Der renommierte Peter-Joseph-Lenné-Preis des Landes Berlin wurde am 9. Oktober 2026 in einer sehr gut besuchten Preisverleihung in der Akademie der Künste am Hanseatenweg von Staatssekretär Arne Herz an die Preisträgerinnen und Preisträger in den drei Kategorien Regional, National und International verliehen. Mit 99 Einreichungen ist der diesjährige Jahrgang einer der beteiligungsstärksten Lenné-Preise der vergangenen Jahrzehnte mit vielen internationalen und nationalen Wettbewerbsbeiträgen.
Peter-Joseph-Lenné-Preis 2026 – Aufgaben Regional, National und International
In der Aufgabenstellung A (Regional, Berlin), an der sich 59 Teilnehmende beteiligten, waren unter dem Titel „Freiraum im Klimawandel“ Ideen für den Tilla-Durieux-Park gesucht.
Die Arbeit des Lenné-Preisträgers 2026 „Ein Ort, kein Denkmal“ von Julius Schwarz (Berlin) ist ein mutiger Gegenentwurf zur ikonischen Rasenfigur und gibt eine überzeugende Antwort auf heutige Herausforderungen in der Freiraumplanung. Der neu gedachte Ort bietet vielfältige Aufenthaltsbereiche und gibt unterschiedlichsten Nutzungen Raum – Raum für die Menschen vor Ort. Besonders positiv bewertet das Preisgericht die konsequente Ausrichtung auf ein Konzept der Teilhabe und urbanen Nutzung. Die Verknüpfung des Tilla-Durieux-Parks mit dem Henriette-Herz-Park über den Potsdamer Platz hinweg, die Einbindung in den übergeordneten Freiraumverbund sowie die Aufwertung wichtiger Wegebeziehungen stärken die Vernetzung des Gebiets. Im Tilla-Durieux-Park selbst wird in Kaskaden geführtes Regenwasser zum Gestaltungselement. Insgesamt überzeugt die Arbeit durch ihre konsequente Weiterentwicklung des Ortes, ihren hohen gestalterischen Anspruch, ihren Durcharbeitungsgrad und ihren
zukunftsgerichteten Umgang mit Klima, Stadtgesellschaft und Freiraum.
Für die Aufgabe B (National) aus Freiburg im Breisgau: Öffentliche Räume im Wandel – Vision für den Freiburger Westen gingen acht Arbeiten ein.
Unter dem Titel „Basin of Cradle“ entwickelt der Lenné-Preisträger 2026 Junyi Fan (Shenzhen/VR China) ein überzeugendes Gesamtkonzept. Durch die Gliederung in drei unterschiedlich charakterisierte Freiräume, sogenannte „Cradles“, entsteht ein zusammenhängendes grünes Gerüst. Als besonders gelungen bewertet die Jury die differenzierte und tiefe Ausarbeitung der einzelnen „Cradles“. So entsteht im westlichen Bereich ein natürlich geprägter, ökologisch wertvoller Freiraum. Hier werden vorhandene Landschaftselemente, wie Restwaldbestände und Obstwiesen, überzeugend integriert. Im angrenzenden „Cradle of Living“ orientiert sich die Ausgestaltung an den Bedürfnissen der Einwohnerinnen und Einwohner mit einer Vielzahl von Nutzungsangeboten. Der Entwurf überzeugt insgesamt durch eine klare Wegestruktur, eine sorgfältige Materialwahl und einen hohen Detaillierungsgrad in allen Maßstabsebenen. Zusätzlich wird der Arbeit die Karl-Foerster-Anerkennung für herausragende Pflanzenverwendung
verliehen, da sie eine beeindruckende Fülle an vegetationsbezogenen Ideen für einen neuen Stadtpark folgerichtig entwickelt.
Die internationale Aufgabe C aus Prag: Güterbahnhof Žižkov – Transformator nachhaltiger Quartiersentwicklung verzeichnete 32 Einreichungen.
Der Entwurf „Dritte Landschaft“ der Lenné-Preisträgerinnen und Preisträger 2026 Luca Bennet Fritz (Laubach), Manuel Eberts (Mannheim) und Kaja Lipka (Darmstadt) verbindet Naherholung, Natur- und Lebensräume zu den linearen Strängen „Natur, Freizeit und Anbindung“. Entlang dieser Stränge sind unterschiedliche Räume und Nutzungen angeordnet, die sich zu Bereichen mit jeweils eigener Prägung verweben. So entstehen naturnahe und stärker vom Menschen geprägte Landschaften, deren ausgewogenes Miteinander die „Dritte Landschaft“ bildet. Die Jury würdigt die klare konzeptionelle Haltung sowie die sensible Reaktion auf unterschiedliche räumliche Kontexte. Besonders überzeugend sind die Verknüpfung bestehender Freiräume, die Verbindung zwischen Park Židovské pece und Refugium sowie das Netz aus Sport- und Erholungsflächen. Im Vertiefungsbereich stärkt das Refugium die Biodiversität und schafft einen eigenständigen Landschaftscharakter. Insgesamt überzeugt die Arbeit durch ihre
landschaftsplanerische Qualität, den sensiblen Umgang mit unterschiedlichen räumlichen Kontexten sowie ihre starke konzeptionelle Klarheit.
Neben den Lenné-Preisen und -Anerkennungen wurde zusätzlich die Karl-Foerster-Anerkennung für herausragende Leistungen der Pflanzenverwendung vergeben.