Ein schattiger Schulweg, ein kühler Aufenthaltsort für ältere Menschen, ein Innenhof, der Regenwasser aufnehmen kann: So wird Klimaanpassung im Alltag spürbar. Unter der Leitbotschaft „Berlin macht sich hitzefest“ brachte die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt heute rund 200 Fachleute bei „KLIMAANPASSUNG: Der Berlin Kongress“ zusammen. Ein Jahr nach dem Beschluss des Berliner Klimaanpassungsgesetzes steht im Mittelpunkt, wie aus gesetzlichen Zielen konkrete Verbesserungen für die Berlinerinnen und Berliner werden.
„Ein Gesetz kann Ziele setzen. Pflanzen kann es keinen einzigen Baum. Das tun Menschen, die in diesem Raum sitzen“, betonte Frau Ute Bonde, die Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. Sie dankte ausdrücklich der Initiative BaumEntscheid e. V. sowie der gesamten Zivilgesellschaft für ihr Engagement und die Impulse, die den Weg für das Berliner Klimaanpassungsgesetz bereitet haben.
Andreas Kraus, Staatssekretär für Klimaschutz und Umwelt: „Berlin macht sich hitzefest. Dafür haben wir im ersten Jahr die Grundlagen geschaffen. Jetzt kommt es darauf an, die Umsetzung gemeinsam voranzubringen. Entscheidend ist, was die Menschen in ihrem Alltag spüren: mehr Schatten, kühlende Orte und besseren Schutz vor Hitze und Starkregen. Besonders im Blick haben wir diejenigen, die sich kaum aus eigener Kraft schützen können. An diesen Verbesserungen wollen wir uns messen lassen.“
Klimaanpassung ist Gesundheitsschutz. Hitze trifft alle, aber nicht alle gleich. Deshalb muss die Vorsorge dort besonders wirksam werden, wo hohe Belastungen auf begrenzte Möglichkeiten zur eigenen Vorsorge treffen. Bäume, Grünflächen und entsiegelte Böden helfen, Quartiere zu kühlen und Regenwasser zurückzuhalten. Ihr Wert zeigt sich unmittelbar darin, wie sie Gesundheit und Lebensqualität schützen.
Das Gesetz kam aus der Stadtgesellschaft, umgesetzt wird es mit der ganzen Stadtgesellschaft. Senatsverwaltungen, Bezirke, Leitungs- und Versorgungsunternehmen, Wissenschaft, Wirtschaft und zivilgesellschaftliche Initiativen arbeiten dafür zusammen. Wenn Straßen saniert, Leitungen erneuert oder Gebäude geplant werden, gehören Schatten, Stadtgrün und Regenwasserrückhalt von Anfang an dazu. Der Kongress bringt die Beteiligten zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und nächste Schritte zu vereinbaren.
„Nach einem Jahr Aufbau steht nun die Umsetzung im Mittelpunkt,“ so Kraus. Das auf 18 Monate angelegte Umsetzungsplanungsprojekt klärt, wer welche Aufgaben übernimmt, welche personellen und finanziellen Mittel benötigt werden und wie die Maßnahmen zeitlich ineinandergreifen. Ergebnis wird ein Umsetzungsplan, ein Zeitplan bis 2040 und eine belastbare Ressourcenplanung sein. „Damit wird nachvollziehbar, welche Schritte anstehen und woran Fortschritte gemessen werden können“, so Kraus abschließend.