Gemeine Esche ist Baum des Jahres 2027
Die Gemeine Esche – Baum des Jahres 2027
Bild: J. Blümle; Quelle: Baum des Jahres
Pressemitteilung vom 04.11.2026
In Berlins Wäldern ist die Baumart nur vereinzelt vertreten – das Eschentriebsterben setzt vor allem den alten Bäumen zu
Die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) ist Baum des Jahres 2027. Die Ausrufung erfolgte am Mittwochmorgen in Berlin durch die Baum des Jahres – Dr. Silvius Wodarz Stiftung. Damit steht eine heimische Baumart im Mittelpunkt, die für ihre ökologische Bedeutung bekannt ist, deren Bestand jedoch seit Jahren durch das Eschentriebsterben unter Druck steht.
Auch in den Berliner Wäldern kommt die Esche vor, allerdings spielt sie nur eine untergeordnete Rolle. Sie wächst unter anderem in den Forstrevieren Nuthe, Spandau, Rahnsdorf, Buch und Blankenfelde. In der oberen Baumschicht, macht sie dort meist einen Mischungsanteil von nur rund zehn Prozent aus.
Besonders die älteren Eschenbestände sind vom Eschentriebsterben betroffen. Der aus Ostasien stammende Schlauchpilz Hymenoscyphus fraxineus hat sich in weiten Teilen Europas ausgebreitet und schädigt die Bäume. Auch in Berlin sind die Folgen sichtbar: Im Spandauer Luchwald sind zahlreiche Eschen, die den Stürmen der vergangenen Jahre standgehalten haben, inzwischen durch den Pilz stark geschädigt. Andernorts brechen alte Bestände zunehmend zusammen oder sterben ab, weil anliegende Gewässer verloren gegangen sind.
Allerdings: In vielen Berliner Forstrevieren wächst Eschennachwuchs aus Naturverjüngung heran. Unter den etwa 25 bis 50 Jahre alten Bäume könnten sich Exemplare befinden, die dem Krankheitserreger vergleichsweise gut standhalten. Diese Eschen könnten zur Erhaltung der Baumart beitragen. Denn Untersuchungen zeigen, dass Eschen unterschiedlich auf das Eschentriebsterben reagieren und die Toleranz zumindest teilweise genetisch bedingt ist.
Für die Berliner Forsten bedeutet das, vitale Eschen zu erhalten und die Entwicklung der jüngeren Bäume aufmerksam zu verfolgen.
Die Gemeine Esche gehört mit einer Höhe von bis zu 40 Metern zu den größten heimischen Laubbäumen. Sie wächst bevorzugt auf nährstoffreichen, gut wasserversorgten Böden und prägt unter anderem Auen- und Bachwälder. Ihre lichte Krone und ihr nährstoffreiches Laub fördern artenreiche Lebensgemeinschaften. Alte Bäume bieten mit Höhlen, Rindenspalten und Totholz zahlreichen Tieren, Pilzen und Flechten Lebensräume.
In der nordischen Mythologie ist die Esche als Weltenbaum Yggdrasil bekannt. Auch wenn die mythologische Esche den Weltenuntergang Ragnarök übersteht, steht die reale Baumart heute vor großen Herausforderungen. Ihr Erhalt ist eine Aufgabe, die Forschung und langfristige Waldentwicklung gleichermaßen betrifft.
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