Ernst-Reuter-Plakette

Ernst-Reuter-Plakette

Mit der Ernst-Reuter-Plakette zeichnet der Senat von Berlin in- und ausländische Persönlichkeiten für kommunale Verdienste oder für Verdienste in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik oder Kunst aus. Das fachlich zuständige Senatsmitglied prüft Anregungen für die Verleihung und schlägt dem Regierenden Bürgermeister die Kandidatin oder den Kandidaten vor. Falls der Regierende Bürgermeister zustimmt, beschließt der Senat die Verleihung. Bis Ende 2013 sind 183 Personen mit der Plakette ausgezeichnet worden.

Die Ernst-Reuter-Plakette ist eine versilberte Bronzeplakette mit dem Porträt Ernst Reuters. Zu ihr gehört eine Urkunde mit der Unterschrift des Regierenden Bürgermeisters. Finanzielle oder materielle Vergünstigungen sind mit der Auszeichnung nicht verbunden.

Geschichte der Ernst-Reuter-Plakette

Der Sozialdemokrat Ernst Reuter (geb. 29.7.1889; gest. 29.9.1953) war einer der bedeutendsten Nachkriegspolitiker Berlins. 1947 verhinderte das sowjetische Veto Reuters Amtsantritt als Oberbürgermeister. Erst 1949 nach der Spaltung der Stadt konnte er dieses Amt übernehmen.

Am 9. September 1948, auf dem Höhepunkt der Blockade, hielt Reuter vor über 300.000 Berlinern vor der Ruine des Reichstagsgebäudes seine berühmte Rede, in der er an “die Völker der Welt” appellierte, die Stadt nicht preiszugeben. Von 1951 bis zu seinem Tod war Ernst Reuter der erste Regierende Bürgermeister des in West-Berlin amtierenden Berliner Senats.

Am 22. März 1954 beschloss der Senat von Berlin verschiedene Ehrungen für den verstorbenen ersten Regierenden Bürgermeister Ernst Reuter; dazu gehörte auch die Stiftung der Plakette.

Der Entwurf der Plakette stammt von Richard Scheibe, dem Berliner Kunstpreisträger für Bildhauerei von 1952. Anfangs gab es die Ernst-Reuter-Plakette in zwei Klassen: Silber und Bronze. Weil die bronzene Version selten vergeben wurde, gibt es seit 1980 nur noch eine Ausführung aus versilberter Bronze.

Zu ihren Lebzeiten durfte die Auszeichnung nur mit Zustimmung der Witwe Hanna Reuter vergeben werden. Träger der Ernst-Reuter Plakette sind beispielsweise der ehemalige Regierende Bürgermeister Hans-Jochen Vogel, der ehemalige Landwirtschaftsminister Ignaz Kiechle und Inge Meysel. Die erste Ernst-Reuter-Plakette erhielt am 17. September 1954 James Bryant Conant, Hoher Kommissar und Repräsentant der USA in Berlin.
In den letzten Jahren wurden mit der Ernst-Reuter-Plakette folgende Persönlichkeiten ausgezeichnet: die „Grande Dame“ der Berliner Kulturlandschaft, Nele Hertling (2014), Generalmusikdirektor Daniel Barenboim (2013), der ehemalige Anführer der Gewerkschaft Solidarność und spätere Präsident Polens, Lech Wałęsa (2009), der Literaturnobelpreisträger Imre Kertész (2006) sowie der im Januar 2014 verstorbene Dirigent Claudio Abbado (2004).