Umwelt  

 

Gefährliche Abfälle - Sonderabfall

Entsorgungs- und Verwertungsanlagen für gefährliche Abfälle (Sonderabfälle) aus Berlin



Bei der Entsorgung von gefährlichen Abfällen kooperiert das Land Berlin mit dem Land Brandenburg. Zwischen den obersten Abfallwirtschaftsbehörden der Länder Berlin und Brandenburg wurde bezüglich der gefährlichen Abfälle grundsätzlich vereinbart, dass bei jeder Abfallentsorgung zunächst von dem Territorialprinzip ausgegangen wird, dass heißt die Abfälle sind vorrangig in dem Land zu entsorgen, in dem sie entstehen.

Zwischen den Ländern Berlin und Brandenburg besteht Einigung darüber, dass im Land Brandenburg auch zukünftig die Entsorgung derjenigen gefährlichen Abfälle stattfinden wird, die der Verbrennung oder obertägigen Ablagerung bedürfen. Im Gegenzug werden im Land Berlin für die chemisch-physikalische Behandlung von gefährlichen Abfällen Kapazitäten zur Verfügung gestellt, die die Behandlung von gefährlichen Abfällen des Umlandes sichern.

Berliner Entsorgungs- und Verwertungsanlagen für gefährliche Abfälle

In den Berliner Entsorgungs- und Verwertungsanlagen für gefährliche Abfälle wurden 2010 insgesamt circa 473.230 Mg/a gefährliche Abfälle entsorgt.

Mit knapp 65 Prozent (307.130 Mg) stammte der überwiegende Anteil aus Berlin selbst. Etwa 31 Prozent (148.100 Mg) der in Berlin entsorgten gefährlichen Abfälle kamen aus dem Land Brandenburg. Die Abfälle aus Brandenburg wurden überwiegend in chemisch-physikalischen Bodenbehandlungsanlagen aufbereitet. Der Rest von 4 Prozent kam aus allen anderen Bundesländern (18.000 Mg).

Knapp 54,5 Prozent (307.130 Mg) der circa 564.623 Mg in Berlin angefallenen gefährlichen Abfälle wurden im eigenen Land und über 41,5 Prozent (232.870 Mg) im Land Brandenburg entsorgt. Damit verblieb mit rund 96 Prozent (540.000 Mg) der weit überwiegende Anteil der gefährlichen Abfälle aus Berlin innerhalb des Entsorgungsraumes Brandenburg/Berlin.

In der Liste für Berliner Anlagen sind die Anlagen aufgeführt, die zurzeit in Berlin zur Verfügung stehen. Neben der Entsorger-Nummer, Anlagenadressen usw. werden die Verfahren nach Anhang II A bis II b des KrW-/AbfG (Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes) angegeben. Damit kann eine Auswahl nach Entsorgungsverfahren für Anlagen zur Verwertung oder für Anlagen zur Beseitigung überprüft werden.

In den nachfolgenden Tabellen werden die Importe der einzelnen Länder nach Berlin aufgeführt.

Importe nach Berlin
Bundesland
Menge 2010
[Mg]
Menge 2010
%
Brandenburg
148.033,9
89,1
Sachsen-Anhalt
10.097,9
6,1
Bayern
39,9
0,0
Niedersachsen
1.660,5
1,0
Schleswig-Holstein
2.593,4
1,6
Sachsen
1.693,8
1,0
Hamburg
444,7
0,3
Nordrhein-Westfalen
59,2
0,0
Mecklenburg-Vorpommern
844,9
0,5
Baden-Württemberg
616,9
0,4
Thüringen
3,0
0,0
Gesamtsumme Importe
166.088,1
100


Entsorgung von gefährlichen Abfällen in Brandenburg

In der Liste für Brandenburger Anlagen wurden nur die Verbrennungsanlagen und Deponien aufgeführt, die für das Land Berlin wichtig sind. Die gesamte Liste der Brandenburger Anlagen steht als Download zur Verfügung.
Zusätzliche Informationen für Anlagen im Land Brandenburg finden Sie unter Landesumweltamt Brandenburg und bei der SBB (Sonderabfallgesellschaft Brandenburg/Berlin mbH ).

Entsorgung von gefährlichen Abfällen in andere Bundesländer

Weder das Land Berlin noch das Land Brandenburg verfügen über die Möglichkeit, Untertagedeponien (UTD) zu betreiben.

Die nächstgelegene zugelassene Untertagedeponie befindet sich im Land Sachsen-Anhalt, die für die Deponierung von Berliner Abfällen genutzt wird. Als Kompensation stehen die Berliner Entsorgungskapazitäten für die Entsorgung der in Sachsen-Anhalt angefallenen gefährlichen Abfälle zur Verfügung. Weitere Untertagedeponien und Versatzbergwerke wurden von den Berliner Abfallerzeugern in den Bundesländern Hessen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen genutzt.

