Umwelt  

 

Wasser und Geologie

Runder Tisch Grundwasser


Seit der Wende ist der Trinkwasserbedarf zurückgegangen und daraufhin entsprechend die Grundwasserförderung der Berliner Wasserwerke. Es wurden auch einige kleine Wasserwerke im Stadtgebiet stillgelegt. Dadurch kam es zu einem Wiederanstieg des Grundwassers in den Einflussbereichen der Wasserwerke und folglich zu Vernässungsschäden an nicht fachgerecht abgedichteten Kellern. Aus diesem Grund hat 2012 Herr Staatssekretär Christian Gaebler einen Runden Tisch Grundwasser ins Leben gerufen, der eine "siedlungsverträgliche" Grundwassersteuerung mit den Beteiligten thematisiert. Die drei Veranstaltungen haben am 29.05., 21.08. und am 29.10.2012 stattgefunden.

Die Teilnehmer des Runden Tisches haben vereinbart, die in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt (jetzt Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz) vorhandenen Studien zu diesem Themengebiet sowie im Rahmen der Veranstaltung gehaltene Vorträge u.dgl. zu veröffentlichen.

Abschlussbericht Runder Tisch Grundwasser und Pilotprojekte

Als Ergebnis der drei Veranstaltungen zum Runden Tisch Grundwasser ist von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt der Abschlussbericht "Runder Tisch Grundwassermanagement" erstellt worden und mit den Stellungnahmen der Betroffenen und Betroffenenvertreter*innen am 12.08.2014 dem Abgeordnetenhaus vorgelegt worden. Der Bericht mit den Stellungnahmen (pdf-Datei) steht hier zum Download bereit:

Es hat sich dabei herausgestellt, dass die Erwartungshaltung der betroffenen Hausbesitzer gegenüber dem Senat mit den gegebenen wasserwirtschaftlichen Instrumenten, d.h. der Absenkung der Grundwasseroberfläche im Rahmen der Förderung von Grundwasser für die öffentliche Wasserversorgung, jedoch nicht zu erfüllen ist. Denn der Wasserbedarf ist sehr stark und nachhaltig zurückgegangen.

Das Land Berlin und die Berliner Wasserbetriebe sind zudem gesetzlich nicht verpflichtet, das Grundwasser dauerhaft künstlich abzusenken, nur um die Keller trocken zu halten. Dagegen sind und waren die Betroffenen schon immer nach dem Baugesetz selbst verpflichtet, ihr Gebäude gegen Grundwasser abzudichten.

Alle von den Betroffenen geforderten Maßnahmen, insbesondere flächendeckende Grundwasserabsenkungen, wären für die öffentliche Hand mit immens hohen Kosten verbunden und sind außerdem rechtlich nicht geboten.

Ungeachtet dessen ist der Senat jedoch bemüht, zu möglichen Lösungsansätzen beizutragen:
Die jetzige Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
  • hat prüfen lassen, inwieweit eine mögliche Bereitstellung zinsgünstiger Kredite für Maßnahmen zur Kellertrockenlegung durchführbar ist. Auf Bestreben der Senatsverwaltung wurden Maßnahmen zur Behebung von Kellerwasserschäden explizit in bestehende Förderprogramme der Investitionsbank Berlin (IBB) aufgenommen.
  • führt Pilotprojekte zum lokalen Grundwassermanagement als Hilfe zur Selbsthilfe durch: eines im Neuköllner "Blumenviertel" und ein weiteres um den "Boxhagener Platz" in Friedrichshain.
Grafik Runder Tisch Grundwasser
Grafik: T. Laße (SenUVK)