Inhaltsspalte

Ersatzneubau der Mühlendammbrücke

Bildvergrößerung: Bestehende Mühlendammbrücke aus der Vogelperspektive
Bestehende Mühlendammbrücke aus der Vogelperspektive
Bild: Wirtschaftsatlas Berlin / www.businesslocationcenter.de

Aktuell

Bis zum 24. März 2021 konnten Bürgerinnen und Bürger auf der digitalen Beteiligungsplattform meinBerlin.de ihre Anregungen und Wünsche in die weiteren Planungsphasen des Realisierungswettbewerbs einbringen. Im Rahmen einer digitale Informationsveranstaltung am 23. März 2021 wurden die ersten auf meinBerlin eingetragenen Kommentare, Anmerkungen, Wünsche und Vorschläge vorgestellt sowie um weitere Ideen ergänzt.

Die zahlreichen Eingaben aus Online-Beteiligung und Veranstaltung wurden in einem Resümee zusammengefasst und den am Wettbewerb teilnehmenden Teams zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus erhielten Sie eine Zusammenfassung von Gesprächen mit Akteuren aus der Zivilgesellschaft, die im Vorfeld der digitalen Beteiligung stattfanden. Sowohl das Resümee als auch der Gesprächsbericht sind öffentlich einsehbar und auf meinBerlin unter dem Reiter „Ergebnisse“ zu finden.

Bis zum 2. Juni 2021 haben die Teams Zeit, ihre Beiträge einzureichen. Diese werden dann durch ein Expert*innengremium anhand eines Kriterienkatalogs vorgeprüft.

Am 27. Juni werden die Beiträge im Rahmen einer Online-Veranstaltung der Öffentlichkeit vorgestellt. Bürgerinnen und Bürger können sich dort einen Überblick über die verschiedenen Einreichungen verschaffen, ehe die Jury sich am 28. Juni über die finalen Wettbewerbsbeiträge berät und einen Siegerentwurf auswählt.

Planungsphase

Die Mühlendammbrücke ist Teil des verkehrlich und stadträumlich bedeutenden Straßenzugs Molkenmarkt / Gertraudenstraße / Spittelmarkt. Sie überführt im Zuge des Mühlendamms die Bundesstraße 1 vom Molkenmarkt zur Fischerinsel über die Spree in unmittelbarer Nähe der Mühlendammschleuse. Der Straßenzug liegt parallel zur Straße Unter den Linden und stellt eine der Hauptachsen in Ost-West-Richtung im Zentrum von Berlin dar. Der Mühlendammbrücke und ihrem Umfeld kommt in historischer, städtebaulicher und verkehrlicher Hinsicht eine herausragende Bedeutung im ältesten Teil der Berliner Innenstadt zu.

Zwischen dem nördlichen Pfeiler und dem Widerlager wird ein Uferwanderweg geführt. Auf der gegenüberliegenden Brückenseite befindet sich die Wehranlage der denkmalgeschützten Mühlendammschleuse.

Bestandsfotos

zur Bildergalerie

Die Mühlendammbrücke wurde im Jahr 1968 in Spannbetonbauweise erstellt. Hierbei wurde der Hennigsdorfer Spannstahl verwendet, der als stark gefährdet gegenüber wasserstoffinduzierter Spannungsrisskorrosion gilt.

Auf Basis der durchgeführten Kontrolluntersuchungen im Jahr 2019 mussten Sofortmaßnahmen (Einschränkungen des Schwerlastverkehrs, Verhinderung der Befahrbarkeit der Kragarme) ergriffen werden, um die sichere Nutzung der Brücke weiterhin zu gewährleisten.

Längsschnitt bestehende Mühlendammbrücke
Längsschnitt bestehende Mühlendammbrücke
Bild: SenUVK
Querschnitt bestehende Mühlendammbrücke
Querschnitt bestehende Mühlendammbrücke
Bild: SenUVK

Die Brücke kann aufgrund der Konstruktion, des Bauwerkszustandes und des gestiegenen Verkehrsaufkommens nicht mehr dauerhaft standhalten. Die Restnutzungsdauer der Mühlendammbrücke ist stark eingeschränkt.

Zur Ermittlung der Tragfähigkeit und der Gebrauchstauglichkeit wurde die Mühlendammbrücke überprüft. Es wurden große rechnerische Defizite in der Tragfähigkeit ermittelt. Der beeinträchtigte Bauwerkszustand ist auf irreversible Rissbildungen in Bereich der Spannkästen zurückzuführen.

Aus wirtschaftlichen und technischen Gesichtspunkten ist daher die Instandsetzung der Brücke nicht möglich. Nur durch einen Ersatzneubau kann ein bezüglich Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit verlässliches Bauwerk für den Verkehr zur Verfügung gestellt werden. Das gilt insbesondere, da durch die neue Straßenbahntrasse (Alexanderplatz – Potsdamer Platz – Kulturforum) neue Beanspruchungen in die Bemessung einfließen müssen. Zur Wahrnehmung der Verkehrssicherungspflicht und zur Aufrechterhaltung der Infrastruktur ist ein Ersatzneubau zwingend erforderlich.

Bauwerksschäden

zur Bildergalerie

Das Vorhaben

Um im Zentrum Berlins eine der verkehrlichen Aufgaben und den örtlichen Gegebenheiten angepasste Brückenplanung realisieren zu können, bereitet die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz einen Realisierungswettbewerb für den Ersatzneubau der Mühlendammbrücke vor.

Gegenstand des Wettbewerbes ist die Planung des Ersatzneubaus der Mühlendammbrücke über die Spree zwischen Breite Straße und Molkenmarkt im Berliner Stadtbezirk Mitte.

