Newsletter Zero Waste, Nr. 27

Start der Kampagne für Stadtsauberkeit am 21.03.2026 mit der BSR-Vorstandsvorsitzenden Stephanie Otto, Bezirksstadtrat Christopher Schriner und Senatorin Ute Bonde (v.l.n.r.)

Start der Kampagne für Stadtsauberkeit am 21.03.2026 mit der BSR-Vorstandsvorsitzenden Stephanie Otto, Bezirksstadtrat Christopher Schriner und Senatorin Ute Bonde (v.l.n.r.)

April 2026

„Waschmaschine Defekta: 15.000 Euro“ – Kampagne für Stadtsauberkeit

Die Entsorgung illegaler Ablagerungen kostete Berlin im vergangenen Jahr mehr als 13 Millionen Euro. Aus diesem Grund widmet sich die Senatsumweltverwaltung mit der Kampagne „Einfach abstellen hat seinen Preis” verstärkt dem Thema illegale Müllentsorgung. Ende März wurde die Kampagne von Senatorin Ute Bonde, der BSR-Vorstandsvorsitzenden Stephanie Otto und dem Bezirksstadtrat Christopher Schriner vorgestellt. Im Layout eines Möbelkatalogs werden die neuen Bußgelder für illegale Ablagerungen thematisiert, die im Herbst vergangenen Jahres erhöht worden sind. Wer beispielsweise Stühle, Tische, Matratzen oder ausgediente Kinderwagen rechtswidrig auf Straßen oder in Grünanlagen abstellt, muss mit bis zu 1.500 Euro Strafe rechnen. Gleichzeitig will die Kampagne legale Alternativen sichtbar machen, wie zum Beispiel die 14 BSR-Recyclinghöfe, den günstigen BSR-Sperrmüll-Abholservice, die Tiptapp-App zur Transporthilfe bei der Sperrmüllentsorgung oder die entgeltfreien Kieztage.

Frauen beim World Cleanup Day in der High-Deck-Siedlung Neukölln

Projekt „Engagiert für Zero Waste – Gemeinsam Kreisläufe bilden“

Mit dem Projekt „Engagiert für Zero Waste – Gemeinsam Kreisläufe bilden“ stärkt der BUND Berlin lokales Engagement für Abfallvermeidung in Berliner Kiezen. Berlinerinnen und Berliner können sich als ehrenamtliche Zero-Waste-Botschafterinnen und Botschafter qualifizieren und aktiv werden. In Schulungen erwerben sie Wissen sowie praktische Ansätze zu Müllvermeidung, Mülltrennung und nachhaltigem Konsum, die sie anschließend in ihrem direkten Umfeld weitergeben können. Die ersten Schulungen haben bereits stattgefunden, für die Schulungen im Herbst ist die Anmeldung bereits möglich. Unterstützt wird das Projekt und insbesondere dessen Anbindung an Nachbarschaften und Kieze durch die lokal gut vernetzten Partnerorganisationen LIFE – Bildung Umwelt Chancengleichheit (LIFE) e.V., Kulturlabor Trial & Error e.V. und dem Netzwerk für Bildung und Soziales (NBS) GmbH. Das Projekt begann am 1. März 2026. Es wird von der LOTTO-Stiftung Berlin gefördert und läuft bis zum 31. August 2028.

Mehrweg Lebensmittel- und Getränke-Verpackung

Erkenntnisse aus dem Berliner Projekt „Abfallfreie Wochenmärkte Neukölln“

Im Projekt „Abfallfreie Wochenmärkte Neukölln“ untersuchte der Zero Waste e. V. von März bis Oktober 2025 die Art der Nutzung von Verpackungen für den To-Go Bereich durch die Marktbesucherinnen und -besucher. Ausgewertet wurden 131,5 Stunden Beobachtung vor Ort, 15 Interviews und 4.930 erfasste Verpackungs- bzw. Geschirreinheiten. Es zeigte sich: 86 % der Einheiten entfielen auf Einweg, 6 % auf Mehrweg und 8 % auf mitgebrachte Behältnisse (BYO (Bring Your Own)). Trotz wachsender gesellschaftlicher Aufmerksamkeit für das Thema Einwegverpackungen bleibt der BYO-Anteil also gering. Händlerinnen und Händler nannten Hürden wie fehlende Spülinfrastruktur, unklare Hygieneregeln, Zeitdruck und wirtschaftliche Unsicherheit. Wo BYO sichtbar beworben wurde, lag der Anteil höher.
Mit der seit 2023 geltenden Mehrwegangebotspflicht sind Stände verpflichtet, von Kundinnen und Kunden mitgebrachte Behältnisse zu befüllen und auf diese Möglichkeit hinzuweisen. Dennoch erfüllten nur 35 % der untersuchten Stände diese Vorgabe. Die Ergebnisse fließen in die Evaluation der Berliner Zero-Waste-Strategie ein, die die Umsetzung verschiedener Maßnahmen zur Vermeidung von Einweggeschirr und Verpackungen vorsieht.

Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt

Neuer Leitfaden mit Praxisbeispielen unterstützt Kommunen bei der Organisation von müllfreien Weihnachtsmärkten

Ende Februar 2026 wurden die Ergebnisse des Projektes „Müllfreie Weihnachtsmärkte“ der Umsetzungsallianz „Mehrweg.Einfach.Machen“ und des Deutschen Städtetags präsentiert. Seit 2024 unterstützte es Kommunen dabei, Mehrweglösungen für Speisen auf Weihnachtsmärkten einzuführen und Abfälle zu reduzieren. Gemeinsam mit zahlreichen Städten wurden praxisnahe Ansätze entwickelt, die den Weg zu 100 % Mehrweg ebnen sollen. Der Leitfaden für Kommunen und ein umfassender Projektbericht sind online verfügbar. Damit ergänzt das Projekt weitere Ansätze zur Abfallvermeidung im Marktbereich: Neben dem Mitbringen eigener Behältnisse (BYO), das im Projekt „Abfallfreie Wochenmärkte Neukölln“ gefördert werden sollte, wurde hier vor allem der systematische Ausbau von Mehrweg als weitere zentrale Option zur Vermeidung von Einwegverpackungen und Verpackungsmüll in den Blick genommen.

Visualisierung des neuen Areals Berlin TXL

Zirkuläres Bauen in Tegel: Rahmenvereinbarung zwischen Berlin TXL Management GmbH und Concular bis 2032

Auf dem rund 500 Hektar großen Areal des ehemaligen Flughafens Tegel entsteht unter dem Namen „Berlin TXL“ mit der Urban Tech Republic und dem Schumacher Quartier eines der ambitioniertesten Stadtentwicklungsprojekte Europas. Die landeseigene Berlin TXL Management GmbH (ehemals Tegel Projekt GmbH) setzt dabei konsequent auf zirkuläres Bauen und hat hierfür eine entsprechende Rahmenvereinbarung mit dem Unternehmen Concular geschlossen. Im Zuge dessen werden Gebäudedaten und Materialien digital erfasst, bewertet und hinsichtlich ihrer Umweltwirkungen dokumentiert. Auch operativ unterstützt Concular entlang der gesamten Wertschöpfungskette und begleitet bis mindestens 2032 Rückbau und Neubau auf dem Gelände mit dem Ziel, bestehende Materialien wiederzuverwenden und kreislaufgerechtes Bauen als wirtschaftlich belastbaren Standard zu etablieren. Berlin TXL nimmt damit die Funktion eines Reallabors für die Bauwende ein und demonstriert, dass ökologische Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Effizienz bei konsequenter zirkulärer Planung miteinander vereinbar sind.

Deckblatt des Impact Reports mit dem Titel „Zusammen für Null Verschwendung“

Impact Report der Berliner Zero-Waste Agentur zeigt Wirkung von Zero-Waste-Projekten auf

Wie kann man die Wirkung von Zero-Waste-Projekten messen?
Ansatzpunkte liefert der Impact Report der Zero-Waste-Agentur, der die Arbeit der Zero-Waste-Agentur aus den Jahren 2023–2025 zusammenfasst und Ergebnisse und Wirkung der Maßnahmen der Zero-Waste-Agentur sichtbar macht.
Der Report dokumentiert den Aufbau einer in Europa bislang einmaligen Zero-Waste-Agentur, die ein stetig wachsendes Netzwerk aufgebaut und zahlreiche Projekte, Veranstaltungen und umgesetzt hat. Von den Zero-Waste-Aktionswochen, bis hin zu einem Zero-Waste-Monitoring und einer stetigen Kommunikation über die Themen rund um Abfallvermeidung und Ressourcenschonung. Auch messbare Effekte werden beschrieben: Personen, die die Zero-Waste-Agentur kennen, setzten im Durchschnitt 2,22 Zero-Waste-Strategien mehr um als ihre Mitmenschen.
Darüber erfahren Leserinnen und Leser, wie Zero Waste in Berlin strukturell durch Kooperationen, gemeinsame Aktionen und intersektoralen Austausch verankert wird, beispielsweise über die Zero-Waste-Task-Force mit den Bezirken, den Förderkompass für Zero-Waste-Projekte oder Multi-Stakeholder-Konferenzen.

