Verkehr  
 

Radrouten – Europaradweg R1 (West)

Etappe durch Mitte




19. Großer Tiergarten und Siegessäule

Der große Tiergarten (19a), Jagdgebiet der Brandenburger Kurfürsten, wurde unter Friedrich Wilhelm III. nach Plänen Peter Joseph Lennés 1833–40 in einen Landschaftspark umgewandelt. Die den 210 ha großen Park durchziehende Ost-West-Achse wurde nach dem Arbeiteraufstand 1953 in Straße des 17. Juni umbenannt. Vom Potsdamer Platz kommend, durchschneidet die Bellevueallee diagonal den Landschaftspark. An ihrem Ende liegt das Schloss Bellevue (19b), errichtet 1785–86 nach Plänen von Philipp Daniel Boumann d.J., heute Sitz des Bundespräsidenten.
 

20. Kulturforum

Das Kulturforum ist ein Produkt des funktionalistischen Städtebaus. Es wurde während der Teilung der Stadt als Pendant zur alten kulturellen Mitte Berlins von Hans Scharoun am Rande des Tiergartens als Stadtlandschaft konzipiert. Bedeutende Bauwerke sind die im organischen Stil von Scharoun 1960–76 entworfene Staatsbibliothek und die Philharmonie sowie als Kontrastprogramm der rationale Bau der Neuen Nationalgalerie von Mies van der Rohe, entstanden 1965–68.
 

21. Regierungsviertel

Das neue Regierungsviertel symbolisiert das Zusammenwachsen der ehemals getrennten Stadthälften. Das 1992 von Axel Schultes und Charlotte Frank konzipierte Band des Bundes reiht die wichtigsten Regierungsbauten – die Spree und die ehemaligen Grenzanlagen von West nach Ost überspannend – wie eine Perlenkette auf.

Beginnend mit dem Haus der Kulturen der Welt (21a) setzt sich das Band fort mit dem Bundeskanzleramt (21b), entworfen von Schultes und Frank, dem Reichstag (21c) gebaut 1884–94 von Paul Wallot umgebaut 1994–99 von Norman Forster, bis zu den Bürogebäuden der Abgeordneten (21d), realisiert von Stephan Braunfels 2002.
 

22. Hauptbahnhof

Wo sich vor der Wende ein untergeordneter Bahnhof der Stadtbahn befand, überdecken heute weiträumige Glashallen und mehrgeschossige Bügelbauten die Eisenbahnviadukte. Sie verknüpfen die Ost-West-Trasse der Stadtbahn mit dem Nord-Süd-Tunnel des neuen Berliner Eisenbahnnetzes. Der Entwurf des neuen Hauptbahnhofs wurde vom Architekturbüro von Gerkan, Marg & Partner erarbeitet.
 

23. Brandenburger Tor und Holocaust-Mahnmal

Der einstige kurfürstlich-königliche Prachtboulevard Unter den Linden endet in Berlins guter Stube, dem Pariser Platz (23a) mit dem symbolträchtigen Brandenburger Tor, erbaut 1788–91 von Carl Gotthard Langhans. Um den Stadtplatz haben sich Botschaften angesiedelt. Von den steinernen Fassaden des Pariser Platzes hebt sich das gläserne Gebäude der von Günther Behnisch entworfenen neuen Akademie der Künste ab. Auch das im historisierenden Stil wiedererstandene Hotel Adlon, eines der berühmtesten Grand Hotels Berlins, befindet sich am Pariser Platz.

Nicht zum unmittelbaren Platzbereich gehört das von Peter Eisenman 2005 entworfene Mahnmal für die ermordeten Juden Europas (23b).
 

24. Potsdamer Platz

Vor dem 2. Weltkrieg einer der verkehrsreichsten Plätze Europas, wurde das kriegszerstörte Areal während der Trennung Berlins zum Niemandsland. Heute ist die beeindruckende Silhouette des neu erstandenen Potsdamer Platzes mit seinen Hochhäusern Symbol des neuen Berlins.
 

25. Gendarmenmarkt

Der Gendarmenmarkt ist einer der schönsten Plätze und Höhepunkt des historischen Städtebaus in Berlin. Flankiert von den Zwillingsbauten Französischer Dom und Deutscher Dom, befindet sich in der Platzmitte das von Karl Friedrich Schinkel 1818–21 entworfene Schauspielhaus, heute als Konzerthaus genutzt.
 

26. Lindenforum

Um den heutigen Bebelplatz planten Friedrich II. und sein Hofarchitekt Knobelsdorff ein repräsentatives städtebauliches Ensemble, das Forum Fridericianum. Verwirklicht wurden von Knobelsdorff bzw. Boumann d.Ä. in den Jahren 1741–73 das Opernhaus, heute Deutsche Staatsoper (26a), das Palais Prinz Heinrich, seit 1810 Humboldt-Universität (26b), sowie die St. Hedwigs-Kathedrale (26c). Die barocke Alte Bibliothek (26d) wurde 1775–81 nach Plänen von Unger und Boumann d.J. errichtet. Im Zentrum der Anlage, auf dem Mittelstreifen, thront der Alte Fritz hoch zu Ross.
 

27. Deutsches Historisches Museum

Der von den Brandenburger Kurfürsten angelegte Prachtboulevard Unter den Linden beginnt mit dem historischen Zeughaus. Der 1695 von Johann Arnold Nering begonnene und von Andreas Schlüter 1699 vollendete Bau beherbergt heute das Deutsche Historische Museum. Die Fassade gehört zu den bedeutendsten Werken der Barockplastik.
 

28. Schloßplatz

Auf der Schlossinsel befand sich das Berliner Stadtschloss, zu Beginn des 18. Jahrhunderts durch Andreas Schlüter zum bedeutendsten Barockschloss Norddeutschlands ausgebaut. Nach Abriss der Schlossruine durch die DDR-Regierung wurde hier der Palast der Republik errichtet. Nach einem Entwurf von Franco Stella entsteht das Stadtschloss als Humboldtforum wieder neu.


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