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    Verkehr  
 

Öffentlicher Personennahverkehr - Netzplanung

Straßenbahnneubaustrecke Elisabeth-Aue


Aufgabenstellung

Auf der Elisabeth-Aue – einer über 70 ha großen, landeseigenen und aktuell landwirtschaftlich genutzten Fläche im Norden des Bezirks Pankow – war die Entwicklung eines neuen Stadtquartiers mit bis zu 5.000 Wohnungen geplant. In Zusammenhang mit der Erarbeitung eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) wurde neben einer allgemeinen verkehrlichen Untersuchung auch die Bewertung möglicher ÖPNV-Anbindungen mittels Straßenbahn erforderlich.

Ziel

Trotz der peripheren Lage der Elisabeth-Aue ist der Anspruch der Berliner Verkehrsentwicklungsplanung, eine umwelt- und stadtverträgliche Mobilität mit den Verkehrsmitteln des ÖPNV zu ermöglichen. Als mögliche leistungsfähige ÖPNV-Anbindungsoptionen für die Elisabeth-Aue waren Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit einer Verlängerung sowohl der bisher in unmittelbarer Nachbarschaft endenden Straßenbahnlinie 50 als auch der Straßenbahnlinie M 1 zu untersuchen.

Streckenführung

Zur Ermittlung der idealen Streckenführung für die Verlängerung der Straßenbahnlinie 50 wurden sechs mögliche Varianten betrachtet. Alle Varianten wurden anhand eines umfänglichen Kriterienkatalogs gemäß einer für Berlin einheitlichen Methodik bewertet.

Die Verlängerung der Strecke ab der bestehenden Endstelle Guyotstraße in Französisch Buchholz über den Rosenthaler Weg und eine anschließende zentrale Erschließung der Elisabeth-Aue von Süden nach Norden stellte sich hierbei als die Vorzugsvariante heraus.

Abbildung Vorzugsvariante Verlängerung der Straßenbahnlinie M1, Elisabeth-Aue
Abb.: Vorzugsvariante Verlängerung der
Straßenbahnlinie M1, © TTK
Für die Option der Verlängerung der Linie M 1 wurden insgesamt 14 Varianten der Streckenführung geprüft. Darunter wurden neben verschiedensten Varianten der Verlängerung ab der bestehenden Endstelle in der Schillerstraße nach Norden über potenziell aufzugebende Flächen des heutigen Friedhofs Niederschönhausen auch Trassenalternativen über die Dietzgenstraße untersucht.

Als Vorzugsvariante konnte eine Streckenführung entlang der Dietzgenstraße mit Abbiegen auf den Rosenthaler Weg und im Anschluss analog zur Verlängerung der Linie 50 einer zentralen Erschließung der Elisabeth-Aue in Nord-Süd-Lage ermittelt werden.

Kosten

Das Investitionsvolumen für die 1,3 km lange Verlängerung der Straßenbahnlinie 50 würde sich auf etwa 13,2 Mio. € belaufen. Für die mit 2,9 km deutlich längere Verlängerung der Linie M1 wären Kosten von etwa 33,2 Mio. € zu veranschlagen.

Aufgrund der Möglichkeit der gemeinsamen Streckenführung innerhalb der Elisabeth-Aue würde der Fall der Realisierung beider Neubaustrecken gegenüber der ausschließlichen Verlängerung der Linie M1 zu vergleichsweise geringen Mehrkosten führen und insgesamt etwa 37,4 Mio. € betragen.

Sachstand

Die Machbarkeit aus technischer und gestalterischer Hinsicht beider Verlängerungsoptionen konnte nachgewiesen werden. Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ergab sowohl für die Verlängerungsoption der Linie 50 als auch der Linie M 1 sowie darüber hinaus für den Fall beider Verlängerungsstrecken zusammen, dass der verkehrliche Nutzen der Maßnahme die notwendigen Investitionskosten deutlich übersteigt.

Mit der Koalitionsvereinbarung der neuen Berliner Landesregierung wurde festgelegt, dass die Potenzialfläche Elisabeth-Aue in dieser Legislaturperiode nicht bebaut werden soll. Damit werden auch für die Erschließung durch eine Straßenbahnneubaustrecke keine weiteren planerischen Schritte eingeleitet.

Abschlussbericht

Der Abschlussbericht zur Straßenbahnneubaustrecke Elisabeth-Aue bestehend aus den Teilen Trassenuntersuchung und Wirtschaftlichkeitsuntersuchung steht hier zum Download bereit.