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Ersatzneubau der Mühlendammbrücke

Bildvergrößerung: Bestehende Mühlendammbrücke aus der Vogelperspektive
Bestehende Mühlendammbrücke aus der Vogelperspektive
Bild: Wirtschaftsatlas Berlin / www.businesslocationcenter.de

Planungsphase

Die Mühlendammbrücke ist Teil des verkehrlich und stadträumlich bedeutenden Straßenzugs Molkenmarkt / Gertraudenstraße / Spittelmarkt. Sie überführt im Zuge des Mühlendamms die Bundesstraße 1 vom Molkenmarkt zur Fischerinsel über die Spree in unmittelbarer Nähe der Mühlendammschleuse. Der Straßenzug liegt parallel zur Straße Unter den Linden und stellt eine der Hauptachsen in Ost-West-Richtung im Zentrum von Berlin dar. Der Mühlendammbrücke und ihrem Umfeld kommt in historischer, städtebaulicher und verkehrlicher Hinsicht eine herausragende Bedeutung im ältesten Teil der Berliner Innenstadt zu.

Zwischen dem nördlichen Pfeiler und dem Widerlager wird ein Uferwanderweg geführt. Auf der gegenüberliegenden Brückenseite befindet sich die Wehranlage der denkmalgeschützten Mühlendammschleuse.

Bestandsfotos

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Die Mühlendammbrücke wurde im Jahr 1968 in Spannbetonbauweise erstellt. Hierbei wurde der Hennigsdorfer Spannstahl verwendet, der als stark gefährdet gegenüber wasserstoffinduzierter Spannungsrisskorrosion gilt.

Auf Basis der durchgeführten Kontrolluntersuchungen im Jahr 2019 mussten Sofortmaßnahmen (Einschränkungen des Schwerlastverkehrs, Verhinderung der Befahrbarkeit der Kragarme) ergriffen werden, um die sichere Nutzung der Brücke weiterhin zu gewährleisten.

Längsschnitt bestehende Mühlendammbrücke
Längsschnitt bestehende Mühlendammbrücke
Bild: SenUVK
Querschnitt bestehende Mühlendammbrücke
Querschnitt bestehende Mühlendammbrücke
Bild: SenUVK

Die Brücke kann aufgrund der Konstruktion, des Bauwerkszustandes und des gestiegenen Verkehrsaufkommens nicht mehr dauerhaft standhalten. Die Restnutzungsdauer der Mühlendammbrücke ist stark eingeschränkt.

Zur Ermittlung der Tragfähigkeit und der Gebrauchstauglichkeit wurde die Mühlendammbrücke überprüft. Es wurden große rechnerische Defizite in der Tragfähigkeit ermittelt. Der beeinträchtigte Bauwerkszustand ist auf irreversible Rissbildungen in Bereich der Spannkästen zurückzuführen.

Aus wirtschaftlichen und technischen Gesichtspunkten ist daher die Instandsetzung der Brücke nicht möglich. Nur durch einen Ersatzneubau kann ein bezüglich Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit verlässliches Bauwerk für den Verkehr zur Verfügung gestellt werden. Das gilt insbesondere, da durch die neue Straßenbahntrasse (Alexanderplatz – Potsdamer Platz – Kulturforum) neue Beanspruchungen in die Bemessung einfließen müssen. Zur Wahrnehmung der Verkehrssicherungspflicht und zur Aufrechterhaltung der Infrastruktur ist ein Ersatzneubau zwingend erforderlich.

Bauwerksschäden

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Das Vorhaben

Um im Zentrum Berlins eine der verkehrlichen Aufgaben und den örtlichen Gegebenheiten angepasste Brückenplanung realisieren zu können, bereitet die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz einen Realisierungswettbewerb für den Ersatzneubau der Mühlendammbrücke vor.

Gegenstand des Wettbewerbes ist die Planung des Ersatzneubaus der Mühlendammbrücke über die Spree zwischen Breite Straße und Molkenmarkt im Berliner Stadtbezirk Mitte.

Anlass ist der bauliche Zustand des Bestandsbauwerkes aus den 1960er Jahren, welcher konstruktive Mängel und Defizite in der Tragfähigkeit aufweist und damit einen zügigen Ersatzneubau erfordert.

Die Mühlendammbrücke ist Teil des verkehrlich und stadträumlich bedeutenden Straßenzugs Molkenmarkt – Gertraudenstraße – Spittelmarkt, in dem auch die Straßenbahn-Neubaustrecke Alexanderplatz – Potsdamer Platz vorgesehen ist.

