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Verkehrsflughafen Berlin-Tegel


Flughafen Tegel
Flughafen Tegel

Der Flughafen Berlin-Tegel ist, gemessen an den Passagierzahlen, der größte Flughafen Berlins und der viertgrößte Flughafen Deutschlands. Als ehemaliger französischer Militärflughafen mit ziviler Nutzung hat der Flugplatz eine abwechslungsreiche Geschichte.

Der Ursprung des Flughafens Tegel

Der Flughafen Berlin-Tegel wurde im Herbst 1948 auf einem ehemaligen Raketenversuchsgelände als Militärflughafen der französischen Besatzungsmacht errichtet. Hauptzweck des Flughafens war die Schaffung zusätzlicher Kapazitäten für die Aufrechterhaltung der Berliner Luftbrücke. Bis zum 2. Oktober 1990 unterstand der Flughafen als "Basis 165" der französischen Luftstreitkräfte dem Gouvernement Militaire Français de Berlin (GMFB).

Entwicklung zum Zivilflughafen

Eine Vereinbarung zwischen der französischen Militärregierung und der Berliner Flughafen-Gesellschaft mbH (BFG) ermöglichte es, auf dem Flughafen seit 1960 neben militärischem auch zivilen Luftverkehr abzuwickeln. Die beiden 3.023 bzw. 2.424 Meter langen Start- und Landebahnen wurden vom französischen Militär und der BFG gemeinsam genutzt. Zusätzlich wurde der BFG im südlichen Teil des Geländes ein Bereich zur alleinigen Nutzung zur Verfügung gestellt, auf dem sie die für den zivilen Luftverkehr erforderlichen Gebäude errichten konnte.

Nach Fertigstellung der zivilen Abfertigungs-Gebäude hat die BFG 1975 eine Vereinbarung über die Nutzungsrechte an den Anlagen des Flughafens geschlossen. Demnach blieben die Kontrolle des Flugverkehrs, der Betrieb der Navigationseinrichtungen und die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung auf dem Gelände im Wesentlichen in der Hand der französischen Militärregierung. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands im Oktober 1990 wurde der Flughafen an die Bundesrepublik Deutschland übergeben.

Heutige und künftige Nutzung

Der Flughafen ist derzeit ein internationaler ziviler Verkehrsflughafen ohne Beschränkung der nutzungsberechtigten Typen von Luftfahrzeugen. Die Zahl der Flugbewegungen ist seit der Inbetriebnahme ständig gestiegen. Besonders der Umzug von amerikanischen und britischen Fluggesellschaften vom Flughafen Berlin-Tempelhof nach Tegel im Jahre 1975 bis zum Oktober 1990 führte zu einem starken Anstieg der Flugbewegungen. Im Jahr 2016 wurden auf dem Flughafen Berlin-Tegel über 21 Millionen Passagiere abgefertigt und rund 185.500 Flugbewegungen registriert.

Die Bescheide über den Widerruf der Betriebsgenehmigung des Flughafens Berlin-Tegel vom 29. Juli 2004 sowie über die Aufhebung der Planfeststellung vom 2. Februar 2006 sind bereits bestandskräftig ergangen. Dementsprechend wird der Flughafen Berlin-Tegel spätestens sechs Monate nach Inbetriebnahme der beiden Start- und Landebahnen des Flughafens BER mit Längen von 3.600 bzw. 4.000 Metern außer Betrieb genommen.

Die Flächen und Anlagen des Verkehrsflughafens Berlin-Tegel werden mit der Schließung des Flughafens aus der luftverkehrsrechtlichen Zweckbestimmung entlassen. Sie stehen dann für andere Nutzungszwecke zur Verfügung.

Weitere Informationen:
Zukunftsraum Tegel - Herausforderung und Chance mehr