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Baum des Jahres 2016: Die Winter-Linde


"Es gibt keinen Baum, der mehr mit der Liebe des Menschen verbunden ist, und das alleine ist schon eine Kostbarkeit. Linden sind die häufigsten Bäume Deutschlands und Mitteleuropas in Stadt und Landschaft", sagte Silvius Wodarz.
Dorflinden, Gerichtslinden, Kirchlinden, Tanzlinden und Hoflinden, aber auch Sagen, Gebräuche und Ortsnamen zeugen von einer jahrhundertelangen vielseitigen Bedeutung der Linden.
Das Heimatareal der Winter-Linde erstreckt sich über ganz Europa (außer dem hohen Norden).

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Winter-Linde bei Riesa, Naturdenkmal; Foto: Prof. Dr. A. Roloff
Winter-Linde bei Riesa, Naturdenkmal
Foto: Prof. Dr. A. Roloff

Winter-Linde, Blattunterseite; Foto: Prof. Dr. A. Roloff
Winter-Linde, Blattunterseite
Foto: Prof. Dr. A. Roloff

Winter-Linde Fruchtstand; Foto: Prof. Dr. A. Roloff
Winter-Linde, 5-12 gestielte Nüsschen in den Fruchtständen
Foto: Prof. Dr. A. Roloff
Die Winter-Linde (Tilia cordata) wird der Baum des Jahres 2016. Dies gab Dr. Silvius Wodarz, Präsident der Baum des Jahres Stiftung, am 15.10.2015 in Berlin bekannt. Die Schirmherrschaft für die Winter-Linde hat die stellvertretende Vorsitzende der CDU-Bundestagsfraktion, Gitta Connemann, übernommen.

Aus dem Berliner Stadtbild ist die Winter-Linde nicht wegzudenken: Mit 155.000 Exemplaren (35 %) sind Linden die häufigsten Straßenbäume in der Stadt – die meisten davon Winter-Linden.

Linden haben kaum Krankheiten oder Schäden, sind sehr anspruchslos und standort-tolerant und erreichen ein hohes Lebensalter (bis zu 1000 Jahre). Der Stamm der Linden kann mehrere Meter dick werden. Eine der wohl stärksten Winter-Linden steht bei Rochlitz/ Mittelsachsen mit einem Stammumfang von etwa neun Metern.

Aufgrund ihrer hohe Schattentoleranz gedeihen Linden auch unter älteren Bäumen. Weil sie zum Beispiel die Stämme von Eichen "ummanteln", das heißt beschatten, halten sie diese "astrein". Im Waldbau nutzt man diese Eigenschaft bewusst aus.

Winter-Linden werden nur etwa 15-25 Meter hoch, wohingegen es Sommer-Linden auf über 40 Meter schaffen. Die Blätter der Sommer-Linde sind herzförmig und bis zu 12 Zentimeter lang. Die Blätter der Winter-Linde, auch Kleinblättrige Linde genannt, sind im Umriss fast kreisrund.

Die Blüten der Winter-Linde öffnen sich zur Freude der Imker erst im Juli, daher auch der deutsche Name Spät-Linde. Wenn Linden blühen, kann man schon auf größere Entfernung ihren charakteristischen Honigduft wahrnehmen.

Das schlichte Lindenholz hat eine hellbraune bis leicht rötliche Färbung, die Jahrringe sind schwer zu erkennen. Es ist relativ leicht, in getrocknetem Zustand halb so schwer wie Eichenholz. Es ist das beste Schnitzholz, da es sehr weich ist und nicht splittert. Viele Kasperlepuppen und Krippenfiguren bestehen daher aus Lindenholz, ebenso die meisten Altar- und Wandfiguren in Kirchen – es wird deshalb auch als Sakral- oder "Heiligenholz" (Lignum sanctum) bezeichnet.

In der Naturheilkunde haben vor allem die Lindenblüten große Bedeutung: Lindenblütenhonig, aber auch Lindenblütentee und -umschläge, sogar Öl wird aus Lindenblüten hergestellt..

Der häufigste Gasthausname in Deutschland ist mit über 1000 Nennungen "Zur Linde". Auch zahlreiche Orts- und Personennamen gehen auf die Linde zurück.
Weitere Informationen: www.baum-des-jahres.de