Tauschstation steht auf dem Kassentresen eines Kleidungsgeschäftes

Open-Source Projekt „ReUseMe“ will bundesweites Netzwerk für Tausch-Stationen für Einkaufstaschen aufbauen

ReUseMe ist ein offenes Hardware-Projekt, das Menschen ermöglicht, Einkaufstaschen zu teilen, statt neu zu kaufen. Die modulare Taschen-Tausch-Station ist 3D-druckbar, reparierbar, erweiterbar und remixfähig – ganz im Sinne von Open Source, Zero Waste und gemeinschaftlicher Nutzung. Nachdem sich das Projekt in und um Frankfurt am Main bereits an über 30 Orten erfolgreich etabliert hat, soll es nun auf Regionen und Städte in ganz Deutschland ausgeweitet werden. Dazu wird ein Netzwerk aufgebaut, das verschiedene Akteure vereint: 3D-Druck-Orte, die bereit sind, die ReUseMe-Station vor Ort zu drucken; Stations-Patinnen und Paten, die die Stationen in Läden und Einrichtungen bringen und Multiplikatoren wie Kommunen, Umweltinitiativen oder Vereine, die das Projekt in ihrer Region koordinieren und begleiten möchten.

Biomüll wird in eine Biotonne mit der Aufschrift „Der Boden beginnt hier“ entsorgt

Bundesweiter Tag der Biotonne am 26. Mai

Der Tag der Biotonne ist eine Bewegung von Kommunen, Abfallbetrieben, Entsorgungsunternehmen, lokalen Initiativen und nationalen Verbänden, die die Bioabfallbehandlung in Deutschland vorantreiben wollen. 2026 steht der Zusammenhang zwischen Biotonne, Kompost und gesunden Böden im Mittelpunkt – der Slogan für den diesjährigen Aktionstag lautet „Der Boden beginnt hier“. Bundesweit können Akteure Aktivitäten auf der zentralen Branchen-Plattform eintragen, profitieren von der Einbindung in die bundesweite Kampagne und können kostenlos bereitgestellte Kommunikationsmaterialien nutzen. Die Aktivitäten müssen dabei nicht zwingend am Aktionstag, dem 26. Mai, stattfinden, sondern können auch über das ganze Jahr durchgeführt werden. Jeder Akteur, der seine Aktivitäten auf der Webseite einstellt, erhält kostenfrei ein Aktionspaket u. a. mit einem Biotonnen-Aufkleber mit dem Slogan „Der Boden beginnt hier“ zugesandt.

Grafik der Kampagne mit Frau in Joghurtbecher und Schriftzug „Weißt du, die Tonne?“

In eigener Sache: Kampagne der BSR zur konsequenten Mülltrennung

Wie gut kennst du dich mit Abfalltrennung aus? Mach jetzt den Check! Die BSR zeigt dir, wie du mit jedem Gang zur Tonne das Klima schützt – vom leeren Joghurtbecher bis zum abgewetzten Schwamm. Denn nur richtig getrennter Abfall kann optimal verwertet oder recycelt werden. Gemeinsam schützen wir so Ressourcen und Klima. Oft reichen schon kleine Schritte: ein kurzer Klick, ein Wurf in den richtigen Behälter – und du leistest einen spürbaren Beitrag für ein nachhaltigeres Berlin.

BSR feiert 75-jähriges Jubiläum

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) hat ihr 75-jähriges Bestehen mit einem Festakt in Berlin gefeiert. Seit ihrer Gründung im Jahr 1951 haben sich die Abfallwirtschaft und damit auch die Aufgaben der BSR grundlegend gewandelt. Statt mit Pferdefuhrwerken sind die BSR mittlerweile mit einem modernen, zunehmend klimafreundlichen Fuhrpark unterwegs und übernehmen neben ihren klassischen Aufgaben in Straßenreinigung und Müllabfuhr heute eine zentrale Rolle in der Berliner Kreislaufwirtschaft. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Angebote zur Abfallvermeidung und Wiederverwendung entwickelt und gestartet, wie beispielsweise das Gebrauchtwarenhaus NochMall oder die Tausch- und Verschenkmärkte auf den BSR-Kieztagen.

20 Jahre für Ressourcenschonung und Abfallvermeidung: Jubiläumsfeier des Vereins Kunst-Stoffe e.V.

Der Kunst-Stoffe e.V. betreibt in Berlin zwei Materialmärkte, organisiert Workshops und offene Reparatur-, Holz- und Textilwerkstätten und entwickelt Schulungen und Unterrichtseinheiten zur nachhaltigen Ressourcennutzung, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz.

Das 20-jähriges Jubiläum begeht der Verein mit einer feierlichen Zeremonie, einer Führung durch das Zentrum für klimaschonende Ressourcennutzung in Pankow sowie mit Snacks, Drinks und einer Tombola.

Datum: Donnerstag, 29. Mai 2026, 17:00 bis 19:00 Uhr

Ort: Kunst-Stoffe e.V., Berliner Straße 17, 13189 Berlin, direkt am U- und S-Bahnhof Pankow