Die herausragende innerstädtische Lage der Mühlendammbrücke im Bereich der historischen Mitte stellt besondere Anforderungen an die Gestaltung der neuen Brücke. An diesem Standort befand sich die erste Verbindung zwischen der historischen Doppelstadt Berlin und Cölln, der Keimzelle Berlins; gegenwärtig grenzt die Brücke an heterogene, teilweise denkmalgeschützte Stadtstrukturen. Im näheren Umfeld der Brücke sollen sich lebendige Stadtquartiere entwickeln, wie der Bereich Petriplatz und das Quartier Breite Straße im Süden und der Bereich Molkenmarkt im Norden. Damit bekommt die Brücke zukünftig die Bedeutung eines städtischen Bindeglieds mit hoher Aufenthaltsqualität.

Bei der Neuplanung der Brücke sind deshalb drei besondere Herausforderungen zu bewältigen:

  1. Abriss und Neubau müssen unter Aufrechterhaltung des starken Verkehrs erfolgen.
  2. Die fertiggestellte Brücke wird zunächst ausreichend Raum für intensiven MIV (Motorisierter Individualverkehr) und Busverkehr anbieten müssen.
  3. Sie soll aber auch über attraktive Umgestaltungspotenziale verfügen, die im Rahmen der Mobilitätswende aktiviert werden können.

Diesen Anforderungen spiegeln sowohl die realen Verkehrsbedürfnisse der nächsten Jahre als auch die strategische Orientierung der Berliner Verkehrspolitik hin zu umwelt- und stadtverträglichen Formen der Mobilität. Sie entsprechen aber auch den Forderungen vieler engagierter Initiativen und Bürger*innen, die noch immer autogerecht überformte Historische Mitte Berlins endlich angemessen zu gestalten. Der Frage der verkehrlichen Nutzung und der darauf bezogenen Dimensionierung der zukünftigen Mühlendammbrücke, wird von diesen zivilgesellschaftlichen Akteuren eine herausragende Bedeutung beigemessen.

In einer wachsenden, weltoffenen Stadt mit einer aktuellen Einwohnerzahl von ca. 3,6 Millionen Menschen, der darüber hinaus zu berücksichtigenden Wirkung als Metropolenregion Berlin / Brandenburg, einer jährlichen Touristenanzahl von ca. 13,5 Millionen Besucher*innen und einer Flächengröße von ca. 890 km² mit aktuellem Verkehrsaufkommen im Bereich der Mühlendammbrücke von ca. 73.000 Kfz/24h werktags ist es erforderlich, neue Lösungen zur Mobilität, Stadtgestaltung und Nutzungsformen zu finden.
Das damit verbundene Spannungsfeld zwischen aktueller Verkehrssituation und zukünftiger Mobilitäts- und Nutzungsanforderung muss in eine mehrstufige und genehmigungsfähige Umsetzung zum Ersatzneubau der Mühlendammbrücke überführt werden.

Aus diesem Grund werden als Grundlage für den Realisierungswettbewerb die vorhandenen Zielsetzungen und Randbedingungen benannt. Im Ergebnis des Wettbewerbes soll die beste und beispielgebende Lösung gefunden werden, welche diese Zielvorgaben und Randbedingungen erfüllt bzw. am weitesten an diese Vorgaben heranreicht.
Es sind ausdrücklich Ideen, Konzepte und Lösungen gefordert, welche vorhandene Best-Practices aus dem In- und Ausland mit neuen Lösungen für die speziellen, projektspezifischen Aufgaben verbinden.

Ziel des Wettbewerbes ist es, überzeugende Entwürfe für den Ersatzneubau der Mühlendammbrücke zu erhalten. Die komplexen Anforderungen hinsichtlich Bauabwicklung, Gestaltung, Wirtschaftlichkeit, Funktionalität und Nachhaltigkeit sollen beispielgebend erfüllt werden.

Der Neubau soll sich städtebaulich-architektonisch in das heterogene Umfeld im Bereich der historischen Mitte integrieren und den künftigen Stadtraum als stadtgestalterisches Element aufwerten.

Die Planungsaufgabe umfasst neben dem Brückenneubau den Rückbau der bestehenden Spannbetonbrücke. Aufgrund der hohen Auslastung der Verkehrsachse soll die Errichtung des Ersatzneubaus in mehreren Abschnitten, bei laufendem Betrieb, erfolgen.

