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Großer Tiergarten - Natur

Stadtökologische Bedeutung


Erholungsraum und Lebensraum mit mikroklimatischer Funktion, 2014; Foto: Thomas LeBas / minigram
Erholungsraum und Lebensraum mit mikroklimatischer Funktion, 2014   Foto: Thomas LeBas / minigram

Stadtklima

Mit dem Großen Tiergarten verbinden sich auch verschiedene stadtökologische Besonderheiten. Dazu zählt in erster Linie die Funktionsfähigkeit der Grünanlage zur Kaltluftentstehung und dem damit verbundenen Austausch von kalten und feuchten Luftmassen mit der städtischen Umgebung. Der Große Tiergarten ist für die Berliner Innenstadt der wichtigste stadtklimatische Entlastungsraum.

Anthropogener Einfluss

Eine andere Besonderheit betrifft die lokal etablierten Artengesellschaften der Flora und Fauna. Diese sind maßgeblich geprägt durch bewussten und unbewussten menschlichen Einfluss und in der Folge aus der daraus resultierenden Pflege und Nutzung der Flächen. Diesbezüglich am augenscheinlichsten sind Ende der 1940er Jahre nachgepflanzte Bäume, viele nichtheimische Gehölze und dem Stadtklima angepasste eingewanderte Arten sowie einige Trittrasenarten und Zierstauden.
Einerseits ergibt sich so eine besondere Artenzusammensetzung die zu ungewöhnlichen ökologischen Nischen mitten in der Stadt führt, doch andererseits können sich aufgrund fehlender natürlicher Feinde anpassungsfähigere Arten dominierend ausbreiten. Sichtbares Beispiel dafür sind die allgegenwärtigen Kaninchen, die zwar entzückend anzuschauen sind, aber inzwischen in ihrer Vielzahl erhebliche Schäden in der Parkanlage verursachen.

Ökologische Nischen

Ökologische Nischen sind kleinteilige Mikroräume, die von besonderen und/oder seltenen Arten als Lebensraum genutzt werden können. Der Große Tiergarten verfügt über etliche ökologische Nischen. So finden sich vereinzelte Relikte der auenartigen Flussniederung und in abgelegenen Bereichen sogar geschützte Rote-Liste-Arten. An einigen wenigen Uferabschnitten von Landwehrkanal und Spree haben sich ruderalisierte Trockenrasenarten etabliert. Auch die bodenbrütende Nachtigall findet den vorhandenen Feinden zum Trotz ihre ökologische Nische verteilt im ganzen Park.

Vernetzung

Eine stadtökologische Besonderheit ganz anderer Art ist die Vernetzung des Parks mit dem gesamtstädtischen Freiraumsystem „20 Grüne Hauptwege“. Drei der 20 Hauptwege verlaufen durch den Großen Tiergarten und verknüpfen die zentrale Grünanlage mit den verstreut im Stadtraum liegenden öffentlichen Grünflächen und darüber hinaus mit den Landschaftsräumen in Brandenburg.