Rückbau Lindentunnel

Lindentunnel: Lageübersicht

Ausführungsphase
Der Lindentunnel befindet sich im Stadtbezirk Mitte und unterquert die Straße Unter den Linden zwischen Humboldt-Universität und Neuer Wache auf Höhe der Staatsoper.
Die Standsicherheit des Lindentunnels ist nur noch durch entsprechende Sicherungsmaßnahmen gegeben. Der feststellbare Bauwerkszustand des Lindentunnels und die übergeordneten Einflussfaktoren aus dem Bundesstraßennetz, hier insbesondere bezüglich der Bundesstraße 1 und 2, sowie den speziellen Nutzungsanforderungen des gesamthaften Straßennetzes im Zentralen Bereich des Landes Berlin erfordern eine kurzfristige Umsetzung der weiteren Projektphasen bis zum abschließenden Rückbau der wesentlichen Tunnelkonstruktion.
Neben der dringenden Notwendigkeit aus dem feststellbaren Bauwerkszustand nach DIN 1076 des Lindentunnels und dem Umstand, dass die rechnerische Nutzungsdauer des Ingenieurbauwerkes bereits überschritten ist, kann auf Grund der gegenwärtigen Lastbeschränkung im Bereich des Lindentunnels keine Umleitungs- oder Entlastungsstrecke für die Leipziger Straße und Gertraudenstraße angeboten werden. Auch die Situation für den Umweltverbund muss zwingend verbessert werden, da bereits seit mehreren Monaten nur ein eingeschränktes ÖPNV-Angebot infolge des Bauwerkszustandes des Lindentunnels umgesetzt werden kann.
Die Tragfähigkeit der Deckenträger des Lindentunnels ist nicht ausreichend, daher wurden bereits Abstützungen, sowie eine lastverteilende Platte eingebaut. Da der Lindentunnel keine verkehrliche Bedeutung mehr besitzt, sollen der südöstliche (SO) und südwestliche (SW) Tunnelarm zurückgebaut werden.

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Das Vorhaben

Bestandsfotos

  • Lindentunnel: Tunnelarm Südwest mit Tiefgaragenentlüftung

    Lindentunnel: Tunnelarm Südwest mit Tiefgaragenentlüftung

  • Lindentunnel: Tunnelarm Südost mit Sprinklerzentrale und Notabstützung

    Lindentunnel: Tunnelarm Südost mit Sprinklerzentrale und Notabstützung

Verkehrswege

Die Straße Unter den Linden zählt zu den zentralen Verkehrsachsen im Zentrum von Berlin. Sie erstreckt sich vom Brandenburger Tor bis zur Schlossbrücke und dem Berliner Dom.

Ingenieurbauwerk Lindentunnel

Der Lindentunnel wurde in den Jahren 1914 bis 1916 als Straßenbahntunnel errichtet. Der Nordtunnel verzweigt sich unter der Straße in einen Ost- und Westtunnel. Der Nordtunnel hat eine Länge von etwa 60 m, der Tunnelarm SO von etwa 50 m und der Tunnelarm SW von etwa 78 m. Seit 1952 hat der Lindentunnel keine verkehrliche Bedeutung mehr.

Die Tunnelwände und die Tunnelsohle wurden aus bewehrtem Beton hergestellt. In Teilbereichen der Tunnelsohle wurden dicht nebeneinanderliegende Doppel-T-Walzprofile aus Eisen eingebaut. Die Tunneldecke wurde als Kappendecke aus Stampfbeton mit Doppel-T-Walzprofilen als breitflanschige Differdinger aus Eisen ausgeführt. Bei den beiden Tunnelarmen SO und SW handelt es sich um ein Rahmensystem. Der Tunnel wurde mit einer außenliegenden Abdichtung aus Teerpappe abgedichtet.

Im Zuge von Umbauarbeiten am Tunnel und an umliegenden Gebäuden wurden u. a. Teile der ursprünglichen Konstruktion bereichsweise durch neue Stahlbetonbauteile ersetzt. Darüber hinaus wurden Stahltragwerke und Hilfsstützen zur Abfangung der alten Konstruktion eingebaut.

Der Nordtunnel wird seit 2002 als Kulissenlager des Maxim-Gorki-Theaters genutzt. Die Nutzung als Kulissenlager bleibt weiterhin bestehen, sodass Abschlusswände von den Tunnelarmen SO und SW zum Nordtunnel herzustellen sind.

Lindentunnel: Grundriss

Der Bau

Voraussichtliche Bauzeit: 2026 bis 2027

Im Zuge der Maßnahme werden folgende wesentliche Arbeiten ausgeführt:

  • Rückbau des Tunnels bis etwa 2,50 m unter Oberkante (OK) Fahrbahn in zwei Bauphasen
  • Herstellung bauablaufbedingter Schottwände
  • Errichtung von Abschlusswänden zu angrenzenden Bauwerken
  • Verfüllung des Tunnels
  • Wiedererstellung des Straßenaufbaus

Zur Koordinierung der Baumaßnahme mit Veranstaltungen im Umfeld erfolgen Abstimmungen mit den angrenzenden Kulturinstitutionen.

Verkehrsführung

Die Rückbaumaßnahme wird unter weitestgehender Aufrechterhaltung der Verkehrsverbindung auf der Straße Unter den Linden durchgeführt. In der ersten Bauphase wird die Fahrbahn in die westliche Fahrtrichtung zum Alexanderplatz gesperrt und der KFZ-Verkehr auf die andere Straßenseite umgeleitet. Für jede Fahrtrichtung steht während dieser Zeit jeweils ein Fahrstreifen zur Verfügung. Der Fuß- und Radverkehr wird im unmittelbaren Umfeld der Baustelle umgeleitet. In der zweiten Bauphase wechselt die Baustelleneinrichtung auf die gegenüberliegende Straßenseite. Die Verkehrsführung wird entsprechend angepasst.

Zahlen und Daten

Bauwerksdaten

  • Baujahr

    1914-1916

  • Länge Tunnelarm SO

    50 m

  • Länge Tunnelarm SW

    78 m

  • Breite

    7,50 m

  • Konstruktion

    Querschnitt als geschlossener Stahlbetonrahmen

Auftraggeber

Land Berlin

Baukosten

ca. 5,4 Millionen Euro

Kontakt

Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
Abteilung Tiefbau
Bereich Brücken / Ingenieurbau