Anlass ist der bauliche Zustand des Bestandsbauwerkes aus den 1960er Jahren, welcher konstruktive Mängel und Defizite in der Tragfähigkeit aufweist und damit einen zügigen Ersatzneubau erfordert.

Die Mühlendammbrücke ist Teil des verkehrlich und stadträumlich bedeutenden Straßenzugs Molkenmarkt – Gertraudenstraße – Spittelmarkt, in dem auch die Straßenbahn-Neubaustrecke Alexanderplatz – Potsdamer Platz vorgesehen ist.

Die herausragende innerstädtische Lage der Mühlendammbrücke im Bereich der historischen Mitte stellt besondere Anforderungen an die Gestaltung der neuen Brücke. An diesem Standort befand sich die erste Verbindung zwischen der historischen Doppelstadt Berlin und Cölln, der Keimzelle Berlins; gegenwärtig grenzt die Brücke an heterogene, teilweise denkmalgeschützte Stadtstrukturen. Im näheren Umfeld der Brücke sollen sich lebendige Stadtquartiere entwickeln, wie der Bereich Petriplatz und das Quartier Breite Straße im Süden und der Bereich Molkenmarkt im Norden. Damit bekommt die Brücke zukünftig die Bedeutung eines städtischen Bindeglieds mit hoher Aufenthaltsqualität.

Bei der Neuplanung der Brücke sind deshalb drei besondere Herausforderungen zu bewältigen:

  1. Abriss und Neubau müssen unter Aufrechterhaltung des starken Verkehrs erfolgen.
  2. Die fertiggestellte Brücke wird zunächst ausreichend Raum für intensiven MIV (Motorisierter Individualverkehr) und Busverkehr anbieten müssen.
  3. Sie soll aber auch über attraktive Umgestaltungspotenziale verfügen, die im Rahmen der Mobilitätswende aktiviert werden können.

Diesen Anforderungen spiegeln sowohl die realen Verkehrsbedürfnisse der nächsten Jahre als auch die strategische Orientierung der Berliner Verkehrspolitik hin zu umwelt- und stadtverträglichen Formen der Mobilität. Sie entsprechen aber auch den Forderungen vieler engagierter Initiativen und Bürger*innen, die noch immer autogerecht überformte Historische Mitte Berlins endlich angemessen zu gestalten. Der Frage der verkehrlichen Nutzung und der darauf bezogenen Dimensionierung der zukünftigen Mühlendammbrücke, wird von diesen zivilgesellschaftlichen Akteuren eine herausragende Bedeutung beigemessen.

In einer wachsenden, weltoffenen Stadt mit einer aktuellen Einwohnerzahl von ca. 3,6 Millionen Menschen, der darüber hinaus zu berücksichtigenden Wirkung als Metropolenregion Berlin / Brandenburg, einer jährlichen Touristenanzahl von ca. 13,5 Millionen Besucher*innen und einer Flächengröße von ca. 890 km² mit aktuellem Verkehrsaufkommen im Bereich der Mühlendammbrücke von ca. 73.000 Kfz/24h werktags ist es erforderlich, neue Lösungen zur Mobilität, Stadtgestaltung und Nutzungsformen zu finden.
Das damit verbundene Spannungsfeld zwischen aktueller Verkehrssituation und zukünftiger Mobilitäts- und Nutzungsanforderung muss in eine mehrstufige und genehmigungsfähige Umsetzung zum Ersatzneubau der Mühlendammbrücke überführt werden.

Aus diesem Grund werden als Grundlage für den Realisierungswettbewerb die vorhandenen Zielsetzungen und Randbedingungen benannt. Im Ergebnis des Wettbewerbes soll die beste und beispielgebende Lösung gefunden werden, welche diese Zielvorgaben und Randbedingungen erfüllt bzw. am weitesten an diese Vorgaben heranreicht.
Es sind ausdrücklich Ideen, Konzepte und Lösungen gefordert, welche vorhandene Best-Practices aus dem In- und Ausland mit neuen Lösungen für die speziellen, projektspezifischen Aufgaben verbinden.

Ziel des Wettbewerbes ist es, überzeugende Entwürfe für den Ersatzneubau der Mühlendammbrücke zu erhalten. Die komplexen Anforderungen hinsichtlich Bauabwicklung, Gestaltung, Wirtschaftlichkeit, Funktionalität und Nachhaltigkeit sollen beispielgebend erfüllt werden.

Der Neubau soll sich städtebaulich-architektonisch in das heterogene Umfeld im Bereich der historischen Mitte integrieren und den künftigen Stadtraum als stadtgestalterisches Element aufwerten.

Die Planungsaufgabe umfasst neben dem Brückenneubau den Rückbau der bestehenden Spannbetonbrücke. Aufgrund der hohen Auslastung der Verkehrsachse soll die Errichtung des Ersatzneubaus in mehreren Abschnitten, bei laufendem Betrieb, erfolgen.

Die verschiedenen Verkehrsarten sollen entsprechend der Vorgaben aus dem Mobilitätsgesetz während der verschiedenen Bauabschnitte und Projektphasen weitgehend aufrechterhalten werden, womit besondere Anforderungen an die Planung der Bauabwicklung einzuhalten sind. Die Neuplanung berücksichtigt eine Neuaufteilung der Verkehrsflächen und damit eine Veränderung der Nutzungsanwendungen. Unter Beachtung der planrechtlichen Grundlagen und der einzuhaltenden Planungsvorgaben können sich verschiedene Bau- und Nutzungsphasen ergeben, welche in der Gesamtheit bis zur zukünftigen Zielvorgabe im Rahmen des Wettbewerbes erarbeitet werden sollen.

