Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) hat gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen eine „Beurteilungshilfe zur Einschätzung des Kollisionsrisikos an Glasflächen“ erarbeitet. Mit der Veröffentlichung setzt das Land Berlin erstmals einen einheitlichen fachlichen Standard zur Bewertung und Vermeidung von Vogelschlag an Gebäuden um. Die Beurteilungshilfe ist ab sofort online verfügbar unter: Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht
Vogelschlag an Glasflächen gehört zu den bedeutendsten menschengemachten Todesursachen für Vögel. Nach Schätzungen sterben allein in Berlin jährlich mehrere Millionen Vögel durch Kollisionen mit Glasflächen. Da sich Vogelkollisionen durch geeignete und fachlich wirksame Markierungen vielfach mit einfachen Mitteln vermeiden lassen, greifen die artenschutzrechtlichen Verbote des Bundesnaturschutzgesetzes.
Die Beurteilungshilfe ist der erste Meilenstein einer strategischen Standardisierung artenschutzfachlicher Bewertungsgrundlagen im Land Berlin. Ziel ist es, Planungs- und Genehmigungsverfahren rechtssicher zu unterstützen, die Anwendung artenschutzrechtlicher Anforderungen zu vereinheitlichen und den Vollzug in den Bezirken zu entlasten.
Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt: „Berlin ist eine der artenreichsten Metropolen Europas. Mit der Beurteilungshilfe stellen wir sicher, dass der Schutz der biologischen Vielfalt frühzeitig und verbindlich in Bauprozesse integriert wird. Das schafft Klarheit für alle Beteiligten und verbessert zugleich die Qualität nachhaltigen Bauens.“
Andreas Kraus, Staatssekretär für Klima und Umwelt: „Mit der neuen Beurteilungshilfe schaffen wir eine verlässliche und praxisnahe Grundlage für den Umgang mit einem bislang oft uneinheitlich bewerteten Problem. Das ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Planungssicherheit für Bauherren, mehr Geschwindigkeit und gleichzeitig ein wirksamer Beitrag zum Schutz unserer heimischen Vogelwelt.“
Die neue Beurteilungshilfe konkretisiert die rechtlichen Anforderungen und übersetzt den aktuellen Stand von Wissenschaft und Praxis in ein anwendungsorientiertes Instrument. Sie ermöglicht eine systematische Einschätzung des Kollisionsrisikos auf Grundlage des städtebaulichen Umfelds sowie der Gebäudeplanung und zeigt geeignete Vermeidungsmaßnahmen auf. Die Beurteilungshilfe richtet sich insbesondere an die Baudienststellen des Landes und der Bezirke, landeseigene Unternehmen sowie öffentliche Bauherrinnen und Bauherren. Darüber hinaus bietet sie auch für die private Bauwirtschaft, Planungsbüros und Investoren eine wichtige Orientierung.