund sitzt ein Turmfalke auf einem Pflock, an dem ein Schild befestigt ist. Im Hintergrund erstreckt sich die frühere Flugsteighalle mit dem Schriftzug: Berlin - Tempelhof.

Berlins urbane Vielfalt

Berlin als grüne Metropole weist eine hohe Artenvielfalt auf. Biologische Vielfalt und menschliches Wohlbefinden in der Stadt bauen beide auf der Qualität des Stadtgrüns und dessen Ausstattung auf. Weitere Informationen

Ein Blick aus großer Höhe auf einen schnurgeraden Weg, der von Wiesen und satt grünen Bäumen gesäumt wird. Darüber spannt sich blauer Himmel mit weißen Wolken. Etwas zurückgesetzt reihen sich rechterhand Altbauten aneinander. Der Weg führt auf den ehemaligen Flugplatz Tempelhof, heute als Tempelhofer Feld bekannt, zu. Auf der riesigen Fleifläche sind die früheren Start- und Landebahnen von Wiesen umgeben.

Biodiversität im globalen Kontext

Die Berliner Strategie steht im Kontext einer weltumspannenden Aufgabe. Aktuelle Entwicklungen zeigen auf, wie groß der Handlungsbedarf ist. Städte spielen bei der Förderung der biologischen Vielfalt eine wichtige Rolle. Weitere Informationen

Am Ufer des Tegeler Fließ wachsen hohe Gräser und Sträucher mit weißen, verzweigten Dolden. Ein hoher Busch mit schmalen grünen Blattern ragt links ins Bild. Hinter dem Fließ erstreckt sich eine sanft geschwungene Wiese, dahinter dichter Wald. Der blaue Himmel spiegelt sich auf der Wasseroberfläche.

Bedrohte Biodiversität

Die biologische Vielfalt in Berlin, Deutschland und der Welt geht stark zurück. Fast jede vierte europäische Spezies ist vom Aussterben bedroht. In einer Großstadt wie Berlin tragen vor allem der Verlust natürlicher Lebensräume und der Klimawandel zum Verschwinden von Tier- und Pflanzenarten bei. Weitere Informationen

Unscharf im Vordergrund ragt der Kopf eines jungen Rotfuchses ins Bild. Er schaut direkt in eine Wildtierkamera. Er hat spitze aufrecht stehende Ohren und große dunkle Augen. Am unteren Bildrand steht: 4. August 2018, sieben Uhr zwanzig. Hinter dem Tier dichtes üppig grünes Unterholz. Bäume stehen dicht an dicht, rechts liegt die riesige Wurzel eines umgestürzten Baumstammes.

Berliner Strategien und Maßnahmen für eine gute Nachbarschaft von Mensch, Tier und Grün

In Berlin gibt es unzählige Aktivitäten zur Förderung der biologischen Vielfalt. Das Berliner Stadtgrün ist Grundgerüst für das Vorkommen von Tieren und Pflanzen, deshalb soll es vielfältiger werden. Andere Maßnahmen richten sich konkret an die Bedürfnisse der Tiere in der Stadt. Weitere Informationen

Kontakt

Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
Abteilung Naturschutz und Stadtgrün
Referat Naturschutz, Landschaftsplanung und Forstwesen