Aus diesem Grund wurde in den bestehenden Realisierungswettbewerb eine zweite Projektphase integriert, welcher auch in die Wertung der Wettbewerbsbeiträge einfließt.

Technik und Konstruktion für den Brückenneubau

Die Mühlendammbrücke muss zukünftig bestimmten Anforderungen gerecht werden – und hierbei flexibel genug sein, um auf zukünftige Veränderungen im Straßenraum vorbereitet zu sein.

Die Berliner Mühlendammbrücke von 1968 ist insgesamt 45,20 Meter breit und verfügt über eine Gesamtlänge von 116 Metern. Das Bauwerk aus Spannbeton muss erneuert werden. Die Brücke soll eine überzeugende Einheit von Funktion, Konstruktion und Gestaltung werden. Hierbei werden an den Neubau bestimmte Anforderungen gestellt. Zum einen soll die Brücke neben motorisiertem Individual- sowie Rad- und Fußverkehr noch einer geplanten Straßenbahnstrecke Rechnung tragen, zum anderen kann baulich kein Mittelpfeiler unter der Brücke geplant werden, da an dieser Stelle schon heute die Schiffe wenden.

Die Brückenachse bleibt auch beim Neubau unverändert. Leerrohre für das Stromnetz, für Trinkwasser- und Gasleitungen sowie für verschiedene Telekommunikationsnetze müssen ebenso mitgeplant werden, wie Maste für die zukünftige Straßenbahn.

Flexibilität mit Blick in die Zukunft

Der Auf- und Abbau selbst findet bei laufendem Verkehr statt, was bedeutet, dass während der Bauphase rund 63.000 Fahrzeuge täglich die Brücke passieren. Für diese Menge sollte der Neubau zunächst auch ausgelegt sein. Im Rahmen der bereits angestoßenen Mobilitätswende wird es jedoch in ganz Berlin eine Verschiebung hinsichtlich der Nutzung geben: weniger motorisierter Individualverkehr (MIV) und die Stärkung des Umweltverbunds, bestehend aus ÖPNV sowie Rad- und Fußverkehr – das wird zukünftig auch für die Mühlendammbrücke gelten. Diese Flexibilität sollte im Entwurf bereits berücksichtigt werden und stellt besondere Ansprüche an Technik und Konstruktion, aber auch an Nutzung und Gestaltung. Ziel ist es, ein Brückenbauwerk zu entwerfen, das den Anforderungen der verschiedenen Verkehrsarten in den jeweiligen Projektphasen gerecht wird.

Projektphase 1

Gegenwärtig ist es erforderlich, den Brückenquerschnitt für folgende Nutzungsanforderungen anzulegen:
  • Straßenbahntrasse: mind. 12 m an der Brückenübergangskonstruktion in Richtung Molkenmarkt und mind. 9,60 m in Richtung Spittelmarkt
  • MIV: 2 Fahrspuren mit Breiten von min 3,25 und 3,00 m je Richtung
  • Kombinierte Bus- und Radspur: mind. 4,75 m je Richtung
  • Gehweg: mind. 4,00 m je Richtung.

Nach Aufnahme des Straßenbahnbetriebs Richtung Hallesches Ufer ist die Einstellung des Busverkehrs und damit verbunden eine Veränderung des Fahrbahnprofils zugunsten von geschützten Radfahrstreifen geplant.

Projektphase 2

Bei einem künftigen Brückenquerschnitt (Projektphase 2) ist davon auszugehen, dass die Straßenbahntrasse bis zum Halleschen Tor in Betrieb ist und die Verkehrszahlen für den MIV eine Reduzierung auf eine Fahrspur ermöglicht. In diesen Fällen kann von folgenden Nutzungsanforderungen ausgegangen werden:
  • Straßenbahntrasse: mind. 12 m an der Brückenübergangskonstruktion in Richtung Molkenmarkt und mind. 9,60 m in Richtung Spittelmarkt
  • MIV: 1 Fahrspur mit einer Breite von min 3,25 m je Richtung
  • Radspur: von mind. 3,00 m je Richtung
  • Gehweg: mind. 4,00 m je Richtung.

Wir würden gerne wissen, was Sie zum Thema Technik und Konstruktion der Mühlendammbrücke zu sagen haben. Kommentieren Sie auf unser Projektwebsite unter www.mein.berlin.de.

Verkehrsplanung und Verkehrsraumgestaltung für die Mühlendammbrücke

An die Mühlendammbrücke werden in Sachen Verkehrsplanung besondere Anforderungen gestellt. Denn der Neubau soll nicht nur dem heutigen Bedarf, sondern auch dem Verkehr von morgen gerecht werden.

Sicher, klimafreundlich und komfortabel soll die Mobilität künftig in Berlin sein. Stärkung des Umweltverbunds (ÖPNV, Fuß- und Radverkehr), weniger motorisierter Individualverkehr (MIV), eine Umverteilung von Flächen und mehr Elektromobilität sind erste Schritte auf dem Weg in eine lebenswertere, klimafreundliche und am Menschen orientierte Stadt. Die Mobilitätswende ist bereits in vollem Gange. Gesetzliche Grundlage und neue Stellen in den Verwaltungen wurden geschaffen und erste Maßnahmen umgesetzt – etwa der Ausbau des Radwegenetzes, mehr Elektrobusse im ÖPNV oder bessere ÖPNV-Verbindungen sowie -Taktungen für Pendlerinnen und Pendler, die tagtäglich in Berlins Zentrum strömen.

