Coronavirus
Im Zusammenhang mit den Maßnahmen des Berliner Senats zum Schutz der Bevölkerung vor dem Coronavirus wurde am 08.06.2020 der Dienstbetrieb der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz wieder in Richtung Regelbetrieb aufgenommen.


    Umwelt  

 

Projekte zum Luftreinhalteplan

RSD-Abgasmessung


Aufgebaute Messanlage; Foto: Firma OPUS
Aufgebaute Messanlage; Foto: Firma OPUS

Wieviel Schadstoffe kommen wirklich aus dem Auspuff?
Welche Fahrzeuge tragen besonders zu den Schadstoffbelastungen an Straßen bei?

Um diese Fragen besser beantworten zu können, werden in Berlin erstmals Schadstoffmessungen direkt in der Abgasfahne von Fahrzeugen im Straßenverkehr durchgeführt.

Die Abgasmessungen mit kombinierter Kennzeichenerfassung finden im Zeitraum vom 21. Oktober bis zum 1. November 2019 im Auftrag der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz an bis zu drei ausgewählten Straßenquerschnitten statt. Dieser Erfassungszeitraum ist notwendig, um ausreichend viele Messergebnisse für eine statistische Auswertung zu erhalten.

Viele Maßnahmen der Luftreinhaltung, wie die Nachrüstung von Fahrzeugen, die Förderung von Elektrofahrzeugen, Umweltzone und weitere Durchfahrtverbote für einige wenige Straßen, haben das Ziel, den Anteil von sauberen Fahrzeugen im Straßenverkehr zu erhöhen und den Schadstoffausstoß zu vermindern.

Um die Wirkung dieser Maßnahmen besser beurteilen zu können, soll erstmals in Berlin der Schadstoffausstoß direkt an Fahrzeugen im realen Betrieb gemessen werden. Die Emissionsmessungen werden mit dem Abgasstandard der Fahrzeuge verglichen. So kann unabhängig von Herstellerangaben festgestellt werden, was in einer konkreten Verkehrssituation in Berlin wirklich aus dem Auspuff kommt und welche Fahrzeuggruppen besonders stark zur Luftbelastung beitragen. Auch soll erprobt werden, ob mit dem Messverfahren Fahrzeuge identifiziert werden können, die einen stark erhöhten Schadstoffausstoß aufweisen, z.B. durch Defekte oder absichtliche Manipulationen an Abgasreinigungssystemen.

Um den Schadstoffausstoß der Fahrzeuge zu messen, wird quer über die Straße eine Lichtschranke installiert und die Schwächung des Lichtstrahls durch die Schadstoffe gemessen. Diese Lichtabsorption ist abhängig von der Schadstoffkonzentration in der Abgasfahne. Der Lichtstrahl ist nicht sichtbar, da die Wellenlängen des Lichts, die von den Schadstoffen besonders gut absorbiert werden, im Bereich des infraroten und ultravioletten Lichts liegen. Es handelt sich dabei um eine berührungslose Messung (englisch auch als Remote Sensing Detection oder RSD bezeichnet) ohne störende Eingriffe am Fahrzeug oder in die Fahrweise. Neben der Konzentration von Stickoxiden im Abgas wird auch der Ausstoß von Kohlendioxid und die Geschwindigkeit der Fahrzeuge gemessen, um die Daten in Abhängigkeit vom Energiebedarf in der konkreten Fahrsituation besser bewerten zu können.

Für die Auswertung der Abgasmessungen ist außerdem eine videobasierte Kennzeichenerfassung notwendig. Denn nur damit kann der Motortyp (Otto- oder Dieselmotor) und der Abgasstandard des Fahrzeugs ermittelt werden. Dies ist für die künftige Bewertung von Durchfahrtverboten für Dieselfahrzeuge von Interesse, um die wichtigsten Verursacher hoher Stickstoffdioxidbelastungen zu bestimmen. Außerdem kann so bei Fahrzeugen mit besonders hohem Schadstoffausstoß beurteilt werden, wie stark die geltenden Abgasvorschriften überschritten werden. Dies kann zur Erarbeitung von Empfehlungen zur Reduzierung von Fahrzeugmängeln verwendet werden.

Die Kennzeichenerfassung und -auswertung erfolgt wie in den bisherigen Projekten zur Kennzeichenerfassung. mehr

Das Projekt wurde im Vorfeld mit der Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit abgestimmt. Die automatisierte Auswertung der Kennzeichen erfolgt unter Berücksichtigung der EU-Datenschutzgrundverordnung und des Berliner Datenschutzgesetzes. Das Videosystem registriert nur das Kennzeichen, nicht aber ein Bild des Fahrzeugs oder gar der Insassen. Die Daten werden der Zulassungsbehörde ohne Ortsangaben mitgeteilt und es erfolgt keine Abfrage der Halterdaten. Die Kennzeichenerhebung dient somit ausdrücklich nicht der Ahndung von Verkehrsverstößen.
Weitere Informationen zum Datenschutz für die RSD-Abgasmessung:

Diese Datenschutzhinweise sind nicht zu verwechseln mit unseren allgemeinen Datenschutzhinweisen:


Die Untersuchung ist Teil eines Projektes zur Erarbeitung eines Informationssystems zur aktuellen Luftqualität an Straßen (AkLuSt Berlin). Dieses Projekt wird aus dem "Sofortprogramm Saubere Luft 2017-2020" des Bundes mit einer Fördersumme von insgesamt 155.295 Euro gefördert.
Gefördert durch das:
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aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Die Durchführung dieser Untersuchung erfolgte im Rahmen der Förder­richtlinie "Digitalisierung kommunaler Verkehrs­systeme".