400.000 junge Aale finden in Berliner Gewässern ihr neues Zuhause

Aalbesatz. Die ca. 7 Gramm schweren Aale schwimmen über eine Aalrutsche ins freie Gewässer.

Pressemitteilung vom 10.06.2026

Berlins Fischereiamt setzt europaweites Artenschutzprojekt fort – EU und Land fördern Besatzmaßnahmen mit 138.000 Euro

Das Fischereiamt der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) hat heute 400.000 junge Aale in Havel, Spree und Dahme ausgesetzt. Die Aktion ist Teil des länderübergreifenden Projekts „Laicherbestandserhöhung beim Europäischen Aal im Einzugsgebiet der Elbe” und setzt ein klares Zeichen für den aktiven Schutz bedrohter Arten im Berliner Stadtgebiet. Die neuen Bewohner der Berliner Gewässer bringen jeweils bis zu 7 Gramm auf die Waage – zusammen rund 2.750 Kilogramm vitaler Jungfische.

Senatorin Ute Bonde betont die Bedeutung des Projekts für den Berliner Naturschutz: „400.000 junge Aale in unseren Gewässern – das ist aktiver Naturschutz mitten in der Großstadt. Berlin trägt damit Verantwortung für eine der bedrohten Arten Europas. Der Europäische Aal ist seit Jahrzehnten auf dem Rückzug, und wir wollen gemeinsam mit unseren Partnern, der EU und den Berliner Fischerinnen und Fischern dafür sorgen, dass er in Havel, Spree und Dahme eine Zukunft hat. Berlins Gewässer sind Lebensraum – und deren Schutz ist uns eine Investition wert.”

Von den französischen Flussmündungen in Berliner Gewässer

Die jungen Aale wurden zwischen November und Februar in französischen Flussmündungen zum Atlantik gefangen und in den vergangenen Wochen in einer deutschen Aalfarm auf ihre neue Umgebung vorbereitet. Gut ernährt und kräftig gewachsen, wurden die Tiere nun in ihre natürlichen Aufwuchsgewässer entlassen.

Beim Europäischen Aal wird seit mehr als 30 Jahren ein kontinuierlicher Bestandsrückgang verzeichnet. Die Ursachen sind vielfältig: Querbauwerke wie Schleusen und Wehre erschweren dem Langdistanzwanderfisch den Zugang zu geeigneten Lebensräumen erheblich. Die heutige Besatzmaßnahme soll nicht nur den Gesamtbestand stärken, sondern auch sicherstellen, dass der Aal in den Gewässersystemen erhalten bleibt, in denen er ursprünglich heimisch ist.

Breites Partnernetzwerk und wissenschaftliche Begleitung

Die Besatzmaßnahmen werden durch Mittel der Europäischen Union sowie der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz gefördert. Die Gesamtinvestition für den Aalbesatz 2026 beläuft sich auf 138.000 Euro, davon 68.900 Euro EU-Fördermittel und 29.500 Euro Landesmittel. An der Umsetzung beteiligt sind die Fischersozietät Tiefwerder-Pichelsdorf, die Köpenicker Fischervereinigung e.V. sowie das Fischereiamt Berlin. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet.