Umwelt  

 

Langfristige Entwicklung der Luftqualität

Stickstoffdioxid


Stickstoffdioxid gehört zu den Luftschadstoffen, die überwiegend vom Straßenverkehr verursacht werden.

Die Immissionskonzentration aus verkehrsbedingter Luftverschmutzung ist im Vergleich mit den in erster Linie aus Industrie und Kraftwerken stammenden Schadstoffen weniger stark zurückgegangen.
Bis Mitte der neunziger Jahre konnte durch die Ausrüstung der Berliner Kraftwerke mit Entstickungsanlagen und durch die Einführung des geregelten Katalysators für Otto-Fahrzeuge ein deutlicher Rückgang der Stickstoffdioxidkonzentration NO2 erreicht werden. Seitdem bleiben die Jahresmittelwerte für Stickstoffdioxid bis 2014 auf einem gleichbleibend hohen Niveau.
 
In den letzten drei Jahren ist an den Messstationen verkehrsreicher Straßen (rote Kurve) ein leichter Rückgang der Stickstoffdioxidkonzentration zu verzeichnen. Dieser ist vor allem an der höchstbelasteten Messstation Hardenbergplatz (MC 115), siehe Jahresbericht 2016 und 2017. Die Stickstoffdioxidkonzentration nimmt dort ab von 62 µg/m³ im Jahre 2014 auf 45 µg/m³ im Jahre 2017 und sinkt damit auf Werte wie an der Messstation Schildhornstraße (MC 117) und sogar unterhalb der Messstationen Karl-Marx-Straße (MC 220), Silbersteinstraße (MC 143) und Mariendorfer Damm (MC 124).

Die Besonderheit der Station Hardenbergplatz ist die hohe Zahl von Bussen. Etwa jedes dritte Fahrzeug, das an der Messstation vorbeifährt, ist ein Linienbus der BVG. Die deutliche Verbesserung der Luftqualität an dieser Station ist das Ergebnis von Maßnahmen des Luftreinhalteplans 2011-2017: So wurden in den letzten Jahren nahezu alle Busse mit Stickstoffoxidminderungskatalysatoren nachgerüstet, die Abgasreinigung nachträglich optimiert oder mit dem neusten Abgasstandard Euro VI neu angeschafft. Damit verfügen fast alle Busse über wirksame Filteranlagen, was in allen Straßen mit hohem Busverkehr einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität darstellt.

Die durch die Verbesserung der Abgastechnik von Fahrzeugen erreichte Abnahme der Emissionen von Stickoxiden (NOx) in den 90er Jahren hat nicht zu einem gleichartigen Rückgang der Stickstoffdioxidbelastung in der Außenluft geführt. Eine Ursache hierfür ist die zunehmende Verwendung von Oxidationskatalysatoren in Diesel-Pkw. Denn dadurch erhöht sich der Anteil des Stickstoffdioxids (NO2) an den Stickoxidemissionen (NO+NO2) im Abgas. In den vergangenen Jahren hat sich zudem gezeigt, dass die realen innerstädtischen Stickoxidemissionen von Diesel-Pkw nicht entsprechend der Verschärfung der Emissionsgrenzwerte absinken. Neuere Untersuchungen belegen, dass selbst Diesel-Pkw mit dem Abgasstandard Euro 6 im realen Straßenverkehr im Durchschnitt etwa sechs Mal mehr Stickstoffoxide ausstoßen, als der Typprüfwert der Euro 6 – Norm vorgibt. Die strengen Abgasgrenzwerte werden zwar auf dem Prüfstand erreicht, aber nicht mehr auf der Straße.
Immerhin hat die 2. Stufe der Umweltzone in 2010 einen Rückgang der NO2-Belastung um bis zu 5 % gebracht.

Einen Überblick über die verkehrsbedingte Luftbelastung im Straßenraum 2015 und 2020 finden Sie im Umweltatlas unter 3.11 Verkehrsbedingte Luftbelastung im Straßenraum.

Aktuelle Werte


Umweltatlas Berlin

Umweltatlas Berlin
Langjährige Entwicklung der Luftqualität

Karte im Geoportal
Verkehrsbedingte Luftbelastung im Straßenraum 2020

Umweltatlas Berlin
Verkehrsbedingte Luftbelastung im Straßenraum 2015