Auch bezüglich der Neugestaltung der Mühlendammbrücke spielt die Mobilitätswende eine entscheidende Rolle. Viele Pendler*innen nutzen sie als Ost-West-Verbindung. Aktuell fahren an Werktagen rund 72.800 Kfz sowie über 2.500 Lkw täglich über die Brücke – und damit auf der dort entlanglaufenden Bundesstraße 1. Mit dem geplanten Umbau des Molkenmarkts wird eine Verringerung des Verkehrs um ca. 10.000 Kfz pro Tag prognostiziert. Darüber hinaus soll der Brückenneubau der Berliner Mobilitätswende insgesamt Rechnung tragen. Diese sieht eine deutliche Reduzierung des Autoverkehrs in der Innenstadt vor. Nicht zuletzt deshalb wurde Realisierungswettbewerb in zwei Projektphasen unterteilt.

Für die Zukunft planen

In einer ersten Projektphase wird der Autoverkehr auf zwei Spuren beschränkt. Abriss und Neubau der ‚Mühlendammbrücke müssen unter Aufrechterhaltung des starken Verkehrs erfolgen. Anschließend soll die Brücke zunächst für rund 63.000 Fahrzeuge pro Werktag sowie alle anderen Verkehre ausgelegt sein. Da der motorisierte Verkehr jedoch auf lange Sicht und im Sinne der Mobilitätswende weniger werden soll, gibt es eine zweite Phase. Für diese ist geplant, dem ÖPNV sowie Fuß- und Radverkehr mehr Platz einzuräumen. So soll unter anderem eine Straßenbahn zweigleisig über die Brücke geführt werden, die dann Alexanderplatz und Kulturforum verbindet. Bei der Planung der Brücke soll also sowohl die nahe als auch die langfristige Zukunft der Mobilität berücksichtigt werden.

Neben dem Verkehr auf der Mühlendammbrücke, gibt es diesen auch darunter. Die staugeregelte Bundeswasserstraße dient Schiffen sowohl für Personen- als auch Güterverkehr. Genau unter der Mühlendammbrücke befindet sich ein Schiffswendeplatz. Aus diesem Grund ist es baulich auch nicht möglich, bei der neu geplanten Brücke einen oder mehrere Mittelpfeiler in Betracht zu ziehen.

Die Mühlendammbrücke ist mit ihrer exponierten Lage in Berlins Mitte sowie der Streckenführung von Ost nach West ein bedeutender Verkehrsraum. Wie dieser zukünftig gestaltet werden soll, ist ein besonders relevanter Wettbewerbsinhalt. Uns interessiert Ihre Meinung dazu. Kommentieren Sie deshalb unter www.mein.berlin.de und reichen Ihre Anmerkungen ein.

Neue Mobilität für die Hauptstadt

Berlin ist auf dem Weg, die Mobilität im urbanen Raum neu zu gestalten, mit dem Ziel, klimafreundlicher und lebenswerter zu werden. Im Rahmen der geplanten Mobilitätswende gibt es mehrere Instrumente und Maßnahmen. Diese müssen sinnvoll aufeinander abgestimmt sein, damit Berlin sich weiterentwickeln kann – weg von der auto- hin zur menschenfreundlichen Stadt.

2001 entstand für Berlin der erste Stadtentwicklungsplan Verkehr (StEP). Dieser bildet den Rahmen für die konkreten Planungen und Maßnahmen im Verkehrsbereich auf der Ebene der Gesamtstadt. Der StEP beinhaltete Maßnahmen, um umwelt- und stadtverträgliche Mobilitätsformen in der Hauptstadt auszubauen und unterschiedliche Verkehrsmittel miteinander zu verknüpfen. Um umsetzbare Maßnahmen zu erarbeiten, nehmen Stadtentwicklungspläne immer eine Zeitspanne von wenigen Jahren in den Blick. So können sie realistische Zielmarken setzen und auf sich verändernde Gegebenheiten reagieren. Der aktuelle StEP befasst sich mit der Entwicklung bis 2025. Dieser ist seit Anfang 2021 beschlossen und heißt mittlerweile Stadtentwicklungsplan Mobilität und Verkehr (StEP MoVe).
zuklappen
Um vor dem Hintergrund der sich verändernden Mobilitätsbedürfnisse weiterhin ein attraktives und angemessenes ÖPNV-Angebot gewährleisten zu können, wird dieses vom Land Berlin im Nahverkehrsplan (NVP) festgelegt. Der NVP setzt die Standards für die gesamte Hauptstadt und legt Vorgaben für Umfang und Qualität der Leistungen von S-Bahn, U-Bahn, Straßenbahn, Bus, Fähre und Regionalverkehr fest. Er bildet damit die Grundlage für die ÖPNV-Angebotsplanung. Im aktuellen NVP sind unter anderem Maßnahmen zur Taktverdichtung im ÖPNV, der Ausbau des Straßenbahnnetzes oder auch das Zusammenwirken von Schiene und Bus sowie die Kooperation mit dem Brandenburger Umland und die Stärkung des Fahrradverkehrs festgeschrieben.
zuklappen
Das Projekt i2030 der Länder Berlin und Brandenburg, der Deutschen Bahn sowie des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) hat zum Ziel, in den kommenden Jahren die Schieneninfrastruktur in den Regionen Berlin und Brandenburg auszubauen. Schnellere Verbindungen, höhere Taktungen sowie neue Strecken sind geplant.
zuklappen
Im Berliner Luftreinhalteplan sind Maßnahmen festgeschrieben, um die Luftqualität in der Hauptstadt zu verbessern. Denn vielfach werden die europaweit verbindlichen Grenzwerte für Stickstoff und Feinstaub überschritten. Die Maßnahmen betreffen nicht nur, aber zu einem großen Teil auch den motorisierten Verkehr und sind somit auch relevant für die Mobilitätswende. Beispielsweise sind festgesetzte Tempo-30-Strecken oder Umweltzonen Instrumente zur Verbesserung der Luftqualität. Ebenso wie Stadtentwicklungspläne nehmen auch Luftreinhaltepläne eine Zeitspanne von wenigen Jahren in den Blick, um konkrete Maßnahmen anzustoßen oder umzusetzen. Die aktuelle 2. Fortschreibung des Luftreinhalteplans wurde im Juli 2019 vom Berliner Senat verabschiedet und thematisiert die Entwicklungen der nächsten fünf Jahre.
zuklappen