Die Exporte von Ölgemischen in die Länder Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Sachsen zu den dortigen Ölraffinationen oder anderen Wiederverwendungsmöglichkeiten werden in Zukunft weiter genutzt, da diese Verwertungsanlagen voraussichtlich nicht im gemeinsamen Entsorgungsraum errichtet werden.

Gefährliche Abfälle wie nichteisenmetallhaltige Abfälle, anorganische mineralische Gemische und anorganische Säuren, Laugen und Beizen können nicht oder nur zum Teil im gemeinsamen Entsorgungsraum entsorgt werden.

Hierfür stehen die Verwertungskapazitäten von Schmelzanlagen und speziellen chemisch-physikalischen Behandlungsanlagen in den Bundesländern Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen im ausreichenden Umfang zur Verfügung.

Exporte in andere Bundesländer (primär)
Bundesland
Menge 2010
primär
Menge 2010
beseitigt
Menge 2010
verwertet
Menge 2010
gesamt %
Brandenburg
232.867,5
212.207,9
20.659,6
90,4
Sachsen-Anhalt
4.691,9
238,6
4.453,3
1,8
Niedersachsen
2.428,2
119,4
2.308,7
0,9
Schleswig-Holstein
3.494,9
0
3.494,9
1,4
Sachsen
8.430,8
3.181,3
3.181,3
3,3
Mecklenburg-Vorpommern
1.175,6
1.173,2
2,4
0,5
Rheinland-Pfalz
978,3
 
978,3
0,4
Nordrhein-Westfalen
2.380,1
787,0
1.593,2
0,9
Summe sonstiger Bundesländer
1.050,1
85,6
964,5
0,4
Gesamtsumme Export
257.497,4
217.793,0
39.704,4
100

Unter Berücksichtigung der gefährlichen Sekundärabfälle erhöht sich die Gesamtmenge auf 412.400 Mg im Jahr 2010.

Die Sonderabfallgesellschaft Brandenburg/Berlin mbH (SBB)

Die Sonderabfallgesellschaft Brandenburg/Berlin mbH (SBB) ist seit 1995 die zentrale Einrichtung für die Organisation der Sonderabfallentsorgung im Sinne von § 13 des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes Berlin (KrW-/AbfG Bln).

Gesellschafter der Sonderabfallgesellschaft SBB sind mit je 25 Prozent Anteil am Stammkapital
  • das Land Berlin
  • das Land Brandenburg
  • eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) als Zusammenschluß von circa 30 Sonderabfallerzeugern
  • eine GmbH als Zusammenschluß von circa 35 Abfallentsorgungsunternehmen aus der Region.
Ein Aufsichtsorgan der Sonderabfallgesellschaft SBB
aus abfallwirtschaftlicher Sicht ist die Fachaufsicht, die von Berliner Seite von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt wahrgenommen wird. Weisungen der Fachaufsicht haben direkte Auswirkungen auf die Entscheidungen der Sonderabfallgesellschaft SBB.

Die zentrale Einrichtung für die Organisation der Sonderabfallentsorgung nimmt insbesondere folgende Aufgaben wahr:
  1. Zuweisung der von den Abfallbesitzern ordnungsgemäß angedienten gefährlichen Abfälle in dafür zugelassene und annahmebereite Entsorgungsanlagen; sie hat dabei dem Abfallbesitzer regelmäßig mehrere Abfallentsorgungsanlagen nachzuweisen,
  2. die Sicherung ausreichender Entsorgungsmöglichkeiten.
  3. die Überprüfung der ordnungsgemäßen Entsorgung von Sonderabfällen im Rahmen der nach der Sonderabfallentsorgungsverordnung (SoAbfEV) übertragenen Befugnisse,
  4. die Information und Beratung von Abfallbesitzern und Abfallentsorgungsunternehmen über die Möglichkeiten der Vermeidung und Verwertung von gefährlichen Abfälle,
  5. Mitarbeit an Entsorgungskonzepten.
Durch das Zuweisungsverfahren wird sichergestellt, dass Sonderabfälle im Sinne der Abfallplanung der beiden Bundesländer und in Übereinstimmung mit EU-Recht erzeugernah beseitigt werden.
Eine Verwertung von gefährlichen Abfälle wird ggf. von der SBB festgestellt. Eine Zuweisung durch die SBB ergeht deshalb nicht. Wird die beabsichtigte Verwertung nicht als Verwertung eingestuft, erfolgt durch die SBB eine Zuweisung zu einer dafür genehmigten Anlage als Sonderabfall zur Beseitigung. Für die Zuweisung durch die Sonderabfallgesellschaft SBB werden von den andienenden Abfallerzeugern Gebühren erhoben. Die Gebühren betragen zur Zeit 3% der tatsächlichen Beseitigungskosten für den gefährlichen Abfall ohne Transportkosten.

In den Ländern Berlin und Brandenburg stehen 250 Sonderabfallentsorgungsanlagen zur Verfügung, die ohne Beteiligung der Sonderabfallgesellschaft SBB privatwirtschaftlich oder teilprivat betrieben werden.