Rückblick: 2013 - 2018

Straßenlärm
Bild: Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz

Bereits im Lärmaktionsplan 2013 haben wir mit Ihnen gemeinsam viele Lärmorte identifiziert und verschiedene Maßnahmen ergriffen. Lesen Sie hier nach, was seitdem passiert ist!

In der letzten Phase der Lärmaktionsplanung im Jahr 2013 konnten sich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger online informieren und Orte in Berlin nennen, an denen der Verkehrslärm belastend laut ist und Vorschläge machen, wie der Lärm aus ihrer Sicht reduziert werden könnte. Diese Beiträge wurden zusammengefasst, ausgewertet und mit den Lärmkarten der Stadt abgeglichen.
Die Ergebnisse sind in die Lärmaktionsplanung 2013 eingeflossen.

Nun wollen wir die Planung fortführen und erneut von Ihnen wissen, wo es in Berlin zu laut ist. Neben den Lärmorten interessiert uns aber auch, wie wir Ruhe- und Rückzugsorte besser schützen können. Daher wollen wir von Ihnen wissen, was Ihre persönlichen Ruheorte ausmacht.

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Maßnahmen zur Lärmminderung, die seit 2013 umgesetzt worden sind:

Fahrbahnsanierung mit lärmarmen Asphalt

Häufig hilft es schon, schadhafte Straßenbeläge zu erneuern. Besonders wirksam ist es, wenn der neue Belag so gebaut ist, dass die Rollgeräusche um weitere 2 dB reduziert werden. Wir haben uns dafür eingesetzt, dass diese in Deutschland bislang unüblichen innovativen Bauformen in Berlin erprobt und verbreitet werden. 16 km sind bereits so gebaut worden, so beispielweise in der Residenzstraße in Reinickendorf. In diesem Jahr werden die Lise-Meitner-Straße, ein weiterer Teil des Wilhelmsruher Damms sowie erste Bauabschnitte der Karl-Marx-Allee folgen. Ein Leitfaden, der sich an die bauenden Abteilungen der Berliner Verwaltung richtet, soll die Verbreitung forcieren.

Straßenräumliche Maßnahmen

Straßenräumliche Maßnahmen zur Lärmminderung nutzen verschiedene Handlungsansätze. Unmittelbar lärmmindernd wirken sich straßenräumliche Maßnahmen aus, die einen größeren Abstand der Emissionsquelle Verkehr zur Bebauung ermöglichen. Maßnahmen zur Abstandsvergrößerung sind die Reduzierung von Fahrspuren, die Reduzierung von Fahrbahnbreiten und die daraus resultierende Erweiterung von Seitenräumen. Zudem sollen diese die Einhaltung eines angepassten Geschwindigkeitsniveaus unterstützen. Entscheidend ist aber auch, benachbarte Handlungsfelder wie beispielsweise die Verbesserung des Angebotes für die lärmarmen Verkehrsarten oder die Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Straßenraum einzubeziehen, sowie mit einer verbesserten Straßenraumgestaltung die Wahrnehmung der Lärmbelastung positiv zu beeinflussen. Bereits der Lärmaktionsplan Berlin 2008 enthält eine Reihe von Empfehlungen für Straßenraumaufteilung bzw. Verkehrsorganisation, die der Lärmminderung dienen und zunächst im Pilotprojekt Beispielstrecken erprobt wurden. Aktuell wird für weitere Straßen die Machbarkeit von straßenräumlichen Maßnahmen untersucht, so z. B.für den Ortsteil Schöneweide, der mit der Inbetriebnahme des 1. Abschnittes der Südostverbindung verkehrlich entlastet werden kann.

In Berlin werden an vielen Stellen die Möglichkeiten verbessert, zu Fuß gehendenden die Straßenquerung mit Gehwegvorstreckungen oft in Verbindung mit Mittelinseln zu erleichtern. Eine Übersicht erhalten Sie hier:

Manchmal nutzt der Lärmaktionsplan diese Straßeneinbauten als Maßnahme, die die Straße optisch einengt und so zur Geschwindigkeitsreduzierung anhält, so z. B. in der Schottstraße auf Höhe der Rüdigerstraße im Bezirk Lichtenberg eine solche eingebaut worden. In diesem Jahr wird in Charlottenburg-Wilmersdorf eine weitere in der Berliner Straße folgen.

Berliner Mobilitätsgesetz

Zukünftig werden bei der Straßenraumgestaltung die Vorgaben des Mobilitätsgesetzes zu beachten sein; diese decken sich weitgehend mit den Zielen der Lärmminderung (Priorisierung der Verkehrsarten des Umweltverbundes).