Nutzung und Gestaltung der Mühlendammbrücke

Ein Neubau für ein heterogenes Umfeld: Nutzung und Gestaltung gemeinsam denken

Die Mühlendammbrücke liegt in Berlins historischer Mitte, die durch unterschiedliche Baustrukturen aus verschiedenen Epochen geprägt ist. Klosterviertel, Nikolaiviertel, das Rote Rathaus oder auch das Alte und das Neue Stadthaus sind ebenso Teil der Umgebung wie Hochhäuser aus den 60er Jahren. In dieser Zeit wurde auch die jetzige Spannbetonbrücke errichtet. Aktuell erfährt das angrenzende Quartier Am Molkenmarkt eine Umgestaltung. Hier soll an die Qualitäten einer ehemals kleinteilig angelegten Stadtstruktur angeknüpft und ein urbanes Stadtquartier entwickelt werden. Zu diesem ästhetischen Mix kommen mehrere benachbarte Straßenbrücken aus unterschiedlichen Epochen.

Eine Herausforderung des Realisierungswettbewerbs ist es, einen Entwurf vorzulegen, der sich in das heterogene Umfeld einfügt und als stadtgeschichtliches Element den Stadtraum aufwertet. Er muss sowohl der historischen als auch der zukünftigen Bedeutung des Ortes gerecht werden. Nicht zuletzt, weil die Berliner Mitte sich stetig weiterentwickelt – auch unter aktiver Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern.

Darüber hinaus muss der Entwurf den baulichen Vorgaben sowie der geplanten Nutzung Rechnung tragen und den Denkmalschutz der angrenzenden Gebäude und historischen Elemente wie etwa dem Treppenaufgang mit Löwen vor dem Ephraim-Palais berücksichtigen. Unabhängig davon, ob es um mögliche Elemente auf der Brücke selbst – etwa Beleuchtung, Querungen oder Bebauungen – oder um Zugänge und Anbindung an den Kiez geht, immer spielen sowohl Nutzungsperspektive als auch ästhetische Gestaltung eine Rolle. Und beides bedingt sich.

Insgesamt soll die Brücke eine überzeugende Einheit von Funktion, Konstruktion und Gestaltung darstellen und ein gestalterisch stimmiges Gesamtensemble bilden. Besonderer Wert wird auch auf die die sorgfältige Ausarbeitung der Konstruktion und die Gestaltung von Oberflächen, An- und Untersichten sowie die Gestaltung der Brückendetails gelegt. Auch der Straßenbahnmaste, der Beleuchtung, Geländer und Gehwegbeläge kommt besondere Bedeutung zu. Ebenso ist auf eine fußgänger- und fahrradfreundliche Straßen- und Brückengestaltung zu achten.

Uns interessiert, was Ihnen in Sachen Nutzung und Gestaltung besonders wichtig ist. Wie nutzen Sie die Brücke heute und wie möchten Sie diese in Zukunft nutzen? Was braucht es dafür? Inwiefern spielen städtebauliche Aspekte eine Rolle? Was finden Sie für diesen Ort passen oder unpassend – und warum? Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und Kommentare auf www.mein.berlin.de. Zudem spielen diese Fragen auch in unserer Umfrage eine Rolle.

Kiezanbindung rund um die Mühlendammbrücke

Verbinden statt trennen – die Mühlendammbrücke hat zahlreiche aufgaben. Unter anderem verbindet sie auch sehr unterschiedliche Kieze miteinander.

Mitten in Berlins historischem Zentrum erstreckt sich die Mühlendammbrücke über die Spree. Ein Bauwerk von besonderer Bedeutung, schließlich gilt der Mühlendamm als Keimzelle der spätmittelalterlichen Doppelstadt Berlin-Cölln. Schon damals kam ihr eine verbindende Bedeutung zu. Und auch heute hängt die Mühlendammbrücke nicht als unabhängiges Bauwerk in einem luftleeren Raum. Vielmehr verbindet sie vier Bereiche, in denen historische Bauwerke aus unterschiedlichen Zeitepochen ebenso wie Bauten der Nachkriegsmoderne nebeneinander bestehen und so die Geschichte der Stadt und ihrer Brüche aufzeigen. Um dieser Bedeutung gerecht zu werden, muss die Berliner Mitte in ihrer Gesamtheit betrachtet und in ihren einzelnen Quartieren qualifiziert entwickelt werden. Daher ist die Berliner Mitte 2018 als ein Gebiet von besonderer stadtpolitischer Bedeutung festgelegt worden.

Die Berliner Mühlendammbrücke verbindet vier sehr unterschiedliche Kieze miteinander:
Auf der nördlichen Seite gibt es den Molkenmarkt sowie das Nikolaiviertel.
Auf der südlichen Seite gibt es die Fischerinsel sowie den Kiez Breitestraße.

Diese werden schon jetzt und auch in den nächsten Jahren bewusst weiterentwickelt. So entsteht aktuell rund um den Molkenmarkt ein neues lebendiges Quartier. Darüber hinaus hat die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz für die künftige Gestaltung der Berliner Mitte Projekt Stadtwerkstatt ins Leben gerufen. In der Stadtwerkstatt haben Bürger*innen, Verwaltung und weitere Akteure der Stadtgesellschaft die Möglichkeit, die Berliner Mitte gemeinsam zu gestalten.

