Senat beschließt Maßnahmen für eine effektivere Baustellenkoordinierung
Pressemitteilung vom 21.04.2026
Aus der Sitzung des Senats am 21. April 2026:
Der Senat hat in seiner heutigen Sitzung den von Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, vorgelegten Bericht „Baustellen koordinieren – Beeinträchtigungen reduzieren“ beschlossen. Der Bericht stellt ein erstes integriertes Gesamtkonzept zur verkehrlichen Baustellenkoordinierung in Berlin dar. Ziel ist es, Beeinträchtigungen für Verkehr und Anwohnerinnen und Anwohner durch eine bessere Steuerung und engere Zusammenarbeit aller Beteiligten deutlich zu verringern.
Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt: „Wir bringen Ordnung in ein komplexes System. Durch digitale Werkzeuge, abgestimmte Abläufe und eine transparente Kommunikation werden Baustellen künftig effizienter geplant und durchgeführt. Die Berlinerinnen und Berliner werden sehen und spüren, dass die Stadt auf dem Weg zu einer modernen, gut koordinierten Baustellenkultur ist.“
Jörg Seegers, ehrenamtlicher Baustellenmanager des Landes Berlin: „Koordinierte Baustellen sind kein Selbstzweck, sondern spürbarer Gewinn für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. Wenn Informationen schneller fließen und Verantwortlichkeiten klar geregelt sind, profitieren Anwohner, Wirtschaft und Umwelt zugleich.“
Das Konzept der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) überführt die bislang isolierten Prozesse – von der Antragstellung über Koordinierung und Kontrolle bis zur Öffentlichkeitsinformation – schrittweise in ein abgestimmtes, digital gestütztes System. Ablauforganisatorische Maßnahmen, digitale Instrumente und verbesserte Kontrollmechanismen werden mit einer stringenten Informationsstrategie verknüpft. Damit sollen baubedingte Verkehrseinschränkungen auf das notwendige Maß reduziert werden.
Das Gesamtkonzept umfasst vier zentrale Handlungsfelder:
1. Gemeinsame Kontrollgruppe Arbeitsstellen an Straßen (GeKAS)
Zur Stärkung der Baustellenkontrolle startet im April eine Pilotphase der gemeinsamen Kontrollgruppe Arbeitsstellen an Straßen (GeKAS). Beteiligt sind die SenMVKU, die Polizei sowie die drei Bezirksämter Pankow, Reinickendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf.
2. Digitale Kontrolle von Arbeitsstellen an Straßen (DiKAS)
Ergänzend zu den Vor-Ort-Kontrollen erfolgt die Etablierung der Digitalen Kontrolle von Arbeitsstellen an Straßen (DiKAS) und dient der Verbesserung der Aktualität und Genauigkeit der digitalen Straßenkarte Berlins durch die Nutzung von Crowd-Daten. Ziel ist die automatisierte Erfassung von Baustellen, Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen durch vorbeifahrende Fahrzeuge in Echtzeit. Damit wird in Zukunft ein automatisierter Abgleich zwischen dem angeordneten Soll-Zustand und dem tatsächlich vorgefundenen Ist-Zustand ermöglicht.
- Verzahnung der beteiligten Akteure (Bezirke, Leitungsnetzbetreiber, Bauunternehmen und Verwaltung)
- Unterstützung bei der Weiterentwicklung bestehender Koordinierungskonzepte
- Verbesserung der Öffentlichkeitsinformation
- Unterstützung bei der Vermeidung sogenannter Schlafbaustellen
4. Baustellenkoordinierungsplattform
Das zentrale Element der zukünftigen Baustellensteuerung ist die Weiterentwicklung der digitalen Arbeitsumgebung für die verkehrliche Koordinierung und Genehmigung von Baumaßnahmen im öffentlichen Straßenland. Das bestehende Fachverfahren VISS (Verkehrsinformationssystem Straße) wird modernisiert. Ein eigeständiges Koordinierungsmodul „Baustellenkoordinierung“ wird in diesem Zuge eingeführt. Damit entsteht ein digitales Instrument, das Planung, Genehmigung und Koordination stärker miteinander verzahnt. Die Koordinierung entwickelt sich damit von einer informellen Abstimmung zu einem strukturierten, datenbasierten Verfahren.
Zudem ist die SenMVKU mit dem Projekt „Smarte Baustelleninformationen für weniger Stau“ unter den Gewinnern der Berlin City Challenge 2026. Das Vorhaben setzt auf Künstliche Intelligenz, um Verkehrszeichenpläne automatisch in maschinenlesbare Daten zu überführen – ein digitales Projekt, das Baustellenmanagement und Verkehrsfluss künftig deutlich verbessern soll.
Flankierend zur digitalen Plattform werden regelmäßige Koordinierungsrunden durchgeführt. Daran nehmen unter anderem Bezirksämter als Straßenbaulastträger sowie relevante Bauherren und Versorgungsunternehmen teil. Zum Sommer 2026 sollen die laufenden Abstimmungen abgeschlossen und anschließend in einem abschließenden Bericht zusammengeführt werden.
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