Umwelt  

 

Aktionen und Modellprojekte zu Bioabfällen in Berlin

Speiseresttonne für die Gastronomie


In Gaststätten fallen täglich große Mengen organischer Abfälle an: in der Zubereitung der Speisen, Schnittreste von Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch, aber auch als Tellerreste der Gäste. Was viele nicht wissen: Speisereste sind kein "Müll", denn als bedeutende Wertstoffe werden sie in Biogasanlagen verwertet. So werden sie zur Erzeugung von Biogas und nach der Behandlung als natürliches Düngemittel für die Landwirtschaft eingesetzt. Speisereste sind aber auch keine "normalen" Bioabfälle, denn aufgrund von Hygienevorschriften wie dem Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz und der Gewerbeabfallverordnung müssen sie nicht nur separat gesammelt, sondern auch anschließend so erhitzt werden, dass von ihnen keine gesundheitlichen Risiken mehr ausgehen (siehe auch Merkblatt der Berliner Veterinär- und Lebensmittelaufsicht).

Daher ist die Nutzung der Speiseresttonne grundsätzlich für alle gastronomische Betriebe – egal ob Restaurants, Imbisse, Bäckereien oder Cafés – gesetzlich vorgeschrieben.

Doch durch Unkenntnis oder Desinteresse landen leider immer noch zu viele dieser Abfälle in der Restmülltonne (graue Tonne) und werden einfach nur verbrannt. Um die dahinterliegenden Gründe besser verstehen zu können und die Gastronominnen und Gastronomen in der Umsetzung dieser Vorschriften zu unterstützen, hat die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz das Modellprojekt "Abfallvermeidung und Abfallverwertung in der Gastronomie" initiiert.

Die Erfahrungen aus den Musterbetrieben zeigen: Bei einer konsequenten Nutzung der Speiseresttonne reduziert sich der Restmüllanteil der gastronomischen Betriebe bis auf die Hälfte.

Der Kochwettbewerb „Mein Rezept für Lebensmittelrettung“

Traurig, aber wahr: nach wie vor werden zu viele noch gut verzehrbare Lebensmittel einfach weggeworfen – in Deutschland sind es rund 4 Millionen Tonnen jährlich aus Privathaushalten, hinzu kommen noch 2,5 Millionen Tonnen aus der Vorverarbeitung und dem Handel. Diese Verschwendung von Lebensmitteln möchte die Stadt Berlin im Rahmen ihres Zero-Waste-Konzeptes maßgeblich eingrenzen. Ein wichtiger Schritt hierzu ist das vorliegende Modellprojekt, das insbesondere Gastronomiebetreiber und -mitarbeiter für einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln sowie für die korrekte Trennung und Verwertung von entstandenen Speiseresten sensibilisieren will. Wussten Sie, dass es in Berlin bereits zahlreiche Initiativen zur Lebensmittelrettung gibt? Gute Beispiele sind u.a. Restlos Glücklich e.V. die sich zudem mit Bildungsarbeit und Kochkursen zum Thema Lebensmittelwertschätzung auseinandersetzen. Wenn Sie ebenfalls Lebensmittel retten und Geld im Einkauf sparen wollen, sind Anbieter, wie z.B. Sirplus, eine gute Anlaufstelle - dort werden gerettete Lebensmittel zum Teil für die Hälfte des Ursprungspreises angeboten.

Im Rahmen des Kochwettbewerbs „Mein Rezept für Lebensmittelrettung“ können Betriebe im Modellprojekt ihren kreativen Umgang mit geretteten Lebensmitteln zeigen und Geldpreise gewinnen – die zehn ausgelosten Teilnehmer erhalten zudem 200 Euro Aufwandsentschädigung. Gastronomische Betriebe können sich über das folgende Teilnahmeformular bis zum 29.02.2020 anmelden, es gelten die folgenden Teilnahmebedingungen.