Die verschiedenen Verkehrsarten sollen entsprechend der Vorgaben aus dem Mobilitätsgesetz während der verschiedenen Bauabschnitte und Projektphasen weitgehend aufrechterhalten werden, womit besondere Anforderungen an die Planung der Bauabwicklung einzuhalten sind. Die Neuplanung berücksichtigt eine Neuaufteilung der Verkehrsflächen und damit eine Veränderung der Nutzungsanwendungen. Unter Beachtung der planrechtlichen Grundlagen und der einzuhaltenden Planungsvorgaben können sich verschiedene Bau- und Nutzungsphasen ergeben, welche in der Gesamtheit bis zur zukünftigen Zielvorgabe im Rahmen des Wettbewerbes erarbeitet werden sollen.

Aus diesem Grund wurde in den bestehenden Realisierungswettbewerb eine zweite Projektphase integriert, welcher auch in die Wertung der Wettbewerbsbeiträge einfließt.

Aktueller Projektstatus

Nach Änderung der Verfahrensabläufe und Festlegung zur Durchführung einer Dialog-Veranstaltung am 09.11.2020 mit anschließender Evaluierung der bestehenden Randbedingungen und Planungsvorgaben zum Realisierungswettbewerb erfolgte am 21.01.2021 die Veröffentlichung der Wettbewerbsunterlagen im EU-Amtsblatt.

Presse

Realisierungswettbewerb für neue Mühlendammbrücke startet
Spreeüberquerung bietet künftig deutlich mehr Platz für den Umweltverbund aus ÖPNV, Rad- und Fußverkehr – Hinweise aus Bürgerbeteiligung berücksichtigt

Verkehrsführung

Ziel und Inhalt der Planungsaufgabe ist es u. a, sowohl die Fuß-, Rad- und Straßenverkehre als auch den Verkehr auf der Wasserstraße während der Bauarbeiten bis auf wenige, kurzzeitige Sperrungen aufrecht zu erhalten.

Zahlen und Daten

Bauwerksdaten zum Bestandsbauwerk

  • Eröffnung

    1968

  • Konstruktion

    Dreifeld-Spannbetonbrücke in zwei getrennten Überbauten

  • Stützweiten

    19,00 m / 70,20 m / 19,00 m

  • Gesamtlänge

    116,00 m

  • Breite je Überbau

    22,60 m

  • Gesamtbreite

    45,20 m

Fragen und Antworten

Technische Fragen zur Brückenkonstruktion und zur geplanten Baumaßnahme

Im Zusammenhang mit turnusmäßigen Bauwerksprüfungen wurden Schäden am Brückenbauwerk festgestellt, welche eine Bauwerksnote von 2,9 ergab. Weiterhin wurde die Brückenkonstruktion nach dem unerwarteten Bauwerksverhalten der Elsenbrücke und auf Grundlage der geltenden Vorschriften geprüft und bewertet.
Im Ergebnis bleibt nur der vollständige Rückbau der alten Brückenkonstruktion und Ersatz durch einen Neubau.

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Ab einer Bauwerksnote von 2,9 ist von einem gerade noch ausreichenden Bauwerkszustand auszugehen. Im Jahr 2017 wurde deshalb ein Ingenieurbüro beauftragt, die Mühlendammbrücke zu untersuchen, ob sie den aktuellen Verkehrsbelastungen gerecht werden kann. Im Dezember 2018 lag das Endergebnis vor. Es mussten daraufhin Fahrstreifeneinengungen vorgenommen, die Busspuren zur Mitte verlegt, das Parken auf dem Mittelstreifen untersagt und Einschränkungen auf den Gehwegen umgesetzt werden. Schwertransporte werden nur noch im Ausnahmefall und mit besonderen Fahrauflagen genehmigt.

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Der bauliche Zustand ist als außerordentlich überwachungsbedürftig, aber noch nicht gefährlich einzustufen. Die Mühlendammbrücke wurde als Spannbetonbrücke mit einem sehr speziellen Spannkastenverfahren und mit Hennigsdorfer Spannstahl gebaut. Hieraus ergibt sich die sehr ungünstige Situation, dass ein kritischer Zustand ohne ausreichende Ankündigung und somit nicht eindeutig vorhersehbar eintreten kann, so dass eine konkrete Abschätzung zur Restnutzungsdauer nicht möglich ist. Es mussten bereits erste Einschränkungen angeordnet werden. Ein Rückbau und Ersatzneubau ist zügig umzusetzen.