Wie die unterschiedlichen Kieze rund um die Mühlendammbrücke im Einzelnen angebunden werden sollen, welche Auf- und Zugänge es geben wir und wie sich die Brücke in die Quartiere einfügt, wird bei der Neugestaltung eine wichtige Rolle spielen.

Wir würden gerne erfahren, wie sie sich die Anbindung der Kieze vorstellen. Welche Erwartungen haben Sie etwa hinsichtlich der Brückenzugänge oder Unterführungen? Inwiefern spielen praktische Nutzungskomponenten oder ästhetische Aspekte eine Rolle? Kommentieren Sie hierzu auf www.mein.berlin.de.

Zahlen und Daten

Bauwerksdaten zum Bestandsbauwerk

  • Eröffnung

    1968

  • Konstruktion

    Dreifeld-Spannbetonbrücke in zwei getrennten Überbauten

  • Stützweiten

    19,00 m / 70,20 m / 19,00 m

  • Gesamtlänge

    116,00 m

  • Breite je Überbau

    22,60 m

  • Gesamtbreite

    45,20 m

Fragen und Antworten

Technische Fragen zur Brückenkonstruktion und zur geplanten Baumaßnahme

Im Zusammenhang mit turnusmäßigen Bauwerksprüfungen wurden Schäden am Brückenbauwerk festgestellt, welche eine Bauwerksnote von 2,9 ergab. Weiterhin wurde die Brückenkonstruktion nach dem unerwarteten Bauwerksverhalten der Elsenbrücke und auf Grundlage der geltenden Vorschriften geprüft und bewertet.
Im Ergebnis bleibt nur der vollständige Rückbau der alten Brückenkonstruktion und Ersatz durch einen Neubau.

zuklappen

Ab einer Bauwerksnote von 2,9 ist von einem gerade noch ausreichenden Bauwerkszustand auszugehen. Im Jahr 2017 wurde deshalb ein Ingenieurbüro beauftragt, die Mühlendammbrücke zu untersuchen, ob sie den aktuellen Verkehrsbelastungen gerecht werden kann. Im Dezember 2018 lag das Endergebnis vor. Es mussten daraufhin Fahrstreifeneinengungen vorgenommen, die Busspuren zur Mitte verlegt, das Parken auf dem Mittelstreifen untersagt und Einschränkungen auf den Gehwegen umgesetzt werden. Schwertransporte werden nur noch im Ausnahmefall und mit besonderen Fahrauflagen genehmigt.

zuklappen

Der bauliche Zustand ist als außerordentlich überwachungsbedürftig, aber noch nicht gefährlich einzustufen. Die Mühlendammbrücke wurde als Spannbetonbrücke mit einem sehr speziellen Spannkastenverfahren und mit Hennigsdorfer Spannstahl gebaut. Hieraus ergibt sich die sehr ungünstige Situation, dass ein kritischer Zustand ohne ausreichende Ankündigung und somit nicht eindeutig vorhersehbar eintreten kann, so dass eine konkrete Abschätzung zur Restnutzungsdauer nicht möglich ist. Es mussten bereits erste Einschränkungen angeordnet werden. Ein Rückbau und Ersatzneubau ist zügig umzusetzen.

zuklappen

Auf Basis der bestehenden planrechtlichen Grundlagen wird sich der Neubau an den bestehenden Bauwerkseigenschaften orientieren. Weitere Zwischenstützungen in der Spree sind auf Grund der Anforderungen für die Schifffahrt (unter der Brücke befindet sich der Schifffahrtswendeplatz für die Schleuse) nicht möglich, so dass auch die künftige Mühlendammbrücke als 3-Feld-Brücke mit 2 Zwischenpfeilerreihen konzipiert wird.

zuklappen

Das bestehende rechteckige Gewässerprofil ist beizubehalten. Die vorhandenen Durchfahrtsbreiten betragen in Richtung Schleuse 55,64 m, in Richtung Rathausbrücke 49,39 m. Für den Neubau der Brücke ist eine lichte Höhe über dem oberen Betriebswasserstand (Bwo 31,15m NHN) von 4,50 m zwischen den Schifffahrtszeichen einzuhalten. Zwischenstützungen in der Spree sind nicht zulässig. Die baulichen Anlagen der angrenzenden Mühlendammschleuse und des Wehrkanals sind bei der Baumaßnahme zu berücksichtigen.

zuklappen

Die Mühlendammbrücke ist nach demselben Prinzip wie die Elsenbrücke konstruiert worden, also mit dem in ihrem Querschnitt erkennbaren Spannkästen und unter Verwendung von spannungskorrosionsrissgefährdeten Litzenspannstahl. Spannbetonbrücken mit der Verwendung dieser Stahlsorte sind nicht instandsetzungsfähig. Auch trotz Lastreduzierungen kann ein Versagen der Spannstähle nicht ausgeschlossen werden. Der Zyklus der Bauwerkprüfungen und der laufenden Begehungen und Begutachtungen wurde daher minimiert. Demzufolge ist es möglich, dass bei der Mühlendammbrücke weitere Lastreduzierungen verhängt werden müssen.

zuklappen

Der Rückbau einer aus zwei Überbauten bestehenden ca. 45 m breiten und 116 m langen Spannbetonbrücke stellt eine hohe ingenieurtechnische Herausforderung dar. Die Baumaßnahme soll in mehreren Bauphasen mit nur kurzen Sperrzeiten der Wasserstraße und unter weitestgehender Aufrechterhaltung der Verkehrsflächen auf der Brücke realisiert werden.
Hierzu sind komplexe Hilfskonstruktionen und eine abgestimmte Baustellenlogistik notwendig.

