Berlins Wasserzukunft: Dialog startet mit 1. Wasserforum

Vorsorge für Wasser

Pressemitteilung vom 04.09.2026

Ob Hitzewelle oder sinkende Pegelstände: Die Auswirkungen der Klimakrise sind für die Berlinerinnen und Berliner schon heute Realität. Künftig wird sich der Wassermangel durch den Strukturwandel in der Lausitz noch weiter verschärfen – mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund kamen Bürgerinnen und Bürger, Forschende sowie Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik und Praxis beim ersten Berliner Wasserforum am 3. September 2026 im Museum für Naturkunde zusammen, um gemeinsam darüber zu diskutieren, wie die Wasserversorgung der Hauptstadtregion langfristig gesichert werden kann. Veranstaltet wurde das Forum in enger Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt.

Die Folgen des Strukturwandels in der Lausitz führen zu deutlich weniger Wasser in der Spree und stellen Berlin in Kombination mit einer wachsenden Bevölkerung und dem Klimawandel vor große Herausforderungen. Um diese zu bewältigen, setzt die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt den Masterplan Wasser um. Der Masterplan Wasser ist die Zukunftsstrategie für die Berliner Wasserwirtschaft. Dabei ist klar: Ein zukunftsfähiger Wasserwandel gelingt nur unter Beteiligung der Bevölkerung. Im Austausch an verschiedenen Thementischen brachten Bürgerinnen und Bürger des ersten Wasserforums deshalb ihre Anliegen und Ideen ein und kamen zugleich mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Praxis ins Gespräch. So entstand ein Dialog, in dem unterschiedliche Perspektiven zusammenkamen, Fragen beantwortet und gemeinsame Ansatzpunkte für die künftige Wasserpolitik des Landes entwickelt wurden. Grundlage dafür bildeten konkrete Sammlungsbeiträge, die Teilnehmende im Rahmen des Projekts „Wasserzukunft. Stimmen aus Berlin und Brandenburg“ zuvor auf der digitalen Plattform Natur der Dinge beigesteuert sowie in Workshops erarbeitet hatten.

„Die Trockenheit der letzten Jahre ist nur ein Vorgeschmack auf die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte. Das Klima wandelt sich weiter und der Druck auf unsere Wasserressourcen wird kontinuierlich steigen“, betonte Prof. Johannes Vogel, Ph.D., Generaldirektor des Museums für Naturkunde Berlin, anlässlich der Veranstaltung. „Es ist deshalb höchste Zeit für Lösungen: Lösungen, die von Gesellschaft und Politik gemeinsam entwickelt und getragen werden.”

Auch Andreas Kraus, Staatssekretär für Klimaschutz und Umwelt, unterstrich nach dem direkten Austausch mit den Anwesenden die Bedeutung der gesellschaftlichen Teilhabe: „Berlins Wasserwirtschaft steht vor einem Wandel. Mit dem Masterplan Wasser haben wir eine klare Zukunftsstrategie, um unsere Wasserinfrastruktur zu sichern, zu modernisieren und zukunftsfest auszubauen. Für die Umsetzung braucht es den engen Schulterschluss aller relevanten Akteure – und ausdrücklich die Perspektiven der Berlinerinnen und Berliner. Denn Berlins Wasserzukunft gestalten wir gemeinsam.“

Wie groß das Interesse an einer aktiven Mitwirkung ist, zeigten die Ergebnisse der Gespräche an den Thementischen. Im Austausch wurden zahlreiche Impulse für mehr Bürgernähe und eine zügige Umsetzung entwickelt. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Frage, wie Berlin den Weg zur Schwammstadt weiter voranbringen und Regenwasser stärker in den Kiezen halten kann. Auch transparente Informationen, gute Beteiligungsmöglichkeiten und eine verlässliche Finanzierung wurden als wichtige Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Wasserwirtschaft benannt. „Wenn im Sommer die Bäume im Kiez vertrocknen oder der Starkregen die Straßen flutet, sehen wir direkt vor unserer Haustür, wie dringend der Handlungsbedarf ist. Wir Bürgerinnen und Bürger wollen keine passiven Beobachter sein, sondern unser lokales Wissen einbringen und den Umbau zur Schwammstadt aktiv mitgestalten“, erklärte Teilnehmerin Johanna Erdmann.

Grundlage dafür sind starke Netzwerke. Daher übergab das Programm „ON WATER – WasserWissen in Berlin“ der Berlin University Alliance den Stab an das Projektteam von „Wasserzukunft“ und sichert so die Weitergabe der Ergebnisse der Verbundarbeit. Das Museum für Naturkunde Berlin stärkt damit seine Rolle als Bindeglied zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft, um die Berliner Wasserzukunft gemeinsam zu gestalten.

Das Projekt Wasserzukunft. Stimmen aus Berlin und Brandenburg wird durch Mittel der LOTTO-Stiftung Berlin ermöglicht.