Senat setzt auf Tempo bei der Klimaanpassung: Wissenschaftlicher Beirat konstituiert sich am 30. Juni
Pressemitteilung vom 19.06.2026
Der Wissenschaftliche Beirat Klimaanpassung nimmt seine Arbeit auf. Das neue Expertengremium, das der Senat im Mai einberufen hat, wird sich am 30. Juni 2026 zu seiner ersten Sitzung zusammenfinden. Damit treibt der Senat die Umsetzung des Klimaanpassungsgesetzes mit hoher Geschwindigkeit voran und setzt ein klares Signal für die entschlossene Transformation Berlins zu einer klimaresilienten Stadt.
Das neu berufene Expertengremium wurde durch den Senat eingesetzt und wird künftig die Klimaanpassungspolitik des Landes fachlich begleiten. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse systematisch in politische Entscheidungen zu integrieren und die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels weiter zu erhöhen.
Andreas Kraus, Staatssekretär für Klimaschutz und Umwelt: „Mit der schnellen Konstituierung des Wissenschaftlichen Beirats zeigen wir, dass wir die Umsetzung des Klimaanpassungsgesetzes mit hoher Priorität vorantreiben. Die Transformation Berlins zu einer klimaresilienten Stadt ist eine Generationenaufgabe, die wir entschlossen angehen. Dafür brauchen wir eine enge und verlässliche Zusammenarbeit mit der Wissenschaft. Der Beirat bringt herausragende Expertise aus unterschiedlichen Fachgebieten zusammen und wird uns dabei unterstützen, fundierte und zukunftsfähige Entscheidungen zu treffen.“
Der Wissenschaftliche Beirat Klimaanpassung ist interdisziplinär besetzt und vereint führende Expertinnen und Experten aus den Bereichen Stadtplanung, Klimaforschung, Gesundheitswissenschaften und Infrastruktur. Er wird den Senat kontinuierlich beraten und Impulse für eine nachhaltige, widerstandsfähige Stadtentwicklung geben.
Mit dem Start des Beirats unterstreicht Berlin seinen Anspruch, Klimaanpassung als zentrale Zukunftsaufgabe strategisch, evidenzbasiert und mit hoher Umsetzungsgeschwindigkeit voranzubringen.
Mitglieder des Beirats sind:
- Prof. Dr. Martin Berchtold lehrt und forscht seit 2017 an der RPTU Kaiserslautern-Landau, wo er das Fachgebiet Digitalisierung, Visualisierung und Monitoring in der Raumplanung leitet. Mit seinem Forschungsschwerpunkt an der Schnittstelle von räumlicher Planung und digitalen Methoden befasst er sich u. a. mit datengestützter Visualisierung und Monitoring von Klimaanpassungsprozessen. Er ist Mitglied der deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung sowie verschiedener Gestaltungs- und Expertenbeiräte und war als Stadtplaner an der Entwicklung zahlreicher Klimaanpassungskonzepte beteiligt.
- Prof. Dr.-Ing. Alexander Buttgereit ist seit April 2022 Inhaber der Professur für Straßenbau an der Jade Hochschule sowie Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Münster. Zuvor hat er in mehr als zwei Jahrzehnten Leitungserfahrung im kommunalen Straßen- und Infrastrukturwesen gesammelt, zuletzt als leitender städtischer Baudirektor der Stadt Münster. Sein Forschungsschwerpunkt verbindet nachhaltige Verkehrsinfrastruktur und Digitalisierung, um Planung, Bau, Betrieb und Erhaltung von Verkehrsinfrastruktur menschenzentrierter und klimagerecht zu gestalten.
- Prof. Gabriele G. Kiefer ist Landschaftsarchitektin und Gründerin des Büro Kiefer in Berlin. Seit 2002 ist sie Professorin und Leiterin des Instituts für Landschaftsarchitektur an der Technischen Universität Braunschweig. Lehr- und Forschungsaufenthalte führten sie an Universitäten und Hochschulen in Versailles, Neapel, Santiago de Chile und Valdivia. Sie ist Co-Autorin der Reihe „Landscape for Architects“. 2025 kuratierte sie im Team “Stresstest” den deutschen Beitrag zur 19. Architekturbiennale in Venedig, der die Auswirkungen der urbanen Klimakrise sowie konkrete Strategien zur klimaresilienten Stadtentwicklung aufzeigte.
- Dr. Julia Teebken ist Politikwissenschaftlerin am Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) Erkner, in der Forschungsgruppe Lokale Klimapolitiken. Ihre Arbeit untersucht, wie soziale Ungleichheiten und institutionelle Rahmenbedingungen die ungleiche gesellschaftliche Verwundbarkeit gegenüber Klimawandelfolgen prägen und welche Governance- und Politikansätze eine sozial gerechte Klimaanpassung über sektorale und institutionelle Grenzen hinweg ermöglichen.
- Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann ist Direktorin des Instituts für Umweltmedizin und integrative Gesundheit am Universitätsklinikum Augsburg. Sie verbindet Patientenversorgung und Forschung mit dem Ziel, die gesundheitlichen Folgen von Umweltveränderungen besser zu verstehen und wirksame Strategien für Prävention und Klimaresilienz zu entwickeln. Sie ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) und Sonderbeauftragte für Klimaresilienz und Prävention des bayrischen Gesundheitsministeriums.
Die Mitglieder sind für die Dauer von fünf Jahren ehrenamtlich in den Wissenschaftlichen Beirat berufen. Neben der Beratung des Senats bei der Umsetzung des Berliner Klimaanpassungsgesetzes kommt dem Gremium die Aufgabe zu, Gutachten über die Maßnahmen und Programme zu verfassen, mit denen das Land Berlin den Folgen des Klimawandels begegnen will.
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