Coronavirus

    Umwelt  

 

Abfallstrategien

Recycling von Gips




Kurzbeschreibung des Videos
Ressourcenwende bei der Berliner Bauwirtschaft
Zero-Waste – Kein Abfall. Das ist die Strategie, die Berlin seit einigen Jahren verstärkt verfolgt. Dabei spielt das Bauen eine große Rolle, denn hier werden viele Ressourcen verbraucht. Um Bauen nachhaltiger zu machen, setzt Berlin auf umweltfreundliche und recycelbare Baustoffe. Viele Baustoffe können gut recycelt werden. So kann beispielsweise aus alten Gipskartonplatten immer wieder neuer Gips gewonnen werden – ohne Qualitätsverlust. Weniger Bauabfälle, weniger Abbau von neuen Ressourcen aus der Natur und Abfallvermeidung. Berlin arbeitet daran, die Stoffkreisläufe zu schließen. Das heißt: recyclinggerechte Konstruktion, die sortenreine Trennung beim Abriss und der Einsatz von nachhaltigen Baustoffen. Berlin will hier ein Vorbild sein und zeigen, dass sich diese ressourcenschonende und zukunftsorientierte Strategie für die Bauwirtschaft lohnt.

Produziert durch: agenturgretchen im Auftrag der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz


  • Foto: Gipsrecycling-Werkes MUEG
    Gips-Recycling; Foto: MUEG
  • Foto: Gipsrecycling-Werkes MUEG
    Gips-Recycling; Foto: MUEG
  • Foto: Gipsrecycling-Werkes MUEG
    Gips-Recycling; Foto: MUEG

Die im Land Berlin in steigendem Maß angefallenen Gipsabfälle wurden nach der Datenerhebung der Stoffstrom-, Klimagas- und Umweltbilanz im Jahr 2016 – wie auch in den vorangegangenen Jahren - vollständig auf Deponien beseitigt (siehe auch Abfallbilanzen). Ein Netz von Annahmestellen für Gipskartonplatten ermöglicht nun das Recycling dieses wertvollen Stoffes.

Gipsabfälle fallen auf Baustellen u.a. als Verschnitt bei der Verarbeitung von Gipskartonplatten an und vor allem bei der Sanierung und dem Rückbau von Gebäuden. Werden Gipsabfälle mit anderen mineralischen Bauabfallmaterialien vermischt, können die aus den Bauabfallmaterialien hergestellten Recyclingprodukte wegen des Sulfatgehalts des Gipses nur sehr eingeschränkt im Erdbau bzw. dem Straßen- und Wegebau weiterverwendet werden. Bauabfälle, die mit Gips verunreinigt sind, werden deshalb von den Entsorgungsunternehmen gar nicht oder nur zu deutlich höheren Entsorgungspreisen angenommen.

Aus diesem Grund verpflichtet die Gewerbeabfallverordnung auch den Abfallerzeuger und den Abfallbesitzer, Gipsabfälle bereits auf der Baustelle zu separieren und einer von den übrigen Abfällen getrennten qualitativ hochwertigen Verwertung, d.h. möglichst dem Recycling, zu übergeben.

Bei den gipshaltigen Abfällen von Bau- und Abbruchmaßnahmen handelt es sich weitgehend um Gipskartonplatten, die nicht nur gut auf der Baustelle getrennt zu sammeln sind, sondern aufgrund ihres hohen Gipsgehaltes von 80 bis 95 % ideale Voraussetzungen für ein Recycling zur Herstellung von neuen Gipsprodukten bieten. Das Besondere am Gipsrecycling ist, dass der einmal abgebaute Naturgips unendlich häufig wiederverwendet werden kann, und zwar vollständig und abfallfrei.

Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hat deshalb gemeinsam mit Berliner Recyclingunternehmen und dem Berlin nächstgelegenen Gips-Recycling-Werk - der MUEG Mitteldeutsche Umwelt- und Entsorgung GmbH in Großpösna (Landkreis Leipzig) - ein Netz von Annahmestellen für Gipskartonplatten aus Baumaßnahmen aufgebaut und den Transport zu dem Recycling-Werk ermöglicht. Der dort erzeugte Recycling-Gips hat dieselbe Qualität wie Neuprodukte und erfüllt damit die Qualitätsanforderungen des Bundesverbandes der Gipsindustrie e.V.

Recycling schont die Umwelt

Die Stärkung des Recyclings von Gipsabfällen aus dem Land Berlin schont die Umwelt in mehrfacher Weise:
  • Da die Nachfrage nach Gips als Baustoff kontinuierlich steigt, reduziert die Verwendung von recyceltem Gips nicht nur den Bedarf an Deponiekapazitäten, sondern schont vor allem die Ressourcen des Naturgipsvorkommens in Deutschland.
  • Zudem werden unnötig lange Transportwege vermieden.
  • Schließlich wird damit ein Ersatz geschaffen für den bisher hauptsächlich eingesetzten Rauchgasentschwefelungsgips (REA-Gips) aus der Kohleverstromung, der aufgrund der nationalen Klimaschutzziele und der Energiewende für die Herstellung von Gipsprodukten künftig nicht mehr verfügbar sein wird.

Weitere Informationen

Weitere Informationen und die Kontaktdaten zu den Annahmestellen für Gipskartonplatten für das Recycling sind dem Flyer "Gipsrecycling statt Deponierung" (pdf; 1,2 MB) zu entnehmen.

Aktuell

ONLINE-Fachdialog Recycling von Gipskartonplatten am 26.11.2020

Download


Kontakt

Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
Abfallwirtschaft, umweltfreundliche Beschaffung, Straßenreinigung
Brückenstraße 6
10179 Berlin
 
Thomas Schwilling
Tel.: (030) 9025-2223
thomas.schwilling@­senuvk.berlin.de

Petra Schossig-Sternbeck
Tel.: (030) 9025-2485
petra.schossig-sternbeck@­senuvk.berlin.de