Schwammstadt Berlin zügig ausbauen: Regenwasser für Stadtnatur nutzen
Pressemitteilung vom 09.06.2026
Aus der Sitzung des Senats am 9. Juni 2026:
Der Senat hat in seiner heutigen Sitzung den von Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Ute Bonde, vorgelegten Bericht zum zügigen Ausbau der Schwammstadt Berlin beschlossen. Der Bericht zeigt auf, wie Regenwasser künftig noch stärker vor Ort bewirtschaftet und für Stadtgrün, Kühlung und Klimaanpassung genutzt werden kann.
Mit dem Berliner Klimaanpassungsgesetz ist die Grundlage geschaffen, Regenwasser auf versiegelten Flächen vorrangig dort zu halten, wo es anfällt. Für landeseigene Flächen im Mischsystem soll außerdem die Abkopplung vom Kanalnetz schrittweise vorangetrieben werden. Die technischen Potenziale zur Abkopplung versiegelter Flächen sind stadtweit bereits kartiert und betreffen öffentliche wie private Grundstücke. Ein weiterer Schwerpunkt liegt künftig auf oberflächennahen Maßnahmen wie Entsiegelung, Versickerung, Dach- und Fassadenbegrünung sowie der Nutzung von Regenwasser zur Bewässerung.
Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt: „Berlin hat beim Schwammstadtausbau wichtige Vorarbeiten geleistet. Jetzt geht es darum, die vorhandenen Potenziale zügig zu heben und die Regenwasserbewirtschaftung noch stärker an der Oberfläche sichtbar zu machen — für mehr Stadtgrün, besseren Hitzeschutz und einen wirksameren Gewässerschutz.“
Seit Beginn des Bauprogramms Mischsystem wurden bereits rund 300.000 Kubikmeter zusätzlicher Stauraum im unterirdischen Kanalnetz geschaffen. Das aktuelle Programm mit einem Landesanteil von 86 Millionen Euro läuft 2028 aus. Ein Anschlussprogramm soll den Schwerpunkt künftig stärker auf oberflächennahe Schwammstadt-Maßnahmen verlagern.
Dach- und Fassadenbegrünung bleiben wichtige Bausteine des Berliner Schwammstadtkonzepts. Das bestehende Förderprogramm steht bereits allen offen. Bei landeseigenen Gebäuden soll die Umsetzung gezielt vorangetrieben werden, um Mitnahmeeffekte zu vermeiden und eine Vorbildwirkung zu erzielen. Zisternen werden als ergänzendes Instrument gesehen, ihre Anwendung soll jedoch wegen der Baukosten im Einzelfall geprüft werden.
Auch finanzielle Anreizstrukturen bleiben ein wichtiger Hebel. Eine stärkere Rolle der Berliner Wasserbetriebe beim Schwammstadtausbau ist nur bei ausreichender finanzieller Ausstattung realistisch. Zugleich können gebührenbasierte Anreize dazu beitragen, privates Engagement für Regenwasserbewirtschaftung wirksam zu aktivieren.
Bürgerschaftliches Gießen von Stadtbäumen kann Umweltbildung und Identifikation mit dem öffentlichen Raum stärken, auch wenn die unmittelbare Wirkung auf ausgewachsene Bestandsbäume begrenzt ist. Deshalb setzt der Senat auf eine gezielte Steuerung der Maßnahmen, damit Regenwasser dort ankommt, wo es für Berlin den größten Nutzen entfaltet.
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