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Auf Basis der bestehenden planrechtlichen Grundlagen wird sich der Neubau an den bestehenden Bauwerkseigenschaften orientieren. Weitere Zwischenstützungen in der Spree sind auf Grund der Anforderungen für die Schifffahrt (unter der Brücke befindet sich der Schifffahrtswendeplatz für die Schleuse) nicht möglich, so dass auch die künftige Mühlendammbrücke als 3-Feld-Brücke mit 2 Zwischenpfeilerreihen konzipiert wird.

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Das bestehende rechteckige Gewässerprofil ist beizubehalten. Die vorhandenen Durchfahrtsbreiten betragen in Richtung Schleuse 55,64 m, in Richtung Rathausbrücke 49,39 m. Für den Neubau der Brücke ist eine lichte Höhe über dem oberen Betriebswasserstand (Bwo 31,15m NHN) von 4,50 m zwischen den Schifffahrtszeichen einzuhalten. Zwischenstützungen in der Spree sind nicht zulässig. Die baulichen Anlagen der angrenzenden Mühlendammschleuse und des Wehrkanals sind bei der Baumaßnahme zu berücksichtigen.

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Die Mühlendammbrücke ist nach demselben Prinzip wie die Elsenbrücke konstruiert worden, also mit dem in ihrem Querschnitt erkennbaren Spannkästen und unter Verwendung von spannungskorrosionsrissgefährdeten Litzenspannstahl. Spannbetonbrücken mit der Verwendung dieser Stahlsorte sind nicht instandsetzungsfähig. Auch trotz Lastreduzierungen kann ein Versagen der Spannstähle nicht ausgeschlossen werden. Der Zyklus der Bauwerkprüfungen und der laufenden Begehungen und Begutachtungen wurde daher minimiert. Demzufolge ist es möglich, dass bei der Mühlendammbrücke weitere Lastreduzierungen verhängt werden müssen.

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Der Rückbau einer aus zwei Überbauten bestehenden ca. 45 m breiten und 116 m langen Spannbetonbrücke stellt eine hohe ingenieurtechnische Herausforderung dar. Die Baumaßnahme soll in mehreren Bauphasen mit nur kurzen Sperrzeiten der Wasserstraße und unter weitestgehender Aufrechterhaltung der Verkehrsflächen auf der Brücke realisiert werden.
Hierzu sind komplexe Hilfskonstruktionen und eine abgestimmte Baustellenlogistik notwendig.

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Die Realisierung des Ersatzneubaus der Mühlendammbrücke untergliedert sich in zwei Projektphasen. In einer ersten Projektphase soll unter Beibehaltung des bestehenden Plan- und Baurechts ein Ersatzneubau umgesetzt werden, welcher mit dem Realisierungswettbewerb beginnt und mit der Fertigstellung der neuen Mühlendammbrücke endet. In einer zweiten Projektphase soll die Brücke so umgebaut werden, dass eine weitere Umverteilung von Verkehrsflächen möglich wird. Für diesen Teil dient im Realisierungswettbewerb die Projektphase 2, um mögliche Nutzungsformen (u.a. Aufenthaltsbereiche, Kleingastronomie, Fußverkehrsflächen) zu erkennen und im Rahmen der weiteren Planungsschritte ggf. Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

Planungs- und Bauzeiten

Zeitschiene / Projektstand Zeitraum
Realisierungswettbewerb mit Ideenteil 2020 - 2021
Planungen zum Ersatzneubau 2021 - 2024
Verkehrsfreigabe Mühlendammbrücke 2028/2029
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Fragen zu den Themen Verkehr, Mobilität und Verkehrsarten

Für das Jahr 2025 wurde eine Verkehrsprognose von 62.800 Kfz/24h für die Dimensionierung der neuen Mühlendammbrücke angesetzt und damit 10.000 Kfz/24 h weniger als heute.

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Die zukünftige Ausrichtung des Verkehrs um die Innenstadt und Reduzierung auf ein stadtverträgliches Maß wurde bereits 2003 im ersten Stadtentwicklungsplan Verkehr formuliert und in dessen Fortschreibung 2011 mit etwa 45.000 Kfz/24h werktags präzisiert. Denn innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings leben rund 1,12 Millionen Menschen (Stand 2018). Das bedeutet einen nicht unwesentlichen eigenen Quell- und Zielverkehr, davon auch in erheblicher Größenordnung Wirtschaftsverkehr zur Ver- und Entsorgung dieses Raums. Die seinerzeit prognostizierte Querschnittsbelastung für 2025 von etwa 45.000 Kfz/24h werktags bedingen zwei Fahrstreifen je Fahrtrichtung, d.h. einen insgesamt vierstreifigen Fahrbahnquerschnitt. Trotz allgemeinem Rückgang der Kfz-Nutzung hat die Verkehrsbedeutung der Mühlendammbrücke in der Vergangenheit zugenommen, welche sich mit einer aktuellen Querschnittsbelastung von 73.800 Kfz/24h im Jahr 2018 belegen lässt.