zuklappen

Die Realisierung des Ersatzneubaus der Mühlendammbrücke untergliedert sich in zwei Projektphasen. In einer ersten Projektphase soll unter Beibehaltung des bestehenden Plan- und Baurechts ein Ersatzneubau umgesetzt werden, welcher mit dem Realisierungswettbewerb beginnt und mit der Fertigstellung der neuen Mühlendammbrücke endet. In einer zweiten Projektphase soll die Brücke so umgebaut werden, dass eine weitere Umverteilung von Verkehrsflächen möglich wird. Für diesen Teil dient im Realisierungswettbewerb die Projektphase 2, um mögliche Nutzungsformen (u.a. Aufenthaltsbereiche, Kleingastronomie, Fußverkehrsflächen) zu erkennen und im Rahmen der weiteren Planungsschritte ggf. Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

Planungs- und Bauzeiten

Zeitschiene / Projektstand Zeitraum
Realisierungswettbewerb mit Ideenteil 2020 - 2021
Planungen zum Ersatzneubau 2021 - 2024
Verkehrsfreigabe Mühlendammbrücke 2028/2029
zuklappen

Fragen zu den Themen Verkehr, Mobilität und Verkehrsarten

Für das Jahr 2025 wurde eine Verkehrsprognose von 62.800 Kfz/24h für die Dimensionierung der neuen Mühlendammbrücke angesetzt und damit 10.000 Kfz/24 h weniger als heute.

zuklappen

Die zukünftige Ausrichtung des Verkehrs um die Innenstadt und Reduzierung auf ein stadtverträgliches Maß wurde bereits 2003 im ersten Stadtentwicklungsplan Verkehr formuliert und in dessen Fortschreibung 2011 mit etwa 45.000 Kfz/24h werktags präzisiert. Denn innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings leben rund 1,12 Millionen Menschen (Stand 2018). Das bedeutet einen nicht unwesentlichen eigenen Quell- und Zielverkehr, davon auch in erheblicher Größenordnung Wirtschaftsverkehr zur Ver- und Entsorgung dieses Raums. Die seinerzeit prognostizierte Querschnittsbelastung für 2025 von etwa 45.000 Kfz/24h werktags bedingen zwei Fahrstreifen je Fahrtrichtung, d.h. einen insgesamt vierstreifigen Fahrbahnquerschnitt. Trotz allgemeinem Rückgang der Kfz-Nutzung hat die Verkehrsbedeutung der Mühlendammbrücke in der Vergangenheit zugenommen, welche sich mit einer aktuellen Querschnittsbelastung von 73.800 Kfz/24h im Jahr 2018 belegen lässt.

Die Annahmen 2011 gingen von sinkender oder gleichbleibender Bevölkerung aus, tatsächlich ist die Bevölkerung seitdem jedoch stark gewachsen. Die Annahme der 62.800 Kfz/24h resultiert aus dem aktuellen Stand des Verkehrsmodells des Landes Berlin für das Jahr 2030. Das Verkehrsmodell wird gemäß Stand der Technik basierend auf Entwicklungsannahmen zur Bevölkerungsentwicklung, daraus abgeleiteten Erwerbstätigenzahlen, den geplanten bzw. verabschiedeten Infrastrukturvorhaben sowie weiteren Maßnahmen erarbeitet. Hieraus ergeben sich aktuell erhebliche Unterschiede gegenüber 2011 und den Prognosen für 2025, obwohl das aktuelle Verkehrsmodell den verkehrspolitischen Umgestaltungswillen mit den entsprechenden Maßnahmen zum Ausbau des Umweltverbunds und zur Verringerung des motorisierten Individualverkehrs berücksichtigt.
Unter Berücksichtigung der Prognosen für die Straßenbahnplanung werden je nach Variante Minderungen von 5.000 bis 10.000 Kfz/Werktag im Querschnitt ermittelt, aber auch für diese Zahlen sind weiterhin zwei Fahrspuren je Richtung notwendig.

zuklappen

Die Einrichtung eines fest abgetrennten, zusätzlichen Fahrradstreifens in beiden Fahrtrichtungen / Fahrbahnen ist nach Abschluss des Straßenbahnbaus vorgesehen. Gemäß dem Mobilitätsgesetz Berlin § 43 (1) ist an allen Hauptverkehrsstraßen eine ausreichend breite und sichere Radverkehrsinfrastruktur vorzusehen. Entsprechende straßenräumliche Maßnahmen können neben den offensichtlichen Vorteilen für den Radverkehr auch einen Beitrag zur Lärmminderung leisten.

zuklappen

Die Parkplätze im mittleren Bereich der Mühlendammbrücke mussten auf Grund der Ergebnisse zum Bauwerkszustand und zu den maximalen Belastungen sowie den jeweiligen Einflussbereichen entfernt werden. Nach dem Ersatzneubau der Mühlendammbrücke werden die bislang für Parkraum genutzten Flächen umgewandelt: Hier wird eine Straßenbahnanlage gebaut.

zuklappen

Fragen zur städtebaulichen Einordnung und zur baugeschichtlichen Einordnung

Der Mühlendammbrücke und ihrem Umfeld kommt in historischer, städtebaulicher und verkehrlicher Hinsicht eine herausragende Bedeutung im ältesten Teil der Berliner Innenstadt zu. Daraus resultieren besondere Anforderungen an die Gestaltung der neuen Brücke, denen die Wettbewerbsbeiträge gerecht werden sollen.

