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Straßen und Brücken für Berlin

A 100 16. Bauabschnitt - Zentrales Wassermanagement (ZWM)


Blaue Leitungstrasse an der Sonnenallee; Foto: SenUVK
Blaue Leitungstrasse an der Sonnenallee;  Foto: SenUVK

Für die Wasserver- und Wasserentsorgung während der Bauzeit im gesamten Planungsabschnitt wurde ein übergeordnetes Zentrales Wassermanagement eingerichtet.

Was wird gebaut?

Ver- und Entsorgung ist notwendig, wenn Grundwasser vor allem in den Baugruben anfällt. Außerdem muss Oberflächenwasser aus fertig gestellten Teilbauwerken abgeführt werden. Aus den einzelnen Bauabschnitten und Losen 1 bis 6 wird anfallendes Wasser in gefiltertem Zustand in sogenannte Übergabestationen gespeist. Die Vorgaben der Wasserqualität entsprechen den Auflagen der Wasserbehörde und des Planfeststellungs­beschlusses. Die Wasserqualität wird in Teilmengen erfasst, kontrolliert und dokumentiert. Ergeben sich bei der Errichtung der Baugruben Undichtigkeiten in den Wänden oder Sohlen ist für diesen Havariefall ausreichende Sicherheit durch die begleitenden Rohrtrassen auf der gesamten Länge gewährleistet.

Besonderheiten der Konstruktion

Durch die oberflächennahe Lage des Grundwasser­spiegels wurde für die überwiegend im Grundwasser befindlichen Bauwerke eine grundwasser­schonende Bauweise gewählt. Der Bau erfolgt in wasserdichten Baugruben (Baudocks) mit einer Länge zwischen ca. 28 m und 132 m sowie einer Breite von ca. 34 m bis 52 m. In Abhängigkeit der einzelne Bauphasen und Bauzustände fallen Kompensations­wasser, Lenzwasser und Restwasser sowie im Notfall auch Havariewasser, an. Kompensations­wasser ist während des Nassaushubs der Baudocks erforderlich, um den entstehenden Grundwasser­druckausgleich zu gewährleisten.

Damit es zu keinen Grundwasser­bewegungen oder Absenkungen des Grundwasser­standes außerhalb der Baudocks kommt, muss während des Erdaushubs auf einen konstanten Wasserpegel innerhalb des Baudocks geachtet werden. Hierzu wird in ausreichender Menge und in Abhängigkeit vom täglichen Erdaushub Wasser über das zentrale Wassermanagement zugeführt und in die Baudocks eingeleitet.

Lenzwasser fällt nach Fertigstellung der wasserdichten Baugrube während des Abpumpens der vollständig umschlossenen Baugrube an, welches ebenfalls gereinigt und kontrolliert abgeleitet werden muss. Restwasser bildet die größte Wassermenge während der Bauausführung. Gemäß geltendem Regelwerk dürfen bei wasserdichten Baugruben immer noch 1,5 l/s je 1.000 m2 benetzte Fläche anfallen, so dass über die erforderliche Bauzeit und die Bauwerks­abmessungen fast 5 Millionen Kubikmeter Wasser aufgefangen und abgeleitet werden.

Die Zu- und Abführung der jeweiligen Wassermengen erfolgt durch Rohrleitungs­trassen entlang der Gesamtmaßnahme. Die Trasse verläuft über eine Länge von ca. 3,2 km annähernd parallel zur westlichen Baufeldgrenze. Sie wird bis auf wenige Ausnahmen oberirdisch errichtet.

Bauzeit und Fertigstellung

Dieses Los wird mit Fertigstellung aller Baudocks und Inbetriebnahme der geplanten Entwässerungsanlage 2021 nicht mehr benötigt und zurückgebaut.