Die Annahmen 2011 gingen von sinkender oder gleichbleibender Bevölkerung aus, tatsächlich ist die Bevölkerung seitdem jedoch stark gewachsen. Die Annahme der 62.800 Kfz/24h resultiert aus dem aktuellen Stand des Verkehrsmodells des Landes Berlin für das Jahr 2030. Das Verkehrsmodell wird gemäß Stand der Technik basierend auf Entwicklungsannahmen zur Bevölkerungsentwicklung, daraus abgeleiteten Erwerbstätigenzahlen, den geplanten bzw. verabschiedeten Infrastrukturvorhaben sowie weiteren Maßnahmen erarbeitet. Hieraus ergeben sich aktuell erhebliche Unterschiede gegenüber 2011 und den Prognosen für 2025, obwohl das aktuelle Verkehrsmodell den verkehrspolitischen Umgestaltungswillen mit den entsprechenden Maßnahmen zum Ausbau des Umweltverbunds und zur Verringerung des motorisierten Individualverkehrs berücksichtigt.
Unter Berücksichtigung der Prognosen für die Straßenbahnplanung werden je nach Variante Minderungen von 5.000 bis 10.000 Kfz/Werktag im Querschnitt ermittelt, aber auch für diese Zahlen sind weiterhin zwei Fahrspuren je Richtung notwendig.

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Die Einrichtung eines fest abgetrennten, zusätzlichen Fahrradstreifens in beiden Fahrtrichtungen / Fahrbahnen ist nach Abschluss des Straßenbahnbaus vorgesehen. Gemäß dem Mobilitätsgesetz Berlin § 43 (1) ist an allen Hauptverkehrsstraßen eine ausreichend breite und sichere Radverkehrsinfrastruktur vorzusehen. Entsprechende straßenräumliche Maßnahmen können neben den offensichtlichen Vorteilen für den Radverkehr auch einen Beitrag zur Lärmminderung leisten.

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Die Parkplätze im mittleren Bereich der Mühlendammbrücke mussten auf Grund der Ergebnisse zum Bauwerkszustand und zu den maximalen Belastungen sowie den jeweiligen Einflussbereichen entfernt werden. Nach dem Ersatzneubau der Mühlendammbrücke werden die bislang für Parkraum genutzten Flächen umgewandelt: Hier wird eine Straßenbahnanlage gebaut.

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Fragen zur städtebaulichen Einordnung und zur baugeschichtlichen Einordnung

Der Mühlendammbrücke und ihrem Umfeld kommt in historischer, städtebaulicher und verkehrlicher Hinsicht eine herausragende Bedeutung im ältesten Teil der Berliner Innenstadt zu. Daraus resultieren besondere Anforderungen an die Gestaltung der neuen Brücke, denen die Wettbewerbsbeiträge gerecht werden sollen.

An diesem Standort befand sich die erste Verbindung zwischen der historischen Doppelstadt Berlin und Cölln; gegenwärtig grenzt die Brücke an heterogene, teilweise denkmalgeschützte Stadtstrukturen. Im näheren Umfeld der Brücke sollen sich lebendige Stadtquartiere entwickeln, wie der Bereich Petriplatz und das Quartier Breite Straße im Süden und der Bereich Molkenmarkt im Norden. Damit bekommt die Brücke zukünftig die Bedeutung eines städtischen Bindeglieds. Die neue Mühlendammbrücke soll sich mit dem denkmalgeschützten städtebaulichen Umfeld auseinandersetzen, sich in den Bestand einfügen, Verweilqualität im Stadtraum bieten und den Blick auf die Spree und die historische Mitte Berlins freigeben. Von den Wettbewerbsteilnehmern werden Beiträge erwartet, die eine überzeugende Einheit von Funktion, Konstruktion und Gestaltung darstellen und ein gestalterisch stimmiges Gesamtensemble bilden. Die neue Mühlendammbrücke soll dabei anpassungsfähig an zukünftige Nutzungen und Anbindungen an den umgebenden Stadtraum sein.