An diesem Standort befand sich die erste Verbindung zwischen der historischen Doppelstadt Berlin und Cölln; gegenwärtig grenzt die Brücke an heterogene, teilweise denkmalgeschützte Stadtstrukturen. Im näheren Umfeld der Brücke sollen sich lebendige Stadtquartiere entwickeln, wie der Bereich Petriplatz und das Quartier Breite Straße im Süden und der Bereich Molkenmarkt im Norden. Damit bekommt die Brücke zukünftig die Bedeutung eines städtischen Bindeglieds. Die neue Mühlendammbrücke soll sich mit dem denkmalgeschützten städtebaulichen Umfeld auseinandersetzen, sich in den Bestand einfügen, Verweilqualität im Stadtraum bieten und den Blick auf die Spree und die historische Mitte Berlins freigeben. Von den Wettbewerbsteilnehmern werden Beiträge erwartet, die eine überzeugende Einheit von Funktion, Konstruktion und Gestaltung darstellen und ein gestalterisch stimmiges Gesamtensemble bilden. Die neue Mühlendammbrücke soll dabei anpassungsfähig an zukünftige Nutzungen und Anbindungen an den umgebenden Stadtraum sein.

zuklappen

Für die künftige Gestaltung der Berliner Mitte hat die Senatsverwaltung das Projekt Stadtwerkstatt ins Leben gerufen. In der Stadtwerkstatt haben Bürgerinnen und Bürger, Verwaltung und weitere Akteure der Stadtgesellschaft die Möglichkeit, die Berliner Mitte gemeinsam zu gestalten. In unterschiedlichen Formaten werden verschiedene Projekte für die Berliner Mitte in Partizipationswerkstätten entwickelt, erörtert und diskutiert. Im Fokus stehen dabei die funktionale und gestalterische Aufwertung der öffentlichen Straßen- und Freiräume, eine Verbesserung stadtstruktureller Verknüpfungen unter Berücksichtigung der verkehrlichen Infrastruktur sowie eine angemessene bauliche Nachverdichtung, vor allem für Wohnungsbau. Auch der Kenntlichmachung der bewegten Stadtgeschichte, u.a. mittels sichtbarer archäologischer Funde, wird große Bedeutung beigemessen.

zuklappen

Zu den baulichen und technischen Möglichkeiten einer barrierefreien Erschließung ans Rohlandufer wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt. Hieraus ergaben sich auf Grund der Vielzahl an baulichen Zwangspunkten lediglich langgezogene Rampenbauwerke. Seitens des Landesdenkmalsamtes wird eine barrierefreie Erschließung neben dem Gebäude „Alte Münze“ und auch auf der Seite zum Nikolaiviertel aus denkmalgestalterischen Gründen abgelehnt.
Eine barrierefreie Erschließung mittels eines Rampenbauwerkes würde eine Schneise bzw. massive Ansichtsfläche verursachen, welche den denkmalstädtebaulichen Charakter entfremden würde.

zuklappen

Im Zuge der Brückenplanung soll die bestehende Schneise zwischen der Mühlendammbrücke und dem Ephraim Palais möglichst geschlossen werden. Durch die Auslobung eines Realisierungswettbewerbes werden sich verschiedene Lösungsansätze ergeben, welche durch die am Wettbewerb teilnehmenden Ingenieure und Architekten erarbeitet und eingereicht werden.

zuklappen

Fragen zum Realisierungswettbewerb

Es handelt sich um einen nichtoffenen Realisierungswettbewerb (RPW 2013).

zuklappen

Die Durchführung eines Realisierungswettbewerbes für dieses prominente Brückenbauwerk wurde zwischen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und dem Bezirk Mitte vereinbart.

zuklappen

Die gesamthafte Verantwortlichkeit für den Ersatzneubau der Mühlendammbrücke und damit die Wahrnehmung der bauherrenseitigen Aufgaben und für die Durchführung/Organisation des Wettbewerbsverfahrens obliegt der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

zuklappen

Im Zusammenhang mit der bauherrenseitigen Grundlagenermittlung wurde das Bezirksamt beteiligt und in Abstimmung mit dem Bezirk wurde die Entscheidung zur Durchführung eines Realisierungswettbewerbes getroffen.
Weiterhin ist der Bezirk in der Preisjury und im Kreis der Sachverständigen zum Realisierungswettbewerbes vertreten. Neben der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen ist das Bezirksamt Mitte ein relevanter Projektbeteiligter, welcher fortlaufend bei den umfangreichen und komplexen Planungs- und Bauaufgaben beteiligt wurde und wird.

zuklappen

Nach Abschluss des Wettbewerbsverfahrens fängt die eigentliche Projektbearbeitung erst richtig an. Bei der Bearbeitung der verschiedenen Planungsstufen werden mehrere Veranstaltungen mit verschiedenen Formaten vorgesehen.

zuklappen
Die derzeitigen Standards für die Berücksichtigung der Leitlinien Bürgerbeteiligung bei Wettbewerbsverfahren der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen werden für das Wettbewerbsverfahren der Mühlendammbrücke berücksichtigt. Diese sind:
  1. öffentliche Veranstaltung vor Beginn eines Wettbewerbsverfahrens
  2. öffentliche Veranstaltung unmittelbar vor der Jurysitzung unter Teilnahme der Jurymitglieder
  3. Ausstellung mit öffentlicher Veranstaltung im Anschluss an das Wettbewerbsverfahren

Die Online-Bürgerveranstaltung am 09.11.2020 wurde hierbei als vorangestellte Veranstaltung organisiert, die konkreten Termine der Veranstaltungen unter 1., 2. und 3. stehen noch nicht fest.

zuklappen