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Zählstellen und Fahrradbarometer: Fahrradverkehr in Zahlen

Bildvergrößerung: Fahrradbarometer auf der Straße des 17. Juni vor dem Eingang der TU Berlin
Fahrradbarometer auf der Straße des 17. Juni vor dem Eingang der TU Berlin
Bild: infraVelo / Daniel Rudolph

Eine verlässliche und umfassende Datengrundlage ist für die Behörden wichtig, um den Bedarf an Fahrrad-Infrastrukturmaßnahmen und ihre Wirksamkeit zu erkennen und auf ein verändertes Mobilitätsverhalten zu reagieren.

Zählstellen

Bildvergrößerung: Eine fahrradfahrende Person von hinten, die über eine Zählstelle fährt, die bei einer Brückeneinfahrt in den Boden eingelassen ist.
Fahrradzählstelle Schwedter Steg
Bild: SenUVK

Von 2017 auf 2018 hat der Fahrradverkehr, der an 17 automatischen Dauerzählstellen in Berlin kontinuierlich erhoben wird, um mehr als 12 Prozent zugenommen. Spitzenwerte registrierten die Zählstellen an der Jannowitz- und der Oberbaumbrücke. Allein dort waren 2018 täglich mehr als 8.000 Fahrradfahrer*innen unterwegs (werktags, 7-19 Uhr).

Für ein umfassenderes Bild werden noch weitere Werte erhoben: Dafür wird an einzelnen Tagen an bestimmten Stellen manuell die Anzahl der Fahrradfahrer*innen ermittelt. Auch hier konnte fast überall ein deutlicher Zuwachs beim Fahrrad-Verkehr verzeichnet werden.

Die Daten verdeutlichen die positive Wirkung von Infrastrukturmaßnahmen auf den Fahrradverkehr. Beispielsweise stieg die Zahl der Fahrradfahrer*innen in der Schwedter Straße / Prenzlauer Berg deutlich, nachdem dort eine Fahrradstraße eingerichtet wurde.

Eine Aufbereitung und detaillierte Darstellung der aktuellen Daten findet sich hier:

Link zu: Karte
Karte der Dauerzählstellen zum Radverkehr
Bild: SenUVK
Die aktuellen und kumulierten Werte der Dauerzählstellen sind hier einsehbar:

Ergebnisse der automatischen Radzählstellen Stundenwerte (Jahresdateien von 2012-2020)

XLSX-Dokument (9.3 MB) - Stand: 31.12.2020

Einen Überblick über das Berliner Verkehrsgeschehen gibt die Broschüre Mobilität der Stadt – Berliner Verkehr in Zahlen 2017. Daten zum Fahrradverkehr finden sich ab Seite 34.

Fragen und Antworten zu den Radzählungen

Allgemeines

An den Dauerzählstellen werden alle Fahrräder, welche die Erfassungsquerschnitte der Zählstellen überfahren, gezählt.

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Ziel ist die dauerhafte Erfassung des Radverkehrs an bestimmten Straßenquerschnitten. Mit den Dauerzählstellen wird es möglich, neben Erkenntnissen zum Tagesgang, auch Daten zum Wochen- und Jahresgang zu erfassen und die langfristige Entwicklung des Radverkehrs über mehrere Jahre zu bestimmen.

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Es wird an den nachfolgend aufgeführten 18 Standorten mit insgesamt 28 Zählstellen in Berlin gezählt:
  • Jannowitzbrücke (Mitte) (2 Richtungszählstellen)
  • Invalidenstraße (Mitte) (2 Richtungszählstellen)
  • Oberbaumbrücke (Friedrichshain-Kreuzberg) (2 Richtungszählstellen)
  • Schwedter Steg (Pankow)
  • Prinzregentenstraße (Charlottenburg-Wilmersdorf)
  • Yorckstraße (Tempelhof-Schöneberg) (2 Richtungszählstellen)
  • Monumentenstraße (Tempelhof-Schöneberg)
  • Alberichstraße (Marzahn-Hellersdorf)
  • Paul-und-Paula-Uferweg (Lichtenberg)
  • Markstraße (Reinickendorf)
  • Mariendorfer Damm (Tempelhof-Schöneberg) (2 Richtungszählstellen)
  • Maybachufer (Neukölln)
  • Berliner Straße (Pankow) (2 Richtungszählstellen)
  • Frankfurter Allee (Friedrichshain-Kreuzberg) (2 Richtungszählstellen)
  • Klosterstraße (Spandau) (2 Richtungszählstellen)
  • Breitenbachplatz (Steglitz-Zehlendorf) (2 Richtungszählstellen)
  • Kaisersteg (Treptow-Köpenick)
  • Straße des 17. Juni (Charlottenburg-Wilmersdorf) (2 Richtungszählstellen)
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2012 wurde die erste Zählstelle am Schwedter Steg eingerichtet, 17 weitere Zählstellen kamen in den darauffolgenden Jahren dazu. Ab 2021 werden an sieben weiteren Standorten insgesamt elf Zählstellen eingerichtet, davon drei mit digitalen Anzeigen als Fahrradbarometer.

