Bestattungsarten: Von der Urne bis zur Seebestattung

Bestattungsarten: Von der Urne bis zur Seebestattung

Urnenbestattungen werden immer beliebter. Viele Menschen ziehen sie einer klassischen Beerdigung im Sarg vor. Doch es gibt noch mehr Möglichkeiten, die letzte Ruhe zu finden.

Beerdigung muss angemessen sein

© dpa

In Deutschland herrscht Friedhofspflicht. Aber immer weniger Menschen wollen sich dort zur letzten Ruhe betten lassen. Das liegt einerseits an den Kosten, andererseits aber sind vielen Bräuche und Konventionen nicht mehr wichtig. In Großstädten lassen sich bereits viele Menschen anonym bestatten, womit nicht immer ohne Namen und auf der grünen Wiese gemeint ist.

Erdbestattung

Die Erdbestattung war lange Zeit die beherrschende Bestattungsform in christlichen Kulturen. Nach deren Lehre wird der Körper des Verstorbenen bei der Auferstehung wieder zum Leben erweckt und sollte daher möglichst unversehrt bestattet werden. In Berlin beträgt die gesetzliche Ruhefrist 20 Jahre. Nicht jeder Friedhof verfügt aber über alle Grabstättenarten.
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Erdbestattung auf dem Friedhof:

Erdfamiliengrabstätten
Die Größe und Lage von Erdfamiliengrabstätten sind wählbar.

Erdwahlgrabstätten
Bis zu vier der nebeneinander liegenden Grabstellen und die Lage sind wählbar. Eine zusätzliche Urnenbeisetzung ist möglich.

Erdreihengrabstätten
Hier ist das Nutzungsrecht nicht verlängerbar, Lage und Größe sind nicht wählbar. Eine zusätzliche Urnenbeisetzung ist möglich.

Erdgemeinschaftsgrabstätten
Das Nutzungsrecht ist nicht verlängerbar, die Lage nicht wählbar, es gibt keine individuelle Kennzeichnung. Gemeinschaftsfelder werden durch die Friedhofsverwaltung gepflegt. Blumen und Kränze dürfen nur an bestimmten Stellen abgelegt werden.

Feuerbestattung

Die Feuerbestattung ist in Deutschland erst seit Endes des 19. Jahrhunderts üblich. Es besteht Sargpflicht für die Kremation, die Asche wird meist in einer Urne beigesetzt.
Urnenbestattung
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Urnenbestattung auf dem Friedhof

Urnenfamiliengrabstätte
Die Grabstättengröße und Lage sind wählbar. Das Nutzungsrecht ist verlängerbar.

Urnenwahlgrabstätte
Die Anzahl der nebeneinander liegenden Grabstellen und deren Lage sind wählbar. Bis zu vier Urnen je Grabstätte sind möglich. Das Nutzungsrecht ist verlängerbar.

Urnenreihengrabstätte
Nutzungsrecht, Lage und Größe der Grabstätte sind nicht wählbar.

Urnengemeinschaftsgrabstätte
Nutzungsrecht und Lage sind nicht wählbar. Es gibt keine individuell gekennzeichneten Gräber. Die Pflege ist einheitlich. Blumen und Kränze dürfen nur an bestimmten Stellen abgelegt werden.

Aschengrabstätte
Die Aschen der Verstorbenen werden unter einem Rasenstück ausgestreut.

Kolumbarium
Kolumbarium war ursprünglich die Bezeichnung für einen Taubenschlag, wurde dann zur Bezeichnung für altrömische Grabkammern mit reihenweise übereinander angebrachten Nischen zur Aufnahme von Urnen nach Feuerbestattungen.

Urnenwandgrab
Anders als beim Kolumbarium werden die Fächer mit einer Platte verschlossen, die den Namen und die Lebensdaten des Verstorbenen trägt. Die Grabstätten gibt es für eine oder mehrere Urnen. Die Nutzungsrechte für Kolumbarium und Urnenwandgrab sind ggf. verlängerbar, die Lage ist wählbar.
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Seebestattungen: Ausnahmegenehmigung erforderlich

Die Seebestattung erfordert eine Verfügung des Verstorbenen und eine Ausnahmegenehmigung vom Friedhofszwang, die vom Friedhofsamt Treptow-Köpenick für die in Berliner Krematorien Eingeäscherten erteilt wird. Die Asche wird in einer Seeurne außerhalb der sogenannten Dreimeilenzone nach seemännischen Bräuchen dem Meer übergeben. In Deutschland wird vorwiegend in der Nord- und Ostsee bestattet. Auf Wunsch können Angehörige dabei sein. Der Kapitän spricht in der Regel die Trauerrede. Seeurnen lösen sich in kurzer Zeit im Wasser auf.

Quelle: Otto Berg Bestattungen

| Aktualisierung: 2. Oktober 2019