Natur + Grün  

 

Grünflächeninformationssystem (GRIS)

GFM-Komponente "pit-Kommunal"


Datenbank "Grünflächenmanagement" (GFM)

In den bezirklichen Grünflächenämtern wird bereits seit Mitte der 1990er Jahre zur Verwaltung der Sachdaten zum Berliner Stadtgrün (öffentliche Grünflächen) eine an die spezifischen Berliner Anforderungen angepasste Datenbanksoftware eingesetzt. Als Datenhaltungssystem dient eine zentrale Oracle-Datenbank. Die raumbezogenen Sachdaten (z.B. eine Grünanlage, ein Spielplatz, eine Rasenfläche, ein Papierkorb, ein Baum) sind mit den entsprechenden grafischen Objekten in der mit der GIS-Komponente verwalteten Karte der Berliner Grünanlagen verknüpft.

Alle wesentlichen fachlichen Grunddaten (Kataloge) sind aus Gründen der überbezirklichen Vergleichbarkeit nach berlinweiter Abstimmung in den Fachausschüssen einheitlich vorgegeben. So z.B. der Katalog der Objektarten und der Katalog der Pflegekategorien (die Inhalte und Ausstattungen der Pflegeobjekte) oder die Kataloge der bei den Kontrollen zur Verkehrssicherheit festgestellten Baumbefunde und der Schäden an Spielgeräten sowie der daraus resultierenden Maßnahmen zur Beseitigung dieser Befunde und Schäden.

Mit dieser Datenbankkomponente des Berliner Grünflächeninformationssystems (GRIS) ist es den Grünflächenämtern möglich, nahezu das gesamte Aufgabenspektrum der bezirklichen Grünflächenpflege und -unterhaltung dv-technisch zu unterstützen und/bzw. zu steuern:
  • Verwaltung der Katasterdaten zu Grünanlagen, Bäumen und Spielplätzen auf Grundlage einer von der GALK erarbeiteten Empfehlung für den Aufbau einer Grünflächendatei,
  • Kalkulation des Pflegeaufwandes in den Grünanlagen,
  • Erfassen des realen Pflegeaufwandes über Tagesberichte (Betriebsdatenerfassung),
  • Verwaltung der Kontrollen zur Verkehrssicherheit bei Bäumen und auf Spielplätzen,
  • Fachgutachten nach Koch und Sachwertermittlung bei Bäumen,
  • Erstellung von Pflanz- oder Bestelllisten anhand eines integrierten Gehölz-Artikelstamms.

Die mit der GRIS-Datenbankkomponente verwalteten Grünanlagen-, Spielplatz- und Baumdaten bilden die Grundlage für gesamtstädtische Auswertungen zum Berliner Grünflächen- und Baumbestand.

Für vor Ort zu erhebende Daten (mobile Baum-/ Spielplatzkontrollen, Betriebsdatenerfassung) werden in allen Bezirken Handheldgeräte bzw. Tablets mit einer speziellen Gerätesoftware eingesetzt.


Neue GFM-/GRIS-Datenbankkomponente "pit-Kommunal" seit 2014


Mit der über 15 Jahre eingesetzten GRIS-Datenbanklösung "GAIA" konnten nicht alle ursprünglich gesetzten Ziele erreicht werden. In einem mehrjährigen Prozess fanden - aufbauend auf einer Analyse der Geschäftsprozesse der Grünflächenpflege in den Bezirken - von 2008 bis 2010 in enger Zusammenarbeit zwischen der damaligen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt und allen bezirklichen Grünflächenämtern vertiefte Untersuchungen zu den Möglichkeiten einer Effektivitäts- und Effizienzsteigerung für das Berliner GRIS statt. Im Juli 2010 wurde daraufhin die Richtungsentscheidung für die Einführung eines neuen berlinweit einheitlichen und verstärkt Prozess-orientierten GRIS getroffen. Nach einer EU-weiten Ausschreibung fiel im August 2011 die Entscheidung für die Lösung "pit-Kommunal" der Fa. IP SYSCON GmbH als neue Grünflächenmanagement (GFM) - Komponente des Berliner GRIS. Mit dem neuen GRIS soll insbesondere eine langfristige Effizienzsteigerung und Qualitätsverbesserung in der Aufgabenwahrnehmung sowie eine bezirksübergreifende Vereinheitlichung und Qualifizierung der Abläufe erreicht werden. Weitere Ziele sind die Optimierung der Leistungssteuerung durch die Möglichkeit zur Simulation von Planungsszenarien und der damit einhergehenden qualitätsbezogenen, arbeitsrelevanten und finanziellen Auswirkungen. Mit der neuen GFM-/GRIS-Datenbankkomponente "pit-Kommunal" werden künftig weiterhin verstärkt komfortable mobile Lösungen für die Kontrollen zur Verkehrssicherheit bei Bäumen, auf Spielplätzen, in Grünanlagen und für Winterdienste sowie zunehmend auch Browser-basierte Auskunftskomponenten realisiert.

Nach der Erarbeitung eines Feinkonzeptes zur Anpassung von "pit-Kommunal" an die spezifischen fachlichen Anforderungen Berlins im Rahmen mehrerer Arbeitsgruppen (Grünflächenpflege, Bäume, Spielplätze, GIS, Grundstücksverwaltung u.a. ...) bis ca. Mitte 2013 erfolgte danach die programmiertechnische Umsetzung. Ende des Jahres 2013 begann die Ablösung von "GAIA" durch "pit-Kommunal". Bis Mitte 2014 erfolgte dann die Einführung der neuen GFM-Komponente in allen 12 Berliner Bezirken. Bestandteil dieser ersten Einführungsphase ist auch die Integration der weiterentwickelten GIS-Komponente des Berliner GRIS.

In einer zweiten Projektphase wurden ab dem Jahr 2015 mit der neuen GFM-Komponente "pit-Kommunal" die bisher im Berliner GRIS nicht vorhandenen Funktionalitäten zu Planungsszenarien, zur Auftragsverwaltung und zur Erfassung der Daten aus der Grünflächenpflege (Betriebsdatenerfassung) konzipiert und realisiert. Diese neuen Funktionen sind seit dem Herbst 2016 im GRIS Berlin implementiert und werden seither in einem sog. Probeechtbetrieb in der täglichen Arbeit produktiv eingesetzt. Während des Probeechtbetriebes werden nun noch vorhandene technische und konzeptionelle Fehler und Schwachstellen behoben. Der Abschluss dieser Phase ist für Ende 2019 vorgesehen.