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Für die künftige Gestaltung der Berliner Mitte hat die Senatsverwaltung das Projekt Stadtwerkstatt ins Leben gerufen. In der Stadtwerkstatt haben Bürgerinnen und Bürger, Verwaltung und weitere Akteure der Stadtgesellschaft die Möglichkeit, die Berliner Mitte gemeinsam zu gestalten. In unterschiedlichen Formaten werden verschiedene Projekte für die Berliner Mitte in Partizipationswerkstätten entwickelt, erörtert und diskutiert. Im Fokus stehen dabei die funktionale und gestalterische Aufwertung der öffentlichen Straßen- und Freiräume, eine Verbesserung stadtstruktureller Verknüpfungen unter Berücksichtigung der verkehrlichen Infrastruktur sowie eine angemessene bauliche Nachverdichtung, vor allem für Wohnungsbau. Auch der Kenntlichmachung der bewegten Stadtgeschichte, u.a. mittels sichtbarer archäologischer Funde, wird große Bedeutung beigemessen.

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Zu den baulichen und technischen Möglichkeiten einer barrierefreien Erschließung ans Rohlandufer wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt. Hieraus ergaben sich auf Grund der Vielzahl an baulichen Zwangspunkten lediglich langgezogene Rampenbauwerke. Seitens des Landesdenkmalsamtes wird eine barrierefreie Erschließung neben dem Gebäude „Alte Münze“ und auch auf der Seite zum Nikolaiviertel aus denkmalgestalterischen Gründen abgelehnt.
Eine barrierefreie Erschließung mittels eines Rampenbauwerkes würde eine Schneise bzw. massive Ansichtsfläche verursachen, welche den denkmalstädtebaulichen Charakter entfremden würde.

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Im Zuge der Brückenplanung soll die bestehende Schneise zwischen der Mühlendammbrücke und dem Ephraim Palais möglichst geschlossen werden. Durch die Auslobung eines Realisierungswettbewerbes werden sich verschiedene Lösungsansätze ergeben, welche durch die am Wettbewerb teilnehmenden Ingenieure und Architekten erarbeitet und eingereicht werden.

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Fragen zum Realisierungswettbewerb

Es handelt sich um einen nichtoffenen Realisierungswettbewerb (RPW 2013).

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Die Durchführung eines Realisierungswettbewerbes für dieses prominente Brückenbauwerk wurde zwischen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und dem Bezirk Mitte vereinbart.

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Die gesamthafte Verantwortlichkeit für den Ersatzneubau der Mühlendammbrücke und damit die Wahrnehmung der bauherrenseitigen Aufgaben und für die Durchführung/Organisation des Wettbewerbsverfahrens obliegt der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

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Im Zusammenhang mit der bauherrenseitigen Grundlagenermittlung wurde das Bezirksamt beteiligt und in Abstimmung mit dem Bezirk wurde die Entscheidung zur Durchführung eines Realisierungswettbewerbes getroffen.
Weiterhin ist der Bezirk in der Preisjury und im Kreis der Sachverständigen zum Realisierungswettbewerbes vertreten. Neben der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen ist das Bezirksamt Mitte ein relevanter Projektbeteiligter, welcher fortlaufend bei den umfangreichen und komplexen Planungs- und Bauaufgaben beteiligt wurde und wird.

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Nach Abschluss des Wettbewerbsverfahrens fängt die eigentliche Projektbearbeitung erst richtig an. Bei der Bearbeitung der verschiedenen Planungsstufen werden mehrere Veranstaltungen mit verschiedenen Formaten vorgesehen.

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Die derzeitigen Standards für die Berücksichtigung der Leitlinien Bürgerbeteiligung bei Wettbewerbsverfahren der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen werden für das Wettbewerbsverfahren der Mühlendammbrücke berücksichtigt. Diese sind:
  1. öffentliche Veranstaltung vor Beginn eines Wettbewerbsverfahrens
  2. öffentliche Veranstaltung unmittelbar vor der Jurysitzung unter Teilnahme der Jurymitglieder
  3. Ausstellung mit öffentlicher Veranstaltung im Anschluss an das Wettbewerbsverfahren

Die Online-Bürgerveranstaltung am 09.11.2020 wurde hierbei als vorangestellte Veranstaltung organisiert, die konkreten Termine der Veranstaltungen unter 1., 2. und 3. stehen noch nicht fest.

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