Dialog-Displays

Dialog-Displays sind Hinweistafeln, die häufig die Geschwindigkeit der Fahrzeuge ermitteln und gegebenenfalls zur Drosselung anhalten. In der letzten Öffentlichkeitsbeteiligung zum Lärmaktionsplan haben wir zahlreiche Hinweise auf zu hohe Geschwindigkeiten erhalten, die wir an die zuständige Polizei weitergegeben haben. Als Sofort-Maßnahmen sind Dialog-Displays beschafft worden, die wir dann an den Stellen mit besonders vielen Hinweisen aufgestellt haben. Die Geräte speichern die Geschwindigkeiten. Es zeigt sich, dass vielerorts das Tempo auf den leeren nächtlichen Straßen zunimmt und somit auch das Lärmproblem in der besonders lärmsensiblen Zeit. Die Geräte sind weiterhin im Einsatz, aktuell in der Edisonstraße beispielsweise.

Schallschutzfenster

Die Strategie der Berliner Lärmaktionsplanung setzt auf Vorbeugung und Sanierung an der Quelle. Doch nicht an allen Straßen kann eine ausreichende Lärmminderung durch Verkehrsplanung und -steuerung oder durch Schallschutzwände, Fahrbahnsanierungen oder andere Maßnahmen des aktiven Lärmschutzes erreicht werden. Für Wohngebäude an sehr lauten Straßen und Schienenwegen der BVG hat das Land Berlin deshalb ab 2014 ein Schallschutzfensterprogramm aufgelegt. Gefördert wird der Einbau von Schallschutzfenstern, -außentüren und Zusatzeinrichtungen wie schallgedämmten Lüftungsanlagen, aber auch die lärmschutztechnische Runderneuerung von den beliebten Holzkastenfenstern. Bislang wurden rund 10.000 qm Fensterfläche erneuert, was cirka 5.000 Fenstern entspricht.

Lärmsanierung der Autobahn in Berlin

Aufgrund der angestiegenen Verkehrsmengen und des damit verbundenen Lärms sowie der Absenkung der Lärmschwelle des Lärmsanierungsprogramms ist eine Verbesserung für die Anwohner der Autobahn in Berlin geboten. Die Umsetzung erfolgt durch die Senatsverwaltung, die vom Bund mit den Aufgaben des Straßenbaulastträgers beauftragt ist.

Bauleitplanung

In unserer wachsenden Metropole Berlin ist der Lärmschutz eine wichtige Aufgabe, wenn es darum geht, eine gesunde Umwelt und lebenswerte Quartiere zu gestalten. Dies gilt vor allem bei der Entwicklung neuer Wohngebiete. Gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen ist hier in einem Leitfaden ein Berliner Weg formuliert worden. Der Leitfaden wendet sich an alle bei der Aufstellung von Bebauungsplänen Beteiligten, um im Rahmen der Planung insbesondere die gesetzlichen Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse im Hinblick auf den Lärmschutz sicherzustellen. Aber auch für die am Umweltschutz und der Stadtentwicklung interessierten Einwohnerinnen und Einwohner von Berlin mag der Leitfaden von Interesse sein. Er soll einen wichtigen Beitrag leisten zu einem gesunden und gedeihlichen Miteinander in einer lebenswerten und wachsenden Stadt.

Straßenbahn

Die Straßen- und U-Bahnen in Berlin leisten einen großen Beitrag, um auch in der wachsenden Stadt, eine umweltschonende Mobilität sicherzustellen. Der dabei entstehende Verkehrslärm wurde in den letzten Jahren auf verschiedenen Ebenen angegangen. Bei Neufahrzeugen werden Geräuschkennwerte gefordert, so dass diese leiser sind als die Vorgängerfahrzeuge. Gegen das Kurvenquietschen wurde ein Teil der Straßenbahnflotte mit einer sogenannten Fahrflächenkonditionierung ausgestattet, wodurch das Kurvengeräusch deutlich gemindert wird. Die U-Bahnen haben gegen das Kurvenquietschen weitere Kurven mit ortsfesten Anlagen ausgerüstet. Beim Straßenbahnoberbau kommt in Berlin wo möglich Grüngleis zum Einsatz, welches leiser ist als andere Fahrbahnarten. Weiterhin entfällt auch bei Neuplanungen von Straßenbahnstrecken ab 2019 der Schienenbonus, so dass um 5 Dezibel niedrigere Schallpegelwerte eingehalten werden müssen.

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