Newsletter Berliner Biologische Vielfalt – Nr. 1

Newsletter für die Berliner Strategie zur Biologischen Vielfalt 2030+

September 2025

Berlins neue Strategie zur Biologischen Vielfalt 2030+

Liebe Freundinnen und Freunde der Biologischen Vielfalt,

Wir freuen uns, Ihnen unseren neuen Newsletter zum Thema biologische Vielfalt vorzustellen. Mit ihm möchten wir Sie regelmäßig über aktuelle Entwicklungen, spannende Themen sowie wichtige Initiativen und Projekte informieren, die sich für den Erhalt und die Förderung der biologischen Vielfalt in Berlin einsetzen. Außerdem laden wir Sie ein, die vielfältigen Lebensräume und zahlreichen Arten, die unsere Stadt prägen und lebenswerter machen, näher kennenzulernen. Entdecken Sie, wie auch Sie aktiv zum Schutz unserer natürlichen Umwelt beitragen können.

Wir laden Sie herzlich ein, sich auf diesem Wege regelmäßig informieren zu lassen und gemeinsam mit uns die biologische Vielfalt Berlins zu fördern. Viel Freude beim Lesen!

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Team der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt

INFORMIERT. Neues zur Berliner biologischen Vielfalt

Die Strategie zur Berliner Biologischen Vielfalt 2030+ ist verabschiedet

Am 17. Juni 2025 hat die Berliner Senatsumweltverwaltung die Strategie zur Biologischen Vielfalt 2030+ feierlich verabschiedet. Damit macht sie deutlich, dass Berlin den Rückgang der Artenvielfalt ernst nimmt und Gegenmaßnahmen ergreifen möchte. Berlin macht biologische Vielfalt zum Thema für die gesamte Stadt! Der Fokus der neuen Strategie liegt darauf, Maßnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt, zur Anpassung an den Klimawandel und zur Steigerung der Lebensqualität gemeinsam umzusetzen. Dafür enthält die Strategie 19 Handlungsfelder in den Themenbereichen 1) Artenvielfalt und Raum, 2) Urbane Vielfalt und Raum und 3) Management und Verantwortung. Die Strategie eröffnet somit die Chance, Berlins Charakter als artenreiche, lebenswerte und grüne Stadt zu stärken, die sich für ihre natürlichen Lebensräume genauso wie für ihre Bürgerinnen und Bürger einsetzt.

REINGESCHAUT. Einblicke in die Strategie

Das Fundament der neuen Strategie

In diesem ersten Newsletter widmet sich dieser Abschnitt der Entstehung der neuen Strategie. Die neue Strategie ist das Ergebnis eines fortlaufenden, partizipativen Prozesses, der auf den Erfahrungen und Erfolgen der ersten Strategie von 2012 aufbaut. Sie wurde unter Einbeziehung zahlreicher Akteurinnen und Akteure aus Verwaltung, Wissenschaft, Naturschutz, Stadtgesellschaft und Wirtschaft entwickelt. Die Strategie basiert auf der Auseinandersetzung mit aktuellen Herausforderungen wie dem Klimawandel, dem Verlust von Lebensräumen und dem weiterhin steigenden Nutzungsdruck. Sie verknüpft lokale mit globalen Zielen und setzt auf messbare Indikatoren, um den Fortschritt nachvollziehbar zu machen. Die Strategie versteht sich außerdem als lebendiges Dokument, das flexibel auf neue Entwicklungen reagieren kann. Sie integriert Biodiversität als Querschnittsaufgabe in alle Bereiche der Stadtentwicklung integriert wird.

ZUGEHÖRT. Lokale Akteure und Projekte

Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Sandra Naumann und Rebecca Noebel (Bereich Biologische Vielfalt)

Wovon ist das Erreichen der Ziele der Strategie maßgeblich abhängig?
Die Umsetzung der Maßnahmen erfordert ein breites Engagement, insbesondere von der öffentlichen Hand. Dabei müssen die knappen finanziellen und personellen Ressourcen auf Senats- und Bezirksebene so eingesetzt werden, dass sie den größtmöglichen Nutzen bringen. Außerdem ist eine enge Zusammenarbeit mit der gesamten Stadtgesellschaft wichtig – eine gezielte Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit soll mehr Menschen motivieren, sich für Stadtnatur und biologische Vielfalt zu engagieren.