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An Straßen mit getrennter Radverkehrsführung je Fahrtrichtung (z.B. Jannowitzbrücke) ist je Fahrtrichtung eine Zählstelle installiert. An Querschnitten mit gemeinsamer Radverkehrsführung in beiden Fahrtrichtungen (z.B. Schwedter Steg) ist eine Zählstelle für beide Fahrtrichtungen installiert.

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An allen Dauerzählstellen erfolgt eine ununterbrochene Zählung der Fahrräder.

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Technik

Einrichtung einer Dauerzählstelle
Einrichtung einer Dauerzählstelle
Bild: SenUVK

An allen Dauerzählstellen wird die gleiche Technologie verwendet. Die Erfassung der Fahrräder erfolgt mit Induktionsschleifen, die an einen Sensor angeschlossen sind. Hierbei bewirken die Laufräder bei dem Überfahren der Schleife eine Veränderung des induzierten elektromagnetischen Feldes. Diese Änderungen werden im Sensor analysiert und als Zählimpuls gespeichert.

An Zählstellen mit Asphaltoberfläche sind die Induktionsschleifen mittels Schnitt in die Fahrbahndecke eingebracht. In Nebenanlagen mit Platten oder Pflaster sind Fertigschleifen in der Bettung unter der Radverkehrsanlage verlegt.

Je Zählquerschnitt sind in Abhängigkeit der Breite der Radverkehrsanlage zwischen 2 und 4 Induktionsschleifen nebeneinander verlegt.

Sämtliche Zählstellen werden mit Batterien betrieben. Die Lebensdauer einer Batterie beträgt mindestens ein Jahr.

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Der Sensor der Zählstelle erkennt die Geometrie eines überfahrenden Fahrrades anhand der zwei Laufräder mit Tretlager, welche die Induktionsschleife überfahren. Andere Fahrzeuge mit abweichender Geometrie werden herausgefiltert und nicht gezählt.

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Durch die spezielle Geometrie der Induktionsschleifen werden auch Radfahrer in Pulks zuverlässig erfasst. Ausnahme: Bei zwei unmittelbar nebeneinander fahrenden Fahrrädern, welche die gleiche Induktionsschleife befahren, wird nur ein Fahrrad erkannt. Dies ist aufgrund der Breite einer Induktionsschleife zwischen 80-130 cm nahezu ausgeschlossen.

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Fahrräder mit Alufelgen und Carbonrahmen werden erfasst. Fahrräder mit Carbonrahmen und Carbonfelgen werden nicht erfasst. Da der Anteil von Carbon-Fahrrädern am Gesamtaufkommen zurzeit sehr gering ist, kann dieser vernachlässigt werden.

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Datenmanagement

Die Zähldaten werden vom Zählgerät einmal täglich auf einen zentralen Server übertragen.

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Die Auswertung der Daten erfolgt über das Internet und ermöglicht eine vielfältige Nutzung der Zähldaten.

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Qualitätsmanagement

Nach Installation der Zählstellen erfolgten mehrere Prüfzählungen an den Zählstellen. Im Rahmen eines Qualitätsmanagements werden jährliche Prüfzählungen an allen Zählstellen durchgeführt, um die Qualität der Erfassung zu überprüfen und sicher zu stellen. Es erfolgt außerdem eine monatliche Überprüfung der Radzählstellen auf Vollständigkeit und Plausibilität.

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Fahrradbarometer

Bildvergrößerung: Fahrradbarometer auf der Straße des 17. Juni vor dem Eingang der TU Berlin
Fahrradbarometer
Bild: infraVelo / Daniel Rudolph

Ab 2021 werden an drei Standorten in Berlin Fahrradbarometer eingerichtet. Diese sind vor Ort mit der Zählstelle verbunden und zeigen auf Displays an, wie viele Fahrräder den jeweiligen Standort passiert haben (Tages- und Jahreswerte). Ziel ist es, zehn Fahrradbarometer zu errichten. Diese neue Sichtbarkeit soll zeigen, welchen hohen Stellenwert der Radverkehr für die Stadt Berlin hat und dazu motivieren, öfter das Fahrrad zu nutzen.

Das erste Fahrradbarometer wurde im Juli 2021 auf der Straße des 17. Juni vor dem Eingang der TU Berlin auf der nördlichen Straßenseite installiert.

Folgende zwei Standorte für Fahrradbarometer sind darüber hinaus in Planung:

  1. Karl-Marx-Allee, Höhe Hausnummer 1
  2. Senefelderplatz, Ecke Kollwitzstraße