Coronavirus
Im Zusammenhang mit den Maßnahmen des Berliner Senats zum Schutz der Bevölkerung vor dem Coronavirus wurde am 08.06.2020 der Dienstbetrieb der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz wieder in Richtung Regelbetrieb aufgenommen.


    Umwelt  

 

Abfallbilanzen des Landes Berlin 

Archiv: Stoffstrom- und Klimabilanz 2010 -
Konzeption klimafreundliche Abfallentsorgung



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Maßnahmenplan zur Umsetzung einer vorbildhaften klimafreundlichen Abfallentsorgung im Land Berlin

Berlin ist mit rund 3,4 Mio. Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt Deutschlands. Zudem kommt der Stadt durch ihre Hauptstadtfunktion eine besondere Verantwortung bei der Umsetzung notwendiger Maßnahmen zur drastischen Reduzierung von Klimagasen sowie auch eine wichtige Signalfunktion für andere Kommunen zu. Im Rahmen einer nachhaltigen Klimaschutzpolitik muss sich auch die Abfallwirtschaft noch stärker auf den Klimaschutz ausrichten. Nach einer im Auftrag des Umweltbundesamtes, Bundesumweltministeriums und dem Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft erarbeiteten Studie (Öko-Institut und IFEU-Institut) können Emissionen an treibhausschädlichen Gasen durch die deutsche Abfallwirtschaft bis zum Jahr 2020 um weitere rund zehn Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr reduziert werden.

Sortieranlage
Sortieranlage

Nach dem vom Abgeordnetenhaus im Mai 2011 beschlossenen Abfallwirtschaftskonzept für das Land Berlin soll die Berliner Abfallwirtschaft insbesondere unter den Aspekten des Ressourcenschutzes und des Klimaschutzes neu ausgerichtet und entsprechend optimiert werden. Ziel und Anspruch dieses Konzeptes ist es, eine weitere Entlastung an schädlichen Klimagasen (Kohlendioxid, Methan und Lachgas) spätestens bis 2020 umzusetzen. Dies soll auch durch eine klimaschonende und hochwertige Verwertung von nicht biogenen und biogenen Abfällen.
In den letzten Jahren wurden durch die Senatsumweltverwaltung erste Konzeptionen zur nachhaltigen und klimaschonenden Verwertung von biogenen Abfallstoffen erstellt.

Zur Erreichung der genannten Ziele wurde in den Jahren 2011 / 2012 ein Maßnahmenplan zur Umsetzung einer vorbildhaften klimafreundlichen Abfallwirtschaft für das Land Berlin erarbeitet. Zur Finanzierung dieses Vorhabens hatte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt (jetzt: Umwelt, Verkehr und Klimaschutz) einen entsprechenden Antrag im Rahmen der Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums gestellt und hierzu eine Bewilligung vom Projektträger Jülich zur Durchführung des Projektes (FKZ 03KS1667) erhalten.

Für die Umsetzung dieses Vorhabens hatte die Senatsumweltverwaltung das federführende IFEU-Institut Heidelberg beauftragt.

Die Studie kommt zum Ergebnis, dass die Berliner Abfallentsorgung im Jahr 2010 bereits eine beachtliche Treibhausgasentlastung in Höhe von rund -900.000 Mg CO2-Äq. bewirkt hat. Durch Optimierungen der Entsorgung der untersuchten 36 Abfallarten sowie durch eine gesteigerte getrennte Erfassung von trockenen Wertstoffen und Organik durch Entnahme aus dem Haus- und Geschäftsmüll kann die bisherige Entsorgung der Abfälle einen zusätzlichen Treibhausgasminderungsbeitrag in Höhe von rund -248.000 Mg CO2-Äq erzielen. Damit würde sich im Jahr 2020 eine gesamte Treibhausgasentlastung durch die Entsorgung der relevantesten Abfallarten von rund -1.148.000 Mg CO2-Äq ergeben. Eine derartige Entlastung entspricht rund 25 Prozent der vom Land Berlin von 2010 bis 2020 angestrebten Einsparungen an Klimagasen. Somit wird deutlich, dass eine nachhaltige Abfallwirtschaft große Anteile an der Erreichung der klimapolitischen Ziele des Landes Berlin leisten kann.


Die in der Studie entwickelten Maßnahmen sollen möglichst zeitnah umgesetzt werden. Neben rechtlich verbindlichen Instrumenten und Vorgaben an kommunale Akteure sind auch freiwillige Vereinbarungen mit privaten Unternehmen geplant.

Insbesondere sollen folgende Instrumente genutzt werden:
  • Festlegung von entsprechenden Umweltschutzanforderungen bei der Fortschreibung der Berliner Verwaltungsvorschrift Beschaffung und Umwelt (VwVBU),
  • Initiierung bzw. Konkretisierung von Klimaschutzvereinbarungen insbesondere mit BSR, ALBA, BWB, den bezirklichen Grünflächenämtern und Garten- und Landschaftsbau-Betrieben,
  • Berücksichtigung von entsprechenden Regelungen zur klimaschonenden Abfallverwertung bei der Fortschreibung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes Berlin.
Unabhängig davon soll der konstruktive Dialog mit den betreffenden Akteuren fortgeführt werden.