Was sind die ersten Schritte zur Umsetzung?
Bereits laufende Aktivitäten aus der vorherigen Strategie bilden die Grundlage. Neue Maßnahmen wie der Aufbau eines Monitoringsystems und die Kooperation mit Unternehmen wurden bereits angestoßen. Zunächst liegt der Fokus auf kurzfristig realisierbaren Maßnahmen („low hanging fruits“), ergänzt durch mittel- und langfristige Planungsschritte.

Welche Aspekte waren bei der Strategieentwicklung zentral?
Die Strategie reagiert auf aktuelle Herausforderungen wie Klimawandel und Nutzungsdruck. Sie verbindet lokale mit globalen Zielen, setzt auf messbare Indikatoren und wurde partizipativ mit Expertinnen und Experten aus Verwaltung, Wissenschaft und Gesellschaft erarbeitet – als praxisnahes und anpassungsfähiges Dokument.

ENTDECKT. Arten- und Biotop-Porträt

Die Mehlschwalbe (Delichon urbica)

Die Mehlschwalbe ist in Berlin ein typischer Kulturfolger und bevorzugt als Lebensraum vor allem urbane Gebiete, in denen sie ihre Nester an Gebäuden errichtet. In der Hauptstadt findet sich die Mehlschwalbe noch vergleichsweise häufig, jedoch ist ihr Bestand – wie bei vielen anderen Gebäudebrütern – auch hier in den letzten Jahren rückläufig. Ursachen sind insbesondere Sanierungen an Gebäuden, die zum Verlust von Nistmöglichkeiten führen, sowie das Verschwinden offener Bodenstellen, die die Schwalben für den Nestbau benötigen. Die ökologische Bedeutung der Mehlschwalbe ist beachtlich: Als Insektenjägerin trägt sie wesentlich zur natürlichen Regulierung von Fluginsekten bei – darunter auch potenzielle Schädlinge – und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Stadtnatur und zum Gleichgewicht urbaner Ökosysteme. Ihr Vorkommen ist daher nicht nur ein Zeichen für biologische Vielfalt, sondern auch für eine funktionierende, naturnahe Stadtlandschaft.

MITGEMACHT. Veranstaltungen

Umweltkalender Berlin

Gerade jetzt im Sommer, wenn die Berliner Stadtnatur in voller Blüte und Grüne steht, laden zahlreiche Veranstaltungen dazu ein, die Vielfalt vor der eigenen Haustür zu entdecken. Die Bedingungen sind ideal für Exkursionen, Vogel- und Insektenbeobachtungen sowie Kräuterwanderungen. So lädt zum Beispiel das Berliner Netzwerk für Artenkenntnis zu einer Mitmach-Aktion im Späth-Arboretum in Treptow-Köpenick ein, bei der Artenvielfalt aktiv erforscht werden kann. Für Interessierte an Wildkräutern gibt es regelmäßig stattfindende Kräuterwanderungen, zum Beispiel am Hahneberg in Spandau. Für Familien können Naturerlebnistage im Freilandlabor Marzahn oder spannende Exkursionen mit den Stadtnatur-Rangerinnen und -Ranger interessant sein. Auch Vogelbeobachtungen, wie geführte Spaziergänge zum Kennenlernen der heimischen Vogelwelt, stehen in den nächsten Wochen auf dem Programm.

MITBEKOMMEN. Kennen Sie bereits…

…die Pflanzen-Erkennungsapp NaturaDB?

Sie wollen wissen, was hier wächst? Nutzen Sie die NaturaDB App! Die App ist ein praktischer Begleiter für alle, die sich für Pflanzenvielfalt und naturnahe Gärten interessieren. Mit NaturaDB lassen sich schnell und einfach Informationen zu über 10.000 verschiedenen Pflanzenarten abrufen – von heimischen Wildblumen über Gehölze bis zu Stauden und Gräsern. Die App bietet außerdem die Funktion des Pflanzen-Scans und hilft bei der Erkennung von Pflanzen auf einem hochgeladenen Foto weiter. Dazu bietet sie detaillierte Angaben zu Standortansprüchen, Blühzeiten, ökologischer Bedeutung und Pflegehinweisen. Besonders hilfreich: Nutzerinnen und Nutzer können gezielt nach Pflanzen filtern, die für bestimmte Lebensräume, Standorte oder auch für die Förderung von Insekten und Vögeln geeignet sind. So unterstützt NaturaDB bei der Planung naturnaher Beete, Blühwiesen oder auch bei der Auswahl von Gehölzen für den eigenen Garten oder Balkon. Darüber hinaus liefert die App Anregungen für biodiversitätsfördernde Pflanzungen und gibt Tipps, wie man mit wenig Aufwand mehr Lebensraum für Tiere schafft.