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Artenlisten - Rote Listen der gefährdeten Pflanzen, Tiere und Pilze von Berlin

Rote Liste und Gesamtartenliste der Bienen und Wespen (Hymenoptera part.) von Berlin mit Angaben zu den Ameisen


Chrysis scutellaris, Foto: Ekkehard Wachmann
Chrysis scutellaris;
Foto: Ekkehard Wachmann

Zusammenfassung: Die Gesamtliste und Rote Liste der Bienen und Wespen Berlins enthält 664 Arten aus 15 Hautflüglerfamilien. Weiterhin werden 22 Wespenarten aus den Familien Dryinidae und Bethylidae sowie 40 Ameisenarten (Formicidae) ohne Gefährdungseinstufung aufgeführt. Ammoplanus gegen TSUNEKI (Crabronidae) wird neu für die Fauna Deutschlands gemeldet.

Von 664 Arten werden 276 (41,6 %) in die Rote Liste (Kategorie 0, 1, 2, 3, G) und 55 (8,3 %) in die Vorwarnliste aufgenommen. Für 29 weitere Arten (4,4 %) unterbleibt eine Gefährdungseinstufung aufgrund der mangelhaften Datenlage. 304 Arten (45,8 %) gelten derzeit als nicht gefährdet. Aculeate Wespen kommen mit 353 Arten in Berlin vor. Der Anteil gefährdeter Wespenarten liegt mit 43,9 % etwas über dem Durchschnittswert. Bienen sind in Berlin mit 298 Arten vertreten und der Anteil gefährdeter Arten liegt mit 39,9 % unter dem Durchschnitt. Im Vergleich zur ersten Roten Liste (SAURE 1997) ist der Anteil gefährdeter Arten bei Bienen und vor allem bei Wespen deutlich gesunken (Bienen: von 47,9 % auf 39,9 %; aculeate Wespen: von 63,2 % auf 43,9 %). Eine grundlegende Verbesserung der Lebensraumsituation für Bienen und Wespen seit 1997 ist nicht festzustellen.

Die wesentlichen Gefährdungsursachen wirken nach wie vor, und zwar
  1. die Zerstörung bzw. Bebauung von Ruderalstellen und Freiflächen,
  2. der Ausbau von Eisenbahntrassen,
  3. die Intensivierung oder die Aufgabe der Grünlandnutzung und
  4. die fortschreitende Sukzession auf offenen Sandflächen (Kiesgruben, Binnendünen).
Der Rückgang der Rote-Liste-Arten ist daher einerseits das Ergebnis einer seit 1997 verbesserten Datenlage und andererseits das Resultat einer engeren und eindeutigeren Auslegung der